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Chronica.  171

‘Es  waren  aber  Ruedolff  Nagel,  der  sich  hernach  Elterszhöver
genant,  unnd  Veyt  vonn  Rinderbach  des  Schwebischen  bundts  von
wegen  gemeiner  statt  bundtsverordneten,  die  prachten  hinder*)  einem
erbarn  rath®  —  so  sie  bundtsachen  solten  auszrichten  —  zuwegen,
das  doctor  Matheus  Neidthart  von  Ulm,  des  Schwebischen  bundts
hauptman  Caspar  Nutzel  von  Nurmberg  unnd  Jeorg  Lanngenmantel
von  Augspurg  am”  pfingstag  ')  gen  Hall  mit  grossem  pracht  geritten
kamen,  .Dise”  zaigten  an,  wie  fur  kaysserliche  mayestat  kommen
were,  wie  sich  ein  irrung  und  zwitracht  in  einem  erbarn  rath
zwischen  den  erbara  alten  geschlechten  eins  und  dem  gemainen
rath  anders  thails  zugetragen.  Nun  hetten  aber  (sie®)  von  kaysserlicher
  mayestat  volkommen  macht  und  gewalt,  weren  des  orts  verordnete
  commissarii  in  den  schwebenden  irrungen  zwischen  Herman
Büschler  und  seinem  anhang  eins  und  den  sibenburgern  der  räth
alter  geschlecht*’  (andernthails?),  dieselbigen  spen  guetlich  oder
rechtlich  zu  vertragen.  Uff  sollichs  clagten  die  siben  der  alten  geschlecht,
  nemblich  Gilg  Sennft,  Rudolff  Nagel,  Veit  unnd  Ulrich
von  Rinderbach,  Volckh  von  Roszdorff,  Wernher  Keckh  unnd  Hanns
Schultheisz,  wie  sie  des  heilligen  gaist  des  spitals  haus  zu  einer
trinckbstuben  gemacht,  daran  dem  spittal  vil  abgienge,  wolten  eiu
agel®?)  dennen  aus  dem  aug  ziehen,  so  sie  doch  einen  balckhen
darinnen  hetten,  dan  sie  vormals  mit  irer  trinckhstuben  gemacht,
das  Ulrich  von  Münckhen  °?)  guetter  nach  seinem  absterben,  die  vil
tausent  guldin  wert  weren,  alle  hinweg  fielen,  wie®  oben  von  den
von  Münckhen  angezaigt,  gleichwie  sie  mit  dem  Buschler  gehandlet.
Dan  diser  von  Münckhen  ward  erst  im  todtbeth  geeblicht®  *),  darumb
  sy  inen  auch  zu  keinem  stubherrn  bey”  und  mit  inen”  wolten
  lassen  sein.  Nachvolgents  clagten  sie  wider  den  meren  theil
des  raths  noch  etwa  vil  articul,  darab  sie  gröszlich®  als  derer  ding
etwa  vil  unwissendt  erschrackhen.  Derbalben  sie  von  forcht  unnd

a—a)  fehlt  T.  b)  an  einem  pf.  T.  c—c)  fehlt  T.  d)  aus  T  und  H!;  die  St!  e)  der
rechten  alten  geschlecht  7;  der  recht  alten  g.  Hi.  Sf)  aus  II!;  fehlt  st!.   g)ein  speltter  7”,
h—h)  fehlt  T.  i-i)  fehlt  H!.  k)  übel,  als  der  ding,  so  ihnen  unwissend  IT!.

2)  Agel,  sonst  Agen  oder  Achel,  Alfall  von  Ähren  oder  Flachs,  Spreu,
Splitter.

8)  Über  diesen  1505  gestorbenen  Ulrich  e.  oben  „Alünckhen“  &amp;.  75.

*)  Am  Totenhett  seines  Vaters  legitimiert  (wur  also  ein  Bastard).  Aus
Ärger  über  die  Nichtzulassung  zur  Trinkstube  machte  er  alle  seine  Güter  lIohenlohe
  su  Lehen.  S.  Glaser,  Chronik,  Anh.