Chronicn.  191

Vom  baurnkrieg.

Anno  domini  1525  hat  sich,  nachdem  der  Lutter  etlich®  jar»)  das  Mistari
evangelium  rein  unnd  clar®)  gelert,  ein  unerhörte  entperung  des  ge-  Man
mainen  mans  unnder  dem  schein  des  evangelions  an  vil  ortten,  wie  44  ..

5  hernach  volgen  wurt,  wider  ire  herrschafft  erregt.  Dan  der  sathan
ie  und  ie“  neben  der  reinen  lehr  sein  somen  und  unkraut,  wie  unns  die
haillig  schrift  anzaigt,  geseet  hat,  derhalben  ®?  er  vil  falsche  unnd
schedliche  prediger  erweckht,  ja®  nit  allain  durch  predig”?,  sonnder
durch  schmeebüchlin,  lieder,  reimen  unnd  dergleichen,  dardurch®

ı0  das  evangelium  verdechtlich  wurt®  durch  solche  uffruhr’,  und  widerumb
  verblündtk')  und  nidergetruckht»,  wie  dann  vil  stett  unnd  herrn
der  ursach  halben  von  dem  evangelio  abgestanden.  Dann”  der
sathen  in  Teutschlandt  in”  solches  plutvergiessen  angericht,  dergleichen
vor  nie  gehört,  unnd  erP),  der  sathen,  also  vonn  Christo  abcontrafäet

15  ist,  das  er  von  anfang  ein  todtschleger  unnd  mörder  gewesen  unnd  bis  zu
endt  der  welt»  nichts  dann  unfridt  anrichtetn;  hat”  zulest  von  der
feder  zum  schwert,  vom  gesang  das  pöfel®  zum  mortgeschrey
erregt.

Dieweil®  aber  alle  historischreiber  bis  anher  den  baurnkrieg

%»  kurtz  und  gantz”  obenhiu  beschriben’),  bab  ich”  für  mich?)  itzo  ”
denselbigen  nit  allein  was  zu  unnd  umb  (Hall?)  im  bawrenkrieg
verloffen,  sonder  allenthalben  so  weit  Teutschland  begriffen,  so  vil
ich  durch  glaubwürdig  urkundt  underricht,  zu  beschreiben  furgenommen”.


a—a)  fehlt  M.  b)  rein  und  lauter  1”;  lautter  und  rein  Z,  WM.  e)  statt  jo  und  je:  alweg
  I[!;  der  sathan  von  anfang  der  wellt  allwegen  neben  der  7‘,  W.  d)  roa  derhalben
—  erregt  Lücken  in  T  und  W.  e)  die  H!,  sı®.  f)  predig  schlecht  M?.  g)  buchlin,
lieder,  reimen,  dardurch  H?.  h)  verdächtig  wurt  ans  liecht  gebracht  und  M*?.  1)  durehı
solcho  auffruhr  verdechtlich  wurt  M.  k)  vorblendt  1”,  H3;  verplent  3,  l)  undergedruckt
  849,  ım)  wie  dunn  H?®.  n)  ein  81?,  503,  st®.  0)  erhört  Se®,  st4,  p)  er
fehlt  St3;  ron  unnd  er  bi  erregt  fehlt  M.  q)  bis  zu  ende  N".  r)  anrichten  werde  t?.
n)  hats  S13.  t)  das  pöfel  fehlt  st?.  u)  wiewol  W.  v)  gantz  fehlt  St;  nur  WM.  w)  ich
Johann  Heroldt,  pfarrherr  zu  Rainoltzberg  H4'!.  x)  fürnemlich  ietzo  7,  W.  Y)  ana  HM,
4,  W  (Schwäbisch  Hall)  fehle  St!  z)  will  ich  denselben  etwas  weitleufiger,  so  vil  ich
erundlichen  bericht  empfangen,  was  umb  Hall  und  andern  orten  beschehen,  beschreiben  N7°;
urkhund  underricht  verstendigt,  aygendlich  zu  benchr.  7,  WW;  xtatt  underrictts  bericht  M.

I  Verblendet,  rerdunkeli.

:)  Über  die  von  Herolt  benützten  (Juellen  siehe  die  Einleitung  8.  18  FF.

®)  Hinweis  darauf,  dass  Herolt  mit  dieser  Schilderung  gunächst  seinen
einenen  Bedürfnis  genügen  wollte,  während  er  die  Haller  Chronik  1540  im  Hinblick
  auf  seine  Kinder  verfasste.