Chronica.  197

daselbst  ')  mit  andern  predicanten  uflrürisch”  unnd  uf  sein  sect  gepracht,
  das  nach  endt  des  baurnkriegs  alle  die,  zu  welchen  Carolstatt
gewandelt”,  als  anfenger  der  uffrur  enthaupt  geworden”,  wiewol
er  der  Carolstat®  sich  in  ein  büchlin®  sehr  entschuldigt  unnd  beut
sich  fur?  das  streng  recht,  so  solches  uff  in  gebracht  werde.

Dise  uffrubr  hat  also  angefangen.  Es  haben  etlich  uffrürisch
burger  ©  ein  meytterey  mit  den  baurn  angericht,  derhalben  etlich
baurn  in  die  statt  kommen  baldt  nach  fasznacht?)  und  in  der  statt
uff  freyem  marckht  ein  lerman®  geschlagen?),  wer  mit  inen  sein  well,

id  soll  mit  ziehen.  Also  sein  sie  zu  der  statt  beraus  gen  ®  Pretten  ®  *)
zogen,  daselbst  haben  sie”  alle  baurn  in  der  Rottenburgischen  landtwehr
  zusamengethon®,  das  klawengelt”  5)  und  andere  beschwerung
furgewendt.  Zu  denen  fielen  die  burger‘,  satzten  den  rath  ab  und
machten  einen  ausschusz,  under  welcher  Georg’)  von  Mentzingen,

1»  ein  edelman,  der  oberst  hauptman‘  war.  Unnd  wan  man  was  handlen
wolt,  so  liesz  der  Mantzinger  ein  glöckhlin”  leitten,  alsbaldt  kamen
die  burger  mit  irer  wehr  uff  den  marckht.  Da  trat”  der  Mentzinger
mit®  dem  aus(schusz”)  uff  das  rathhaus  und  hub  nachvolgents  ”  der
gemeindt  die  sach  fur.  Darnach  als  die  statt  zu  den  baurn  gefallen,

y)  lies  sich  das  unsinnig  pöfel  nit  genüegen”,  was  fur  beschwernus  inen
nachgelassen  wardt,  sonder  zugen  in  das  Tauberthal,  naınen  clöster
und  schlösser  ein,  plünderten  sie,  und  nachdem  sy  dieselbigen  auszgefressen,
  verprantten  sie  dieselbigenn,  zugen  zuletzt  gen”  Wurtzeo



—  -  —  nn  —

a)  gemacht  II”,  b)  alle  so  zum  Carolstatt  gewundelt  7/2;  zuw.C.  gewohnt  N.  ce)  worden
  st?,  43,  7,  IH,  W.  dı  er  Carlstadt  st",  eo)  in  eim  büchle  7°;  eim  buchlein  Sr?,
fh  uber  W,  g)  ufrubrische  baurn  7°  W;  aufrührerische  bayer  H?.  b)  lermen  II!,  W,
ir  gein  t?.  k)  auf  Bretta  ıt",;  Brettach  »rets  4:.  l)  alda  haben  sich  543;  sie  statt  des
näher  liegenden  sich  «nch  H’,  W.  m)  versamblet  //!.  nn)  klobongelt  I!;  klare  geld  MW”.
o)  bawren  und  burger  MM.  pı  Jörg  Nt®.  q)  oberster  N,  r)  glockle  st2;  glocken
leutten  7,  W.  8)  gieng  Nr".  tı  mitsampt  81”,  u)  aus  U,  T;  aus  St!;  rat  W,
v)  bielt  nachvulgendt  7,  WW;  hielt  2°.  wı  beniegen  W”,  x)  gein  Nt®,

1)  Doktor  Johann  Deuschlin,  Prediger  zu  Rotenburg,  »,  bei  Thom.  Zweifel
in  Baumanns  Qucllen  z.  (Gesch.  des  Bauernkriegs  aus  Rotenburg  a.  d.  Tauber
pP  $—1l1  u.  R  w.

?)  Fastnacht  war  1525  am  25.  Februur,

®)  Gemeint  ist  der  Voryanyg,  den  Thom,  Zweifel  a.  a.  0.  p.  35  zum
21.  März  berichtet.

%)  Brettheim  OA.  Gerabronn,  3  St.  südwestlich  von  Rotenburg.

®)  Klauenyeld,  eine  1522  im  Rotenburgischen  eingeführte  hohe  Vichsteuer,
  &amp;.  Baumann  a.  a.  O0.  p.  JO.

%)  In  Wahrheit  Stephan  von  Menzingen.  ».  Thom.  Zweifela.  a.  O.p  Ar  f.