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Chronica.  205

baurn  an,  mehr  aus  nott  dann  mit  willen,  warlich®  mit  erschrocknem
hertzen®  und  mit  ungleicher  zall,  es  must  ie  gewagt  sein,  aus  not,
weil  es  nit  anderst  möcht®  sein.  Unnd  erstlich  dieweil®  sie  die
baurn  nit  aigentlich  sehen  kundten,  hies®  Michel  Schletz,  der  dazumal
  stettmaister  war,  ein  valckhanettlin®  abschiessen,  damit  man
sehen  möcht,  wo®  sie  aigentlich"  weren.  Sobaldt  diser  schusz  geschach,
  erhuob  sich  ein  solches  zabeln  under  denn  baurn,  als  ob  es”
ein  ehmeshauff“’  were,  unnd”  ein  dadern,  als  wer  es  ein  hauff  gensz?.
Einer  schrie,  man  solt  fliehen,  der  ander,  man  solt  pleiben”.  In
dem  giengen  die  ander  falckhanetlin®  auch  ab.  Das?  ward  ein”
fahllen,  so  baldt  sie  das  fewr  sahen  plitzen®,  da  fiehlin  drey,  da
sechs,  da  zehen  ?,  da  vil®  mer,  das  man  meint,  sie  weren  all  erschossen.
  Baldt  stunden  sie  wieder  uff  wie  die  juden  an  dem  Ölberg‘),
  dan®  das  geschutz  gieng  alles”  zu  hoch”.  Nach  disem
fluhen  sie  alle,  unnd  Haffen  Stefian,  der  uff  der  haid”  fraydig”
ward,  der  ward’?  dismals  der  erst,  der  flube,  deszgleichen  die  anndern
  reihenfürer?.  Es  warden  etlich  alt  bauern  gefangen  und  gen
Hall  gefurt,  man  lies  sie  aber  des  andern  tags®”  gehn”.  —  Kein“
grösser  wunder  und  lauffen®®  hab  ich°®  mein  lebtag  nie  gesehen.  Es
ward  keiner  geschossen,  und  wurden  die”  lamen  geradt,  die  alten
jung,  luffen  alle  gleich®®,  das  böst?»  sie  möchtenn'’.  Sie  hetlen  die
pfaffen  zu  hinderst  in  ein  glid  gestelt,  bey*®  denen  ich  als  ein  gefangener
  auch  ware*®,.  Also  namen  wir  zum  tail  den  waldt  an’,
kam  "®’  gelb  dritt  gen  Waldenburg.  Da  lies  unns  der  graff  hinein,
und  musten  ime  sagen,  wie  die  sach  gangen  were.  Dis  ist  gescheben
  -”  dinstag°®”  nach  dem  sontag  judica”P  in  der  fasten,  der  ı®
was  der  viert  des  aprillen  oder  sant  Ambrosiustag  genennet.  Es  war

a—n)  fehlt  H!;  warlich  —  zall  fehlt  W.  b)  aus  not  fehlt  St3;  aus  not  —  möcht  Bein
fehlt  T,  W.,  c)  ie  nit  anders  mocht  gesein  2°.  d)  weil  Sı3,  W.  e)  liesz  819.
f)  falkenetlich  872,  g)  wa  NM.  hı)  aigentlich  fehlt  St",  ji)  als  wans  St”.  k)  omeyszhauf
  M;  eimesh.  H!,;  omaishaufen  St”;  ameiszhauff  7.  1-1  fehlt  T,  W.  m)  schrie:
flieht,  der  ander:  bleibt  IT!.  n)  falkenetle  12.  o:  das  —  fahllen  fehlt  W.  p)  solch
bortzein  und  Hi.  q)  wolten  der  biren  nit  wartten  IT‘.  r)  da  zehen  fehlt  St®,  e)  vil
—  erschossen,  »lult  dessen:  als  wan  sio  schon  alle  todt  woren  I.  t)  dun  fehlt  St3,
u)  vil  St9,  v)  das  geschütz  ward  viel  zu  hoch  gericht  7,  W.  w)  hayden  81°.  x)  fraidig
hauptmann  H!;  so  fr.  /M.  y)  war  st?,  St}.  z)  redlinsfürer  H!.  aa)  den  audorn  tag  \t.
bb)  statt  gehn:  ledig  T,  W.  cc)  kein  grösser  —  möchten  fehlt  T',  W.  dd)  wundoerlicher
lauffen  42.  ce)  hat  einer  sein  Mi.  f)  blinden  sehent,  die  MI.  gg)  zugleich  St}.
bh)  so  best  M.  ji)  tbails  dem  Kochen,  thails  dem  waldt  zu  Y1.  kk—kk)  fehlt  II!.
Il)  also  nam  Joh.  Herolt,  als  ir  gefangener  auch  die  Hucht  Z/!,;  waldt  ein  M.  mm)  namen
wir  ein  thaill  denn  waldt  an  die  handt  unnd  khame  7,  W.  nn)  actum  dienstag  MH”.
00)  am  dinstag  519.  pp)  vorm  palmtag  H!.  aa)  statt  der  —  genennet:  der  4  aprillie  SY?.

')  Anspielung  auf  die  Scene  im  Garten  Gethsemune,