208  Johann  Herolt

Weinsperg').  Am  heylligen  ostertage,  welches  war  der
sechzehndt  tag  des  monats  eprillis®,  als  die  baurn  bey  Neckhersulm®
  lagen,  kam  ein  karrenman  Semelhans°*)  genant,  der  hett
saltz  in  das  schlosz  Weinsperg  geben®,  zaigt  an,  wie  die  edelleut”
und  reutter  herab  in  das  stettlin®  gangen’),  wer  gar  niemandt  im
schlosz.  Also  machten  (sich®)  die  baurn  ufl,  und  dieweil  graff
Ludwig  vom  Helffenstain  der  amptınan  der  zeit  zu  Weinsperg  mit
den  andern  vom  adel,  die  bey  ime  in  der  besatzung  lagen,  die  burger
  zu  Weinsperg  tröst  und  ermanet,  sie  solten  keckh  sein  und  sich
nit  an  die  baurn  ergeben,  königliche  würde  ®,  die®  würdt  (sie®)  nit
verlaszen,  sonnder  sie  retten”  —  dan  künig  Ferdinandus  dazumal
das  Wurttemberger  land  innen  hette  —  sihe  da  kamen  die  baurn
unversehens  so  behendt,  das  der  graff  mit  den  zugegebenen  in  der
besatzung  nit  mehr  uff  das  schlosz”  kommen  möchten,  musten  in
der  statt  bey  den  burgern  pleiben.  Also  erstiegen  die  baurn  das
schlosz,  fiengen”  die  gräven?®  mit  denn  kindern,  plünderten  das
schlosz”,  kamen  nachvolgendts  fur  die  statt.  Aber”  die  burger
waren  gutt  beurisch,  thetten®  den  baurn  thor  und  thür  uff,  lieszen
sie  hinein.  Da  ward  Lucifer  mit  allen  seinen  englen  ledig,  doptten
und  wütteten  nit  anders”,  dan  ob  sie  alle  unsinnig  weren  und  vollen
teuffel  sessen”.  Fiengen  erstlich  den  graven®,  darnach  die  edelleut
mit  den  reuttern,  ettlich  wurden  an  der  wehr!  erstochen®.  Dietterich
  von  Weiller  flohe  in  die  kirchen  uff  den  thürn,  und  als  er  mit
den  baurn  herabredt,  begert  gnad,  wolt  inen  vil  gelts  geben,  da
schusz  einer  hinaufl,  traff  ine”),  stigen  hernach  uff“  den  thurn  und
wurffen  ine  zum  laden  heraus”,  furtten  nachvolgendt”  den  edlen
und  wolgebornen  herrn  Ludwigen  graven  zue  Helfienstein  etc.,  der
zeit  amptmann  daselbst”,  unnd  mit  ime  dreyzelın  vom  adel*®,  unnder

a)  der  16,  aprillis  81°.  b)  Necker  Suln  St.  c)  Schemmelhans  M.  d)  gefürt  A.
ce)  den  bawren  II!,  f)  der  graf  mit  edelleuth  J/?;  der  grave,  die  odelleut  89.  g)  in
dio  statt  SCH,  h)  aus  St2,  St),  WW’;  sie  Stel,  i)  würde,  die  dazumahl  das  Würtemberger
land  ihhnnen  hette,  wurden  sie  nit  hültflosz  lassen  7,  MW.  kı  die  fehle  St",  hı  aus  St”,
S03;  sich  St!,  m)  sondern  stattlich  retten  7,  W.  n)  in  der  —  schlosz,  stuft  densen:  nit
mer  auf  dus  schlosz  in  die  besatzung  1”,  H?.  0-01  fehlt  II!,  IWW.  p)  grävin  S?,  St3;
gräffenin  7.  q—qy)  statt  dessen:  da  tet  man  N",  r—rT)  steft  dessen:  anderst,  als  wan
sie  vollen  teufel  zessen  SI”,  W,  8)  erstlich  im  schlosz  die  grävin  mit  ihren  kindern  /T'.
t,  an  der  wett  3%.  u)  unnd  reutter  au  der  wchr,  wurden  erstlich  etliche  erstochen  7".
v)  an  die  stirn  II!.  w)  stiegen  ettliche  hinauff  7,  W”,  x)  das  er  zerschmättert  JT!.
y)  darnach  St.  z)  zu  Weinsperg  SU.  aa  mit  13  vom  udel  St",

1)  Über  diese  Vorgänge  Öchsle  14.
°)  Semmelhans  von  Neuenstein,  dessen  Uryicht  im  Urfehdhuch  If.  WA.
»)  Zum  Morgengottesdienst.  ÜÖchsle  105.

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