226  Johann  Herolt

EB.  ermel  fassen  will,  die  sie  gegen  uns  schiessen.  Ja  ir  sehent,  das  Gott  auff
unser  seitten  ist,  dan  er  gibt  unns  itzo®)  ein  zaichen;  sehet  ir  nit  den  regenbogen
  am  himel?  Der  bedeut,  das  Gott  uns,  die  wir  den  regenbogen  im
panierb)  füren,  helffen  will.  Daramb  stellet  euch  su  wehr“.  Da  Thomasec)

ausgeredt  hett,  wer  der  mehrer  theil  gern  darvon  gewesen  ®,  dan  Sie  sahen,
das  &amp;3®  uber  die  kärb  wolt  gehn.  Aber  es  waren  etlich  muttwillig  buben,
die  Muntzers  gaist  hetten,  die  fielen  dem  Muntzer  zu,  schryhen,  man  solt
sich  zu  der  wehr  stellen  %,  dan®  sie  lagen  wol  und  waren  ir  bey  achttausent,
  das  sie  meinten,  sie  kundten  den  fursten  wol  vorstehn,  und  hueben
an  zu  singen,  kom  heylliger  geyst  etc.

BB.  Als  man  aber  den  fursten  kaia  antwurt  gab,  plies  man  auff,  ordnet
den  zug»).  Der  landtgraff  von  Hessen,  Ob  er  woll”  der  jungst  war  under
den  fursten,  ritt  er  doch  umb  den  zeugtk)  und  ermanet  sie  zu  retten  gemeinen

friden,  thet  ein  sehr  schener  ermanung”,  sprechent:  „Liebe  freundt,  Ir
sehendt  die  arme  leut  vor  euch,  wider  die  ir  gefurt  seyt,  Iren  ungehorsam'

und  frevel  zu  weren.  Nun  hat  die  fursten  ir  ellendt  erbarmet  und  begeret,

sie  sollen  abziehen.  Daruff  sie  kein  antwurt  gebenm),  sonnder  rusteten  sich
zu  schlagen.  So  fordert  es  die  grosz  not»)  dagegen,  das  wir  uns  weren.
Darumb  verman  ich  euch,  das  ir  sy  ritterlich  angreifft.  Es  hat  der  teuffel

dise  lent  verplendet  o),  das  syp)  wol  grose  clag  uber)  die  fursten  furen.
Dennocht  ist  e8  kein  urphedt”  auffruhr  anzufahen.  Dan»)  Paulus  Spricht,
wer  der  oberkait  widerstrebt,  der  widerstrebt  Gott®,  dieweil  die  oberkait

von  Gott  eingesetzt  etc.  Man  soll  oberkaitu  ehren,  wan”)  sie  der  ehr
bedarfl;  dan”)  bedarff  aber  oberkait-)  der  ehr  am  maisten,  wan  sie  geschmecht

wurt  und  etwa  gefehlt  oder  geirrt  hat,  darinnen  sie  strefllich  weren?.
Dan  sie  ie  menschen  sein  unnd  sich  offt  vergreiffen.  So  sollen  doch  die

underthon  sich  nit  entpörn,  sunder  die  underthonen»)  sollen  die  schmach
der  oberkait  helffen  tragen,  zu®s)  ehren  pringen  und  deckhenbb),  wie  Sem  den
plossen  Noe  deckt,  das  man  in  friden  und  einigkeyt  bei  einander  pleiben

mage.  Dise  baurn  aber  deckhen  nit  Zu,  sander  machen  sie  ruchig°®),  jad®

liegen  vile)  mehr  darzu;  dan  es  ie  erlogen,  das  wir  nit  gemeynen  landtsfriden
  halten,  das  wir  nit  gericht  bestellen,  mord  und  rstberey  in  lendern

wehren”  etc.“  Und  nach  langer  ermanung  zum  beschlusz  ermanet®®

2)

a)  itso  fehlt  Sı3.  b)  im  panior  fehlt  T,  W.  c\)  Thomas  Münser  83.  d)  gewast  S13.
e)  das  wasser  W,  St9,  T  (eo  auch  Hist.);  ihnen  das  wasser  H®;  os  ihnen  Zi.  1)  rüsten
unnd  stehlen  7,  W.  g)  dan  —  wol  fehlt  T,  W.  b)  zeug  H',  M,  so  auch  His.  ;  richtet
drey  zug  W.  1)  wiewol  er  89.  k)  zeug  H!,  M;  zeig  W.  il)  vermanung  33,  W.
m)  keiner  antwort  gewürdigt  Hi.  n)  notturfit  Zi.  0)  blent  W.  p)  dass  sie  ihnen
nit  wöllen  rathen  lassen,  ob  sie  schon  grosse  .„  .  W,  q)  wider  83.  r)  ursach  88,  T,
H3,  so  auch  Hist.  se)  dan  —  lendern  wehren  fehlt  M.  t)  Gottes  ordnung  St®,  1)  die
obrikeit  St  3,  v„wo  H\.  w)  darumal  813,  x)  sie  St3,  y)  sträflich  worden  ist  43.
z)  die  underthonen  fehlt  St3,  sa)  zu  —  pringen  fehli  H!.  bb)  denken  T.  cc)  sich
rüchtig  Hi;  rüchtig  St?,  St?;  richtig  7,  W;  ruchbar  H%,  dd)  und  813,  W.  ee)  vi)
fehlt  89.  ff)  nit  wehren  7,  W.  gg)  vormanet  St.