246  Johann  Herolt

diser  wider  heim  unnd  wie  ander  baurn  seine  wehr  seinem  junckhern
uberanttwortten  solt,  hat”  diser  ein  püchsen?  gehapt,  darin  hat  er
zwen  schusz  bulvers®  unnd  zwen  stein®  geladen,  seinem®  junckern
uberantwortt.  Er  hat  aber  sein  aigne”  boszheit'!)  nit  schweigen
mögen,  sonnder  sich  des  gerumbt®'.  Als  aber  dis®  fur  junckhern
kommen,  hat?)  erfaren,  das  diser  baur,  wie  er  selber  gerumbt  hatt,
seinen  vettern  Dietterich  von  Weiller  helffen  uber  den  thurn  zu
Weinsperg  herab  werfen”,  also  hat  Wolff  vonn  Velberg  denn  baurn
gefangen*®  unnd  ine  zu  Velberg  uff  denn  thurn  gefurt,  zu  dem  laden
herab  inun  denn  graben  geworffen”.

Anno  domini  1526?)  ist  Wolff  von  Velberg  unnd  Adam  von
Thungen  in  die  Rottenburgische  lanndwehr  gezogen  mit  etlich  hundert
zu  rosz  unnd  fuosz®,  darumb  das  die  statt  und  baurn  auffrurisch
gewesen”,  haben  die  baurn  geschatzt,  etlich  dörffer  verprent,  fur  die
statt  geruckht,  ir  feldgeschosz,  so  sie  mitgefurt,  in  die  statt  lassen
abgehn.  Niemandt  hat  sich  zu  Rottenburg  geregt  ,  bis?”  sie  in  die
statt  geschossen.  Alsdann®  haben  sie  uff  der  Altenburg”  gegen
den  feinden  herausgeschossen.  Also  sein  sie  abgezogen).

a)  hat  —  uberantw.  steht  bei  M  erst  nach  gerumht.  b)  büchsen  gedorpelt  mit  pulver
unnd  kugeln  geladen  gehabt  7,  W.  ec)  bulvers  —  geladen  fehlt  H\.  d)  kugel  &amp;3,  H®.
eo)  also  seinem  St3.  N)  seiner  eignen  619.  g)  sich  gerümbt,  er  habe  Disterich  von
Weyller  uber  den  tburn  zu  Weinsperg  helffen  abwerfien;  als  nun  sein  juncker  solches  erfahren
  T,  W.  b)  ale  solches  St®8,  j&gt;j)  fehlt  SB.  k)  hat  er  den  baurn  fahen  lassen
und  gen  Velberg  uff  den  turn  füren  und  vom  laden  herab  in  den  graben  werfen  lassen  St3.
l)  Gott  der  allmechtig  wölle  unns  bewaren,  das  kein  ergernus  hernach  kom.  Amen,  —  Endet
sich  also  hiemit,  was  von  dem  baurnkrieg  zu  sohreiben  gewessen.  T,  W;  hat  sich  an  dem
stainin  sims  eiugrummen  gehabt,  das  man  die  ries  und  fingermahl  noch  siehet,  aber  er
ist  zu  stücken  zerfallen  4H!;  Man  sagt,  als  Wolff  von  Velberg  im  todbeth  gelegen,  seye
ibm  dieszer  bi  gesprengte  baur  stetige  in  gedanckhen  und  reden  gewesen,  und  das
or  sein  lebtag  nichts  ubles  dan  dieses  gehandlet,  Ex  soceri  relatione.  —  Auss  diesem
schreckhlichen  exompel  den  baurnkrieg  belangent  sollen  wir  lernen  uns  vor  uffsuhr  zu
hütten,  den  Gott  nie  kein  uffruhr  gefallen  hatt,  wie  solches  beydes  die  heylig  göttliche
schrifft  und  die  tägliche  erfahrung  mit  sich  bringt  M.  m)  zu  fuoss  &amp;13,  n)  und  disem
Adam  von  Thüngen  groszen  schaden  zugefüesgt  heiten  Hi,  0)  gewehrt  und  vermercken
lassen  H!,;  gewert  T,  St.  p)  bis  —  geschossen  fehlt  H'.  q)  letzlich  H1,  r)  alten
burg  T,  H'!;  alten  buech  8148,  s)  H!  hat  hier  noch  folgenden  Briefwerhsel  zwischen  den
Rothenburgern  und  Vellbergern  :
Hierauff  schriben  die  von  Rottenburg  an  Wilhelm  Görgen,  Hansz  Bartholmes
  und  Jeronimussen  von  Velberg  also:
Unser  freundtlich  dienst  zuvor,  lieben  die  von  Velberg!  Wir  seindt
ungezweifelt,  ir  tragent  gut  wissen,  wie  euer  vetter  und  mitganerb  Wolff  von
Velberg  sambt  seinen  helfern  kurtz  vergangner  tagen  mit  einem  mercklichen

zeug  zu  rosz  und  fuesz  ausz  und  inn  das  schlosz  und  stättlin  Velberg,  unsz

1)  Nämlich  die  im  folgenden  erwähnte.
2)  Dieses  Stück  findet  sich  schon  oben  S.  196  als  Schluss  des  Abschnitts
„Rottenburgisch  bauern“  in  fast  wörtlicher  Übereinstimmung.

[sl

10

15