248  Johann  Herolt

Anno  1527  ist  Ferdinandus  ertzhertzog  zu  Österreich  zum
konig  in  Hungern®  gekrönt,  darnach  31  ist  er  zum  Römischen
könig  gekrönt  denn  11.  januarii.

Inn  disem  jar  [hat®’]  keysser  Carols  kriegsvolckh  Rom  die
statt  gewunnen,  die  geplundert  und  den  papst  gefangen,  sein  die
knecht  sehr  reich  geworden.

In  disem  jar  ist  das  püchsenhaus  zu  Hall  vollendet  und  auszgebawet.


Anno  domini  1528  ist  der  gefuettert®  grab')  iennerhalb
Kochens  bundert  schrit  weit  eingefallen  an  der  fasznacht  zu  nacht?).

Anno  domini  1529  wardt  ein  reichstag  zu  Speyr  die  religion
und  Türckhen  betreffendt,  sein  ettlich  herrn  unnd  stett  vom  evangelio
abgewichen.  Die  Hällischen  bottschafft  Antoni  Hoffmeister°),  indem
er  ubereyliet,  hett  nit  gnugsam  befelch  die  religion  betreffendt,  hat
sich  mit  den  bäpstlern  ®  underschriben,  aber  hernach  an  dem  Regenspurgischen®
  reichstag  anno  32  gehaltten  zu  den  protestirenden  gestanden
  unnd  sich  mit  inen  underschriben  ‘).

a)  und  Böheim  JI!.  by  fehlt  st!  c)  geführtert  7".  d)  babisten  7“  eo)  Augspurgischen
  7.

verhörung  kommen  lassen.  Also  ist  ein  vertrag  zwischen  Adam  von  Thungen
und  Wolffen  von  Velberg  ains-  und  der  statt  Rottenburg  anders  thails  aufgericht
  worden,  also  lauttend:

Das  uff  dato  alle  gefangne  gegen  einander  ledig  gelassen,  alle  brandschatzung,
  so  noch  nit  erlegt,  auch  alle  vehde  hinfuro  todt  und  ab  sein,  alle
schmachred  und  injurien  wie  auch  anspruch  gegen  einander  ufigehaben  sein.
Disz  vertrags  sie  baiderthails  eingangen  und  zufriden  gewesen.  Dan  der  von
Velberg  seinem  verwandten  Adam  von  Thüngen,  so  die  von  Rottenburg
kriegt,  weil  sie  im  zuvor  in  der  bowrischen  empörung  vil  schadens  zugefügt,
pur  ein  reutterdienst  gelaist.

)  Ss.  oben  S.  143  f.

2)  25.  lebruur.

®)  Hofmeister  war  nach  Kaufbriefen  von  1518  f.  in  KHR.  ein  sehr
vermöglicher  und  angesehener  Mann,  nach  Hartmann,  Brenz  I,  205  Brenzens
I'reund.

*)  Die  Gesandtschaft  bestand  nach  Hartmann  a.  a.  O.  aus  Hermann
Büschler  und  Hofmeister.  Hartmann  vermutet  mit  Grund,  dass  nicht  sowohl
Nachgiebigkeit  gegen  den  Würzburger  Bischof  als  vielmehr  der  Einfluss  der
vier  im  Rat  sitzenden  aligläubigen  Männer,  des  Volk  von  Rossdorf,  Truchtelfinger,
  Seibot  und  Sulzer  es  war,  was  zu  der  unbestimmien  und  ungenügenden
Fassung  der  Insiruktion  der  Gesandten  führte,  und  dass  Hermann  Büschler,
der  den  Sprecher  machte,  sich  von  jenen  Raisherren  in  ihr  Interesse  siehen

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