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Chronioa.  249

Ion  disem  jar  bat  Philipus  landtgrave  zu  Hessen  die  furnemsten
  predicanten  gen  Margburg  beschickht*,  den  irtumb  des
sacrameuts  zu  vereinigen®,  nemblich  Lutherum®,  Philippum  Melanchtonem,
  Brentium,  Osiaudrum,  Oecolampadium,  Zwinglium,  die
predicanten  zu  Straszburg.  Ist  nichts  auszgericht,  Zwinglius  ist
ursach  gewesen,  das  sich  die  sacramentirer  nit  haben  ®  weiszen
lassen.

Ion?  disem  jar  ist  ein  newe”  kranckbeit  vom  Niderland
heruff  zu  uns  kommen,  der  engellisch  schweys  genant,  darumb  das
sie  erstlich  im  Engelland  erstanden.  Daran  erstlich  vil  gestorben,
bisz  man  die  remedia  erlernt  hat').

Inn  disem  29,  jar  ist  der  wein  vor  Michaelis  an  stöckben
erfroren,  das  in  niemandt  hat  trinckhen  mögen.  Der  essig  ist  davon
verdorben,  so  man  darein  gefult  hatte.  Man  bat  in  den  türckhenwein
  genant,  darumb  das  der  Turckh  zu  derselben  zeyt  Wien  in
Österreich  belegert  und  etlich  mal  darvor  gesturmbt  hat,  aber  zuletzst
  mit  schaden®  miessen  abziehen.

Es  ist  inn  disem  jar  ein  schnelle  grosse  tbewrung  geworden,
hat  siben  jar  gewert,  das  man  etwan  2  viertell  korn”,  etwa  vier
schätz  kerns®  umb  ein  guldin  geben  hat,  ein”  schöffel  habern  umb
ein  guldin,  ein  {7  schmaltz  funff  kreutzer,  der  wein  drey  schilling
und  etwa  zwen  schilling.  Ist  also  uff  und  nider  gestigen  bis  in
das  42.  jar.

&amp;)  Marbarg  geschickt  .  bb)  verrichten  T.  c)  Lutherum  [feat  T.  d)  nit  wolten  T.
e)  inn  —  erlermt  hat  fehlt  T.  f)  newe  unerhörte  H!.  g)  so  damit  gefühlt  worden  7';
so  man  —  hatt  fehlt  H!.  h)  schanden  T.  I)  etwa  —  kerns  fehlt  T.  k)  kerns  fehlt  H!.
l)  ein  schöffel  —  guld.  fehlt  M\,

liess.  Die  Haltung  der  Gesandten  wurde  denn  auch  wirklich  von  Luther  und
Herolt  als  gleichbedeutend  mit  völligem  Abfall  vom  Evangelium  angesehen.
Unter  der  Bürgerschaft  brachen,  als  die  Sache  ruchbar  wurde,  Unruhen  aus,
und  infolge  davon  wurden  die  vier  Raisherren  auf  ein  Jahr  aus  dem  Rate
gesetzt,  s.  oben:  „Was  die  von  Hall  gegen  stetimeister“  u.  s.  w.  8.  147.
—  Etwas  ausführlicher  ist  dieser  Abschnitt  behandelt  in  der  Widmanhandschrift
  Stuttg.  öffentl.  Bibl.  Hist.  fol.  662,  wo  u.  a.  gesayt  wird:  „damtt  haben
sich  die  Hallischen  gesandten  umbrisent  (=  ühereilt?)  mit  den  pübstlichen
unterschrieben,  deswegen  ihnen  der  herr  prediger  Johann  Brens  einen  guten
Sulz  (Filz,  Wischer)  geben;  bli-ben  doch  ein  weg  als  den  andern  evangelisch  ;
haben  also  protestiert,  dass  sie  wollten  dem  römischen  könig  gehorsamen,  ohne
was  den‘  glauben  anbetref.  Darauf  ihr  botschaft  zum  kaiser  in  Hispanien
gesandt,  ihres  protestierens  sich  zu  verantworten,  aber  kein  audienz  erhalten“.

!)  Das  erste  Auftreten  dieser  Krankheit  ist  ähnlich  beschricben  bei  Nic.
Thomann,  Baumann  Quellen,  Oberschw.  S.  157.