254  Jobann  Herolt

der  rathsherru  weiber  unnd  döchter  sampt  denn  erbarn  uff  dem
rathhausz  gessen,  inn  barfaosser  closter  die  kuchen  ®  gehapt,  uff  dem
ratbausz  getantzt.  Graff  Albrecht  ist  in  Michel  Schletzen  hausz
unnd  graff  Georg  in  der  Rinderbachin  haus  gelegen.  Es  hat  auch
ein  rath  schenckh  Wilhelmen  geladen,  den  apt  von  Murhardt,  decan
zu  Comberg,  die”  auch  darbey  gewesen,  deszgleichen  die  Velberger,
ward‘  ein  grosse  fread,  in  hofinung  sie  wurden  hinfuro  guette
nachbarn  sein.  Es  weret  aber  nit  lang.

Inn  disem  jar  ward  vil  von  erstreckung  des  Schwäbischen
bundts  zu  Augepurg  gehandelt,  aber  nichts®  auszgericht.  Ursach
war  dis,  es  hetten  uff  dem  reichstag  zu  Augspurg  vil  fursten  bey
kayserlicher  mayestat  angesucht,  das  hertzog  Ulrich  za  Wurtenberg
wider  eingesetzt  werdt,  nemblich®  der  bischoff  zu  Meintz,  bischoff
zu  Cöln,  churfurst  zu  Sachsen,  pfaltzgraffen  räth,  des?  churfursten

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marggraff  Joachim,  alle  churfursten,  bischoff  zu  Trier,  marggraff  ı5

Georg,  landtgraff  zu  Hessen,  Lunenburg,  Braunschweig  unnd  bischoff
von  Bremen.  Hat  pfaltzgraff  Friderich  von  des  kayssers  wegen
antwort  geben,  kaysserliche  mayestatt  wöll  ir  furbitt  ingedenckh
sein®  unnd  inen  gnedig  antwort  geben.  Dis  ist  geschehen  an  sant
Johannis  tag!).  Aber  hernach  am  montag  nach  Egidii®?)  bat  keyserliche
  mayestatt  seinem  bruder  Ferdinando  vor  Augspurg  in  offentlichem
  feld  mit  grossem  pracht,  turnieren  und  stechen  das  hertzogthumb
  Wurttemberg  geliehenn,  wie  lehens  gewonhait.  Als  aber
hertzog  Ulrich  dis  gesehen,  hat  er  von  sein  sung  wegen  hertzog
Christoff  bey  königlicher  mayestatt  angesucht  umb  Tubingen  unnd
Newfen  und  dismals  des  Königs  von  Franckhreich,  Dennmarckh,
Sachsen,  Hessen,  Lothering,  Luneburg  unnd  Anhalt  pottschaft  bey
ime  gehapt,  aber  sich  mit  k.  und  königl.®  commissarii  nit  mögen
vergleichen  und!  vereinigt  werden,  derhalben  der  Schwebisch  bundt
umb  liechtmesz  des  1534.  sein  ennd  genommen,

Anno  domini  1534,  als  man  den  hertzog  Ulrich  von  Wurttemberg®
  weder  mit  recht  noch!  one  recht  hatt  wöllen  einkommen
laszen  noch  durch  furbitt  wie  oberzelt,  sonnder  er  hab  dis  mit  dem
schwert  verloren;  mög  er  dis  mit  demselben  gewinnen”  und  be-&amp;)

  küchen  T.  b)  die  —  gewesen  fehl!  Hi,  c)  war  H1,  d)  wenig  T.  e)  nemblich
—  aber  fehlt  T.  f)  dea  churf,  —  Trier  fehlt  H1.  g)  furbitt  ansehen  H!.  b)  würde.
j)  und  —  werden  feAlt  T,  H\,  k)  durch  fürbitt  7%.  l)  noch  —  recht  feAlt  T.  m)  zu
gewinnen  unnd  behalten  wagen  T.,

1)  24.  Juni.
»)  5.  September  1530.