Korbemerkungen.

Herman  Hoffman  war,  wie  er  in  seiner  Vorrede  sagt,  zur  Zeit
des  Bauernkrieges  in  den  Diensten  der  Tlallischen  Schreiberei.  Von
1532  an  tritt  er  in  den  städtischen  Urkunden  als  „Verweser  des
Stadtschreibereiamtes“  auf.  Stadtschreiher  war  ron  diesem  Jahre  bis
zum  Schmalkalldischen  Kriege  Maternus  Wurzelmann  (s.  Herolt  Chronik,
8.72  und  260).  Dieser  scheint  aber  häufiy  auf  (Gesandtschaften
abwesend  oder  sonst  verhindert  gewesen  zu  sein.  Im  „spanischen
krieg“  fiel  er  bei  Kaiser  Karl  V.  in  schwere  Ungnude,  musste  deshalb
  weichen  und  fand  zu  Hirschhorn  am  Neckar  sein  Ende  „im
elend“.  An  seiner  Statt  rückte  Hofman  1549  als  Stadtschreiber
vor,  starb  aber  schon  1555.  Er  hat  somit  einen  grossen  Teil  seines
Lebens  in  der  städtischen  Kanzlei  zugebracht.

Veranlassung,  sein  Werk  zu  verfassen,  war  ihm  der  von  seiten
vieler  Ratsmitglieder  ausgesprochene  Wunsch,  eine  geordnete  Darstellung
der  Bauernbewegung  zu  erlangen,  wozu  sich  eingestandenermassen  bei
ihm  das  Bestreben  gesellte,  damit  der  Nachwelt  zu  dienen.  Dieser
doppelten  Bestimmung  eingedenk  liess  er  es  sich  angelegen  sein,  seinen
Stof  aus  den  zuverlässiysten  Quellen,  nämlich  den  Kanzleiakten  und
den  Mitteilungen  der  Ratsherren  sowie  anderer  beteiligter  Personen
zu  schöpfen  und  ihn  „in  ein  ordnung  einzuregistrieren“.  Unter
letzterem  hat  man  wohl  eben  die  sorgfältig  hergestellte  chronologische
Reihenfolge  zu  verstehen.  —  Das  im  J.  1533  verfasste  Werk  gewinnt
durch  diese  Art  seiner  Entstehung  einen  hohen  Wert,  und  wenn  auch  das
Thatsächliche  von  Herolt  meist  lebendiger  und  frischer  geschildert  wird,
so  giebt  Hofmun  dafür  eine  grosse  Zahl  ron  Urkunden,  bestehend  in
amtlichen  und  Privatkorrespondenzen,  ferner  einen  wertrollen  Einblick
in  das  Fortifikationswesen  der  Stadt,  in  die  Gliederung  der  Büryerschaft
  und  des  Rates,  endlich  in  die  Massregeln,  die  nach  Niederwerfung
  des  Aufruhrs  zur  Bestrafung  und  Vorbeugung  getroffen
wurden.  In  der  Politik  Halls  zeigt  sich  deutlich  bis  zu  den  ersten
Nachrichten,  die  eine  Überwältigung  der  Bauern  hoffen  lassen  —
Anfang  Mai  —,  ein  leises  und  vorsichtiges,  halb  entgegenkommendes
Auftreten  gegenüber  den  Bauern,  von  da  «un  eine  entschiedene  Ablehnung
  ihrer  Forderungen.

Die  Handschrift  des  Hofmanschen  Bauernkriegs  ist  Eiyentum
  des  K.  Haus-  und  Staatsarchirs  Stuttgart;  ein  Folioband  mit
Pergamentumschlag,  auf  dem  Deckel:  bawrenkrieg  anno  dni  1525,
unten  die  alte  Siynatur  L.  274.  Auf  dem  zweiten.  Dlutt  ein  die

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