274  Vorbemerkungen.

ganze  Neite  Füllendes,  kunsteoll  ausyeführtes  Wappengemälde,  darstellend
  drei  durch  schönes  Ranken-  und  Blumengewinde  abgeteilte
und  eingerahmte  Wappen  in  Kleebluttstellung,  oben  das  von  stattlicher
Krone  überragte  Reichswappen  mit  dem  Doppeladler,  unten  rechts
des  quergeteilte  Haller  Wappen  mit  dem  gelben  und  roten  Feld,  links
dus  Hallische  Ratswuppen,  nänlich  in  blauem  Felde  zwei  übereinander
gestellte  Kreise,  der  obere  in  weissem  Felde  dus  Kreuz,  der  untere
in  blauem  den  Jlandschuh  enthaltend.  Darunter  in  einem  Schildlein
die  Jahrzahl  1534.  Nun  folyt  der  Text  auf  157  Blättern,  hierauf
noch  einige  leere.  Der  Rund  zeiyt  Randglossen  von  späterer  Zeit,
die  sich  auf  den  Text  beziehen.  Durch  den  ganzen  Text  geht  nur
eine  einzige  Handschrift,  mit  deutlichen,  kräftigen,  schönen  Zügen,
ohne  irgendwelche  Korrekturen  oder  Schreibfehler.  Es  unterliegt  somit
  keinem  Zweifel,  dass  hier  die  Urschrift  erhalten.  ist.

Eine  Beizichung  der  von  Öchsle,  Beiträge  zur  Geschichte  des
Bumwernkrieys,  $.  388  erwähnten  Veesenmaierschen  Handschrift  in
Ulm  war  unter  diesen  Umständen  nicht  erforderlich.

Die  für  den  vorliegenden  Druck  benützte  Abschrift  aus  dem
Stuttgarter  Codex  wurde  von  Herrn  Archivrat  Dr.  Baumann  in
Donaueschingen  im  Jahr  1876  gefertigt  und  mit  höchst  dankenswerter
Liberalität  dem  Herausgeber,  der  übrigens  die  Urschrift  behufs  Eryänzung
  einzelner  Lücken  und  anderweitiger  Feststellungen  verglichen
hat,  zur  Verfüyuny  gestellt.  Baumann  hat  in  dieser  Abschrift  gegenüber
  dem  Original  eine  bedeutende  Vereinfachung  der  Orthographie
eintreten  lassen  nach  denselben  Grundsätzen,  die  er  in  seinen  Quellen
zur  Geschichte  des  Bauernkrieges  in  Oberschwaben  befolgt  und  ebenda
5.  805  gerechtfertigt  hat.  Diese  Vereinfachung  für  die  vorliegende
Ausgabe  beizubehalten,  legte  sich  nicht  bloss  durch  die  geschäftliche
Jücksicht  nahe,  dass  andernfalls  die  yanze  Handschrift  so  gut  wie
neu  hätte  müssen  abgeschrieben  werden,  sondern  noch  mehr  durch
eine  sachliche  Irwägung.  Die  Verdoppelungen  sind  bei  Hoffman  so
wild  und  masslos  angehracht  (2.  B.  christennlichenn,  ordennlichenn,
Fürstenn,  schillt,  manngel,  notturfftigelich,  dartzu),  dass  in  der  That
hier  ein  Einschnitt  gemacht  werden  musste.  So  ist  denn  bei  diesem
einzigen  Stücke  in  vorliegendem  Bande  die  Schreibung  zu  Gunsten
der  Lesbarkeit  gesäubert,  während  überall  sonst  die  ursprüngliche
Orthographie  beibehalten  wurde.

kinen  erheblichen  Teil  des  Hofmanschen  Werkes  hat  Öchsle
a.  a.  0.  8.  3988—  442  verüffentlicht,  doch  manches  davon  nicht  im
Wortlaut,  sondern  in  referierender  Kürzung.