298  Herman  Hoffman

verpranten  und  plunderten  sie  vil  closter,  schlosser  und  heuser,  darvon
  hienach  zum  tayle  mer  anregung  beschicht  etc.

Mitlerweyle  langt  ain  schrift  durch  hern  Eyteln  Senften,  doctor’),
etc.,  so  ime  der  wolgeborn  schenk  Gotfrid,  herr  zu  Limpurg  etc.
seins  rats  darinn  zu  pflegen,  in  gehaime  zugeschickt,  an  ain  erbarn
rate  zu  Halle,  nachvolgends  lauts:

Dem  wolgebornen  herren  Gotfriden,  hern  zu  Limpurg,  erbschenken
  des  Romischen  reichs  und  semperfreyen,  gehort  der  brieve.

[55]  Wolgeborner,  gnediger  herr!  Ewern  gnaden  sey  kont
und  wissent,  nachdem  und  sich  ain  cristenliche  veraynigung  zusammen
  versammelt  zu  Gaylndorf  am  Kochen,  niemant  zu  layde,
sonder  allain  anfängclichs  zu  lobe  Got  dem  allmechtigen  uffzurichten
das  hailig  evangelium  zu  pesserung  dem  armen  und  abzuthon  alle
bose  miszbreuche,  so  wider  das  gotlich  gotswort  und  verderbnus  des
armen  were,  uff  soliche  bruderliche  veraynigung  ist  unser  hauptleut
  und  ains  hellen  haufen  ernstliche  maynung,  ewer  gnaden  wollen
sich  durch  brieve  und  sigel  in  soliche  bruderliche  veraynigung  in’
aydsweyse  mitsampt  eurn  armen  leuten  under  der  burge  verpflichten.
Das  will  der  gemaine  hell  hauf?)  ewern  gnaden  zu  gutem  thon,  angesehen,
  das  ewer  gnade  in  unainigkayt  gegen  den  von  Halle  steen
und  euch  von  inen  kain  beschmache  beschehe.  Wa  ewer  gnade
solichs  thete  und  nach  demihenigen  ewern  gnaden  widerfaren  wolt,
weren  wir  des  gemuts,  ewer  gnaden  zu  retten,  als  stark  und  dweyle
wir  leybe  und  leben  heten.  Ob  aber  euer  gnade  kain  besorgnus
hete,  ist  unser  ernstliche  maynung,  das  ewer  gnade  mitsampt  ewern
armen  leuten,  mitsampt  ewer  gnaden  geschutze,  mitsampt  seinem
zugeliore  unverzogenlich  unserm  hellen  haufen  zuziehen,  das  wir
genzlich  gegen  ewern  gnaden  also  versehen  werden.  Wa  aber  solichs
nit  geschehe,  werden  wir  geursacht,  mit  dem  hellen  haufen  zu  ziehen
und  alles  das  ewer  breys  und  vogelfrey  zu  machen,  das  wir  nit
vermaynent,  das  ewer  gnade  darzu  kommen  soll  lassen.  Bitten  auch,
ewer  gnade  [56]  wollen  uns  schicken  ain  wagen  mit  brot,  ain
wagen  mit  wein,  ain  par  ochsen  zuschicken  wollent,  das  wir  uns
gutigclich  gegen  eurn  gnaden  versehen,  zu  euch  auch  trostent.

Geben  zu  Gaylndorf  an  freytag  nach  der  urstende  Christi
[26.  Mai]  anno  etc.  funfundzwaynzigsten.

Von  gemainen  hauptleuten  und  usschusz  des  obgemelten  hellen
haufen.

i  ')  8.  in  Herolts  Chronik  $.  176  Anm.  3.

%)  Der  gemeine  helle  Haufen,  offizieller  Name  des  Gaildorfer  Haufen;
über  die  übrigen  Namen  8.  Zimmermunn,  Bauernkr.®  II,  180.

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