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Bauernkrieg.  299

Es  prachten  auch  die  von  Tungental  ain  manungsbriewe,  so
inen  von  obgemeltem  Gaylndorfischen  baurenhaufen  zukommen,  der
lautet  also,  wie  nachstet:

Wir  hauptleut  und  gemainer  heller  haufe  empieten  euch  von
Dungental  im  Hellischen  lande,  allen  denen,  die  in  der  ganzen  pfarr
begriffen  sint,  es  seyen  in  den  weylern  und  auf  den  hoven,  allen
den,  die  in  dem  ganzen  hellen  haufen  nit  nachvolgen,  das  dann  dieselbigen
  nochmals  wollen  kommen  und  uns  den  armen  helfen  retten
und  schirmen,  die  gotlichen  gerechtigkayt  hanthaben  nach  ausweysung
  des  hailigen  evangelii.  Wo  aber  ir  solichs  wurden  verachten
und  nit  kommen,  so  werden  wir  euch  leut  schicken  und  inen  ubergeben
  all  ewer  leybe  und  gut  und  des  alles  vogelbreys  machen  und
den  gemelten  brieve  von  ainer  pfarr  in  die  andern  schicken  und
antworten  bey  verlierung  ewer  leybs  und  guts.

Datum  freytags  nach  ostern  [21.  April]  anno  etc.  im  funfundzwainzigsten.
  Von  uns  hauptleuten  und  gemainem  hellen  haufen.

[57]  Als  sich  nun  die  sachen  mit  den  bauren  ie  lenger  ie
beschwerlicher  und  sorglicher,  auch  dermassen  zutrugen,  das  man
kriegsgeubter  und  verstendiger  gesellen  notturftig  und  uft  das  man
mit  solichen  auch  fursehen  wurde,  beschriben  meine  herren,  ain
erbar  rate  zu  Halle,  neben  andern  auch  iren  bestelten  fuszhauptman
Jacoben  Pfenningmullern,  so  sie  darvor  mit  irer  anzale  kriegsvolk
dem  pund  zugeschickt,  sich  uffs  furderlichst  zu  erheben  und  anhaims
zu  reyten,  daran  er  sich  auch  nichts  verhindern  laffen  solt,  inmassen
er  thete.  Als  er  aber  fur  Gemunde  heraus  uff  Gschwendt  Gaylndorf
  zu  geritten,  waren  die  bauren,  so  daselbst  uff  den  welden  verhegt
  und  zu  Gaylndorf  lagen,  an  ine  kommen,  lıeten  ine  gefangen,
zu  glubden  genomen,  mit  inen  zu  ziehen,  wie  sie  ine  dann  auch
gen  Gaylndorf,  Murhart  und  Lorch,  alda  sie,  nemlich  zu  Gaylndorf
und  Murhart,  grossen  schaden  an  wein,  viche,  venstern,  buchern  und
anderım  anrichten  und  Lorch,  das  closter,  auch  das  schloss  Hohenstouffen
  gar  ausbrannten  etc.,  mitnamen,  derhalber  ain  erbarer  rate
zu  Halle  den  bauren  gemelten  hauptmann  wider  ledig  anhaims
kommen  zu  lassen  und,  obe  inen  gelegen,  gutlich  tayding  zwischen
den  Limpurgischen  herren  und  inen,  den  bauren,  furzunemen,  umb
glayt  schriben.

Darauf  gefiele  antwort,  wie  nachstet:

Von  uns  hauptleuten  und  gemainem  ausschusz  des  hellen  haufen
ietz  zu  Gaylndorf.