300  Herman  Hoffman

An  ain  rate  zu  Halle  und.  ain  ganze  burgerschaft.

Ir  herren  zu  Halle  und  ain  ganzer  rate!  Uff  ewer  verschreiben
zu  uns  auch  unsren  mitbrudern  des  hellen  haufen  zu  Gaylndorf  der
zeit  und  malstat')  gelegen  gethon,  uff  solichs  ewer  verschreiben  wir
bruder  veraint,  nachdem  ir  unsere  mit-  und  ietzverwante  ligent  im
unserm  hellen  haufen  bruder  ain  schentlichen  mutwillen  erzaigt,  das
dann  wir  uns  gar  nit  zu  euch  versehen,  sonder  als  guts  angesehen,
das  ir  die  vast  ersten  gewest,  das  heilig  evangelium  angenommen
und  uffzurichten,  aber  an  euch  nit  erfunden,  darumb  wir  ietz  zumale
nit  anders  gemuts,  dann  mit  der  masz,  da  ir  uns  gemeflen  habent,
deszgleichen  zu  uns  versehen.

Datum  am  tag  Georgii  [24.  April]  anno  etc.  funfundzwainzigsten.

Nach  disem  schriben  sie,  die  bauren,  noch  ain  missiflin  an  ain
erbarn  rate  zu  Halle  der  von  Camberg  halb  nachvolgends  inhalts:

Von  uns  hauptleuten  und  ainem  gemainen  hellen  haufen.

An  die  fursichtigen,  ersanıen,  weysen  rate  zu  Schwäbischen
Halle  gehort  der  brieve.

Fursichtigen,  ersamen,  weysen  herren!  Wir  hauptleut  und  die
gemain  evangelisch  bruderlich  versamblung  bitten  euch,  das  ir  deren
von  Camberg  gut  und  hab,  so  sie  zu  euch  geflehelt,  heraus  gebent,
dieweyle  sie  wider  und  gegen  dem  hailigen  evangelio,  auch  uns
bruder  streben.  Das  wollen  wir  uns  gegen  euch  versehen  und  getrosten,
  auch  anderer  unserer  veinde,  so  darwider  streben.

[59]  Datum  am  montag  nach  quasimodogeniti  [24.  April]
anno  etc,  funfundzwaynzigsten.

Nun  volgt,  wie  die  uffrurischen  bauren  in  disen  emporungen
paspurten  geben  haben.

Ich  Jorg  Metzler  von  Ballenberg,  obrister  velthauptmann,  Hanns
Reuter  von  Biringen,  schulthaisz,  und  andere  verordnete  hauptleut
des  versammelten  hellen  liechten  baufens?)  ietzo  am  Neckertal  bey
ainander  ligende,  urkunden  menigclichem  mit  disem  brieve  und  sonderlichen
  allen  andern  unsern  mitheufen.  Nachdem  die  erbarn  und
hochgelerten  herren  Johann  Mangolt°),  kayserlichs  cammergerichts

1)  Malstatt,  eig.  Gerichtsstälte,  dann  überhaupt  Versammlungsstäite.

?)  Name  des  Odenwälder  und  Neckarthäler  Haufens.

®)  Johann  Mangolt  war  zuerst  in  der  pfalzgräflichen  Kanzlei  zu  Heidelberg
  Kanzler,  dann  von  1509  an  Stadischreiber  in  Hall.  Nachdem  er  „mit

10

15

20