304  Herman  Hoffman

Zum  andern  beten  sie,  die  gesanten,  [64]  von  ains  erbarn  rats
zu  Halle  und  der  gemaynde  wegen,  nachdem  ire  verwandten  uff  dem
lande  zu  inen,  dem  haufen,  zu  ziehen  uffigemant,  sie  widerumb  anhaymisch
  zu  irn  gutern,  weybe  und  kinder  kommen  zu  lassen,  dieweyle
  sie  doch,  als  ain  rate  sich  genzlich  versehe,  kain  clage  heten.
Und  obe  sie  ainicherlay  mangel  heten,  gegen  wem  das  sein  mochte,
were  inen  doch  vorhin  hinausgesteckt  und  zugesagt,  sie  nit  allain
bey  pillichait  pleyben  zu  lassen,  sonder  auch,  wie  es  die  haufen  erlangten
  oder  sunst  umb  uns  gepraucht  wurde,  sie,  ja  ehe  mere  dann
andere,  gnedigclich  zu  halten,  des  willens  und  erpietens  man  noch
were  und  ‚halten  wolt,  mit  begere,  wie  obstät,  inen  gutlich  anhaimisch
zu  erlauben,  dann  ain  erbarer  rate  ie  des  gemuts,  wo  ainer  beschwerdt
  und  fur  rate  kommen  were,  das  er  guten  beschaide  funden,
auch  in  allen  noten,  kriegs-  und  teuren  zeiten  trewlich  zu  inen  gesetzt,
  ob  inen  gehalten,  als  sie  selbst  nit  anderst  sagen  konnten  und
noch  zu  thon  urputig.

Zum  dritten,  dieweile  der  von  Halle  hauptmann  ungeverlicher
weyse  und  [65]  uff  gut  vertrauen,  niemants  zu  schaden,  gen  Gaylndorf
  kommen,  sich  kains  argen  gegen  inen  versehen,  desgleichen
gemaine  stat  Halle  auch  nichts  ungutz  mit  inen  zu  schicken,  ist  der
von  Halle  ünd  ganzer  burgerschaft  freuntlich  bit,  inen  zu  gefallen
gemelten  hauptmann  gutwillig  widerumb  ledig  zu  zelen  und  haimzuschicken.
  Das  will  ain  erbarer  rate  und  gemaynde  iederzeit  umb
sie  sampt  und  sonder  zu  verdienen  willig  sein.

Zum  vierten  uff  der  hauptleut  und  hellen  haufens  schreyben,
das  evangelium  und  die  armen  betrangten  zu  haben  etc.,  sey  ain
erbarer  rate  und  gemaynde  solichs  fur  sich  selbst  alles  muglichs
vleisz  genaigt,  darumb  auch  sie,  die  gesanten,  abgevertigt  zu  horen,
in  was  masz  und  gestalt  dasselb  zu  beschehen,  darzu  die  zwolf  artickel
  zu  vernemen  und  an  ain  erbarn  rate  und  gemaynde  gelangen  zu
lassen,  sich  darinn  zu  ersehen  ungezweyfelt,  man  wurde  sich  aller  gebure,
was  gotlich  und  immer  mit  eren  leydlich  were,  unverweyslich  halten.

Zu  beschluss  zu  ernewern,  obe  der  gemain  hell  haufe  oder  etliche
insonder,  gegen  wem  das  were,  in  fare  steen  solten,  gegen  [66]  bunde
oder  andern  oder  sunst  ichts  lieber  mit  gute,  dann  mit  schweren
nachraysen  zu  erlangen  begerten,  erböten  sich  die  von  Halle  der  ort
und  ende  zu  handeln,  wes  inen  zimlich,  den  hauptleuten  und  iren
zugewanten  nutze  und  gut,  zu  hanthabung  evangelischer  warhait,
irer  leybe  und  guter  dienlich,  damit  sie  alle  zu  rue  und  anhaimisch
kommen  mochten.

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