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Bauernkrieg.  319

bauren,  was  nit  erstochen,  entliefen  in  die  stat,  legerten  sich  darnach
  die  reuter  mit  dem  fuszvolke  fur  die  stat  hinder  ain  hoben
brachacker,  daselbst  theten  sie  etlich  schusz  in  die  stat  und  thorbeuser,
  und  die  aus  der  stat  etwa  vil  schusz  heraus  zu  inen,  dergleich
  ich  mit  denen  uffm  schlosz  auch  schusz  zu  inen,  konnten
inen  aber  kain  schaden  thon.  Nun  wiszten  weder  statvogt,  noch

ieh,  was  es  fur  leut,  sahen  aber,  das  sie  von  dem  brachacker  beruff

dem  schlosz  zu  zogen  der  maynung,  das  schlosz  zu  erobern,  beten
sin  fein,  clain  veldgeschutz  bey  inen,  war,  als  ich  vom  hauptman
gehort,  ir  maynung  gewest,  das  schlosz  zu  erobern  und  dann  die
stat  und  lande  hart  su  schlayfen,  prennen  und  strafen,  aber  dem
schlosz  nichtz  zu  thon.  .  Als  meins  gnedigen  herrn  statvogt  solichs
geware  und  ain  fenlin  under  dem  haufen  plöe  und  weysz  sahe,
auch  horte,  das  herr  Rainhart  von  Neuneck  hauptman,  der  sein
[92]  schwager  ist,  da  ware,  begert  er  an  inen  ain  gespreche,  rytte
zu  inen  hinaus  ins.  velde',  vername  sein  maynung,  wie  er  von
wegen  pfalnzgrave  Ludwigs  churfursten,  herzog  Otthainrichs,  berzog
  Friderichse,  herzog  Philipsen,  aller  pfalzgraven,  und  sonder
meins  gnedigen  hern,  herzog  Hainrichs,  bischofs  von  Utricht,  und
der  stende  punds  da  were,  noch  mer  reuter  und  fuszvolks  gewertig,
wolt  schlosz  und  stat  allen  obgemelten  fursten  wider  einnemen  und
haben  oder  die  stat  und  das  lande  inn  boden  verderben.  Also
nach  langer  underhandlung  meins  gnedigen  herren  statvogt  ergabe
sich  doch  die  stat  uff  zusagen  des  hauptmanns,  inen  weder  an
leybe  noch  leben  nichts  zuzefugen.  Dweil.  nun  der  statvogt  und
die  stat  sich  ergeben  heten,  meine  herren  da  waren,  konnt  ich  inen
das  schlosz  auch  nit  vorbalten,  dann  mich  daucht  ie  nit,  das  ich
bauren  zu  herren  leyden  mochte.  Also  morgens  prantschatzt  man
alle  dorfer  und  weyler,  weliche  sich  in  gnade  ergaben,  weliche
sich  aber  nit  prantschatzen  wolten  und  noch  nit  wollen,  ist  der
heveliche  des  hauptmanns,  dieselben  zu  verprennen  und  strafen,
musten  mitwochs  vergangen  alle  burger,  jung  und  alt,  ainen  newen
und  sondern  burgerayde  in  der  obgemelten  vier  fursten,  des  punds,
auch  sonder  meins  gnedigen  herren  von  Utricht  bande  schweren,
und  darbey  gab  inuen  der  hauptmann  in  solichen  ayde,  das  sie
steure,  wache,  umgelt,  zoll,  rent,  zins  [93],  gult  und  was  sie  meim
gnedigen  herren  schuldig  und  vor  alter  gethon  heten,  noch  thon,
sich  nymmermer  zusammen  rotten,  empören,  noch  zu  den  bauren
verpflichten  oder  wider  den  bunde,  die  obgemelten  fursten,  noch
mein  gnedigen  herren  thon  solten,  thete  auch  alle  zunften  und