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Bauernkrieg.  398

Gaben  die  hauptleut  den  rate,  das  man  zwen  offener  flicgender
  und  zwen  zugewickelter  fetzen  hete  und  mitneme,  wo  not,
fliegen  zu  lassen,  als  obe  inen  erst  mer  knechte  zukommen  weren
den  bauren  zu  entsetzung.

Item  als  nun  der  haufe  zusammen  und  mit  ainer  notschlangen
und  vier  [99]  valkenetlin  sampt  zwayen  buchsen,  so  mit  Awlen
herabe  giengen,  ins  velde  kamen,  liessen  sich  die  frembden  hauptleut
  horen,  das  mit  solicher  rustung  die  bauren  anzugreyfen,  ob  ir
schon  zehentausent  weren.

Nun  heten  die  bauren  ire  sachen  auch  in  achte  und  ir  kuntschaft,
  als  man  sagt,  vor  den  thoren,  und  sonderlich  uff  dem  Ainkorn,
  ob  Camberg  ligende,  giengen  fewer  auf  und  hort  man  etlich
warnschuss,  ain  nach  dem  andern,  also,  das  fewer  und  geschutze
ains  dem  andern  die  hande  bote.  Zoge  man  fort  und  verrer  bis
gen  Thann.  Als  nun  der  zeuge  von  Hall  auszogen  fur  Than
komen,  waren  die  bauren  all  heraus,  abermals  zerstrewt  und  verloffen,
  und  wolten  die  hauptleut  nit  raten,  Thann  zu  plundern,  noch
die  knechbt  da  essen  zu  lassen,  dann  so  sie  binein  kemen,  wurden
sie  rotten!),  wein  schenken,  maynten  ainander  hawen,  stechen  und
unaynig  darob  werden,  dann  es  manicherlay  sect  und  gesammelt
volk  von  stetten  und  sunst  under  ainander,  one  unglucke  nit  heraus
zu  pringen  were,

Und  zog  man  uff  solichs  wider  herein  gein  Halle,  doch  one
ordnung,  dann  etliche  one  geessen  und  truuken  so  weyt  bey  nacht
und  haissem  tage  wider  berein  nit  gevolgen  oder  naher  kommen
mochten,  triben  auch  etliche  vil  und  manicherlay  reden,  das  man
das  volke  underwegen  nit  gespeyst  oder  zum  wenigsten  wein  [100]
und  brot  geschickt  hete,  als  dann  ain  erbar  rate  gern  getlion,  aber
es  warde  von  den  frembden  hauptleuten  widerraten  etc.  Underwegen
  am  hereinzieben  von  Thann  fure  von  ungeschichten  ainer,
genannt  Semelbans,  ain  furmann  von  Newenstain?),  so  zu  Weinsperg
  underm  graven  von  Helfenstain  in  gefängnus  gelegen,  der
ware  ausgestigen  und  het  die  bauren,  als  sie  im  furziehen  uff  Neckersulm
  gewesen,  wendig  gemacht  und  sovil  anzaigung  gethon,  das
dag  schloss  nit  verschen,  wol  abzulouffen,  dann  niemant  darinnen,
sonder  in  der  stat  weren,  damit  er  die  bauren  bewegt,  fur  Weinsperg
  zu  ziehen,  schloss  und  stat  einzunemen,  als  danu  beschahe;

1)  Sich  zusammenroltlieren.
)  Über  ihn  s.  Herolts  Chronik  S.  214.