334  Herman  Hoffman

keit  erpoten  haben,  das  alles  umb  ewer  weyshait,  vermogens  ungespart,
  mit  ganzem,  genaigtem  willen  fruntlichen  zu  verdienen
und  zu  gut  nit  zu  vergessen.  Und  als  ewer  weyshait  denselhen
unsern  dienern  (wie  wir  uns  insonder  nit  clain  bedanken)  drewhundert
  gulden  gelyhen  und  furgesetzt  haben,  biten  wir  ewer  lieb
init  vleisz  freuntlich  uns  furderlichen  zu  verstendigen,  ob  wir  ir
dieselben  wider  gen  Halle  schaffen  oder  iemanden  von  iren  wegen
bey  uns  erlegen;  soll  irs  [119]  gefallens  unverlengt  beschehen  und
von  uns  darzu,  wie  gehort,  vergleicht  werden.
Datum,  ut  in  literis.

Gilg  Halberg  zu  Wurzburg  schreibt  seinem  vater  Hainprich
Halbergen')  zu  Halle:

Lieber  vater!  Nachdem  du  mir  embeutst,  ich  soll  dir  schreiben,
wie  die  sach  steen  zu  Wurzburg,  sag  ich  dir,  das  sie  seit  ostern
[16.  April]  vast  ubel  ist  gestanden,  dann  es  fienge  sich  zu  ostern
an,  das  die  gemaynde  unainig  warde,  ainstails  wolten  bey  den
herren  pleiben.  Also  wolten  die  thumbherren  nit  in  der  stat  pleiben
und  giengen  aufs  schlosz,  als  die  bauren  kamen;  ire  hauptleut
pralten  hoch,  wie  das  sie  auf  dreyen  haufen  mer  dann  sibenzig
tausent  mann  heten,  und  war  kam  halb  ware,  und  also  erschreckten
sie  ain  rate  und  gemaynde,  das  sie  zu  inen  globten,  und  was  ich
zu  mein  burgern  sagte,  die  von  Halle  haben  sich  ir  erwert,  und
wie  sie  so  fluchtig  leut  weren,  so  wolt  mirs  niemant  glauben,  bis

das  sie  eg  haben  gesehen,  Sie  haben  uns  auch  nit  gehalten,  was  |

sie  uns  zu  haben  gesagt.  Sie  sagten,  das  schlosz  wollten  sie  gewynnen
  one  alle  unser  hilf  und  wolten  uns  in  unser  stat  unbekommert
  lassen,  allain  man  solt  inen  wein  und  brot  hinaus  umbs
gelt  geben,  der  haben  sie  kains  gehalten.  Mein  gnediger  herr
hat  sich  also  erbarlich  und  redlich  erpoten  vor  der  zeit,  er  wolle
alle  beschwernus  ablegen  und  closter  und  [120]  stift  abthon,  und
es  hat  nit  wollen  sein.  Nun  ist  mein  herr  kommen  mit  vier  fursten,
da  hat  man  grosz  angst  und  not  gehabt,  das  man  uns  zu  gnaden
und  ungnaden  hat  aufgenommen.  Etlichen  hat  man  die  kopf  abgeschlagen
  und  darnach  zehen  guldin  von  etlichen,  so  unschuldig
sein  sollen,  genommen  und  von  allererst  alle  wer,  die  ain  man  hat,
und  den  harnasch,  das  alles  auf  das  schlosz  gefurt  und  meim  gneu

  ne  an  en

1)  Heinrich  Ialberg  ist  ohne  Zweifel  derselbe  mit  dem  von  Hoffmann
am  Anfang  seiner  Darstellung  (oben  S,  276)  unler  den  Kaisherren  aufgeführten.
In  w.lcher  Stellung  sein  Sohn  zu  Würzburg  war,  lässt  sich  nicht  ermitteln.

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PA)

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