340  Herman  Hoffman

In  solichem  ist  von  noten  vor  allem  zu  bedenken,  das  die
geordneten  oder  die,  so  zu  inen  genommen  werden,  den  thätern
und  ihenigen,  so  man  fahen  oder  uffheben  solle,  nit  gefreundt
seien  etc.

Item  es  war  auch  ungemutsam,  sovil  gefangner  uff  ain  male
in  gefängnus  zu  behalten  und  uber  sie  zu  fragen  zu  gien,  gebare
vil  unmusz  tage  und  nacht,  bis  man  ir  ieden  gefragt,  von  ainander
in  gefängnus  zu  söndern  und  von  aim  thurn  in  andern  zu  furen
und  abzuwechseln,  darumb  von  noten  und  [130]  gut  sein  mochte,
in  dergleichen  sachen  zuvor  notturftige  fursehung  zu  thon,

Wolfgang  Öffner  !),  licentiat,  marggrävischer  canzler,  schreibt
seinem  vetter  Hainrich  Schulthaiffen?)  zu  Halle.

Mein  freuntlich  dienst  zuvor.  Lieber  vetter!  Dein  und  deiner
hausfrawen  gesunthait  hor  ich  gern,  und  wiss  dergleichen  von  mir
und  meiner  hausfrauen  auch.  Newe  zeytigung  waisz  ich  anders
nit,  dann  das  der  punde  zu  Schwaben  und  mein  gnediger  herr,
marggrave  Caszmir  uff  Bamberg  zu  ziehen,  und  sein  zu  Wurzburg
mit  dem  schwert  gericht  worden  ob  dreuhundert  mann,  ausgenommen,
was  hernach  im  abzuge  weyter  geschehen  ist.  So  hat  ir  mein
gnediger  herr  achtundfunfzig  plenden  lassen  zu  Kitzingen,  und  gein
sunst  funf  kopft  worden,  so  fahet  man  all  tag  mer,  Was  sunst
der  schlacht  halben  geschehen  ist  zwischen  Awhausen  °)  und  Haydenhaim,
  da  alwegen  mer  dann  zehen  bauren  an  ain  marggrävischen
gwest,  hast  on  zweyvel  von  andern  wol  vernommen,  Got  hat  es  mit
uns  gehabt,  wer  sunst  nit  muglich.  Darbey  will  ich  dir  nit  verhalten,
  das  die  stat  Rotemburg  verderbt  und  uber  ir  vermugen  geschatzt
  ist,  und  geet  allain  an  den  unschuldigen  aus,  als  an  mir
und  unser  freuntschaft,  so  uff  dem  lande  zu  verliern  haben,  und
ob  gleich  ain  burger  oder  baur  ganz  unschuldig  ist,  so  musz  er
doch  die  prant[131]schatzung  dem  punde  geben.  Es  sein  mir  auch
schon  etlich  bauren  verprennt  worden,  der  kainer  zu  den  bauren
in  dise  aufrur  nie  kommen.  So  ist  mein  stiefsone  Joachim  auch

1)  Wolfgang  Öfner,  Kanzler  zu  Ansbach,  geriet  spüter,  1528,  in  Feindschaft
  mit  den  Rothenburgern,  die  ihn  eine  Weile  gefangen  hielten.  Infolge
davon  wurde  er  1558  in  Eltershofen  hinterlistigerweise  überfallen,  nach  Hall
geführt  und  enthauptet.  Das  Nühere  s.  Städtische  grüne  Chronik  S.  392  und
578,  über  seine  Thätiykeit  im  Bauernkriege  s.  Baumann,  Quellen,  Rothenburg,
Keyister.

2)  Schulthaiss  ist  Eigenname.

2)  Aufhausen  bei  Heidenheim.

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