10

15

20

25

30

Bauernkrieg.  341

ser  verprennt,  und  in  summa  wir  von  der  erbarkait  zu  Rotemburg
sein  von  der  gemain  wegen  all  verderbt,  kan  nit  gedenken,  wie
ich  meins  schadens  an  den  schuldigen  einkomme,  dann  sie  haben
nichts  etc.  Nit  mer,  dann  ich  und  mein  hausfraw  laffen  dich  und
dein  hausfrawen  freuntlich  grussen.

Datum  Onalzbach  am  sonntag  nach  corporis  Christi  [18.  Juni)
anno  etc.  im  funfundzwaynstigsten.

Uff  dinstag  nach  corporis  Christi  [20.  Juni]  im  funfundzwaynzigsten
  jare  ist  durch  Hohenlohisch,  Limpurgisch  und  Hellisch  geschickten,
  als  sie  der  uffrurigen  versamblung  der  bauerschaft  halb
underrede  gehalten,  fur  gut  bedacht,  das  die  vorgenannten  tayle
all  und  ieder  insonderhait  ain  vleissig  getrew  uffschen  liessen  haben,
das  dergleichen  uffrurn  verhut,  und  wo  ainich  uffrur  erkundigt,  in
wes  oberkait  sich  die  zutragen  wurde,  so  solt  ieder  tayle  durch
sich  oder  sein  amptleut  und  uflseber  dem  andern  solichs  bey  tag
und  nacht  schriftlich  oder  muntlich  zu  wissen  tbon,  und  wo  ain
tayle  sein  aufrurige  zu  stillen  zu  schwach  were,  solten  uff  ersuchung
die  andern  tayle  die  uffrur  mit  allem  vleisz  helfen  stillen,  zuzichen
und  ieder  thon,  ob  es  sein  selbs  aigen  sach  wer  etc.

Verner  sollen  von  allen  underthanen  ainer  ieden  oberkayt
alle  grosz  und  clain  [132]  geschutze,  puchsen,  pulver,  armbruster,
barnasch,  wurfbeyhel,  lang  spies,  helnparten  und  all  trommen  genomen
  werden,  und  sollen  allen  underthanen  dergleichen  wer  bey
leibstrafen  biemit  verpoten  sein,  derselbigen  kaine  mere  zu  kaufen,  zu
haben  oder  zu  gebrauchen  one  seiner  oberkait  vergunst  und  erlaubung.

Lange  messer  und  schweinspies  will  man  inen  lassen  diser  zeit
bis  auf  weytern  beschaide,

Und  dieweyle  das  hoch  laster  der  gotzlesterung  allentbalben
im  volke  eingewurzelt,  so  solle  iede  der  vermelten  oberkait  bey
ainer  nemlicben  pen  die  gotzlesterung  verpieten  und  die  ubertreter
ernstlich  strafen  lassen.

Die  kirchweyhung  sollen  abgethon  und  hiemit  bey  strafe  verpoten
  sein,  deszgleichen  sollen  den  hochzeiten  ain  ordnung  gemacht
werden.

Alles  zutrinken  soll  bey  strafe  leibs  und  gutz  gebuszt  werden
und  hiemit  verpoten  sein.

Ain  iede  oberkait  soll  selbs  ain  ordnung  der  zeche  in  wirtsheusern
  und  des  langen  weintrinkens  nechtlicher  weil  halber
machen,  damit  nach  icdes  gelegenhait  einsehung  gehabt  werde.