346  Herman  Hoffwan

Fierlern,  vogt  zu  Tbannenburg,  so  der  baurn,  zu  Gaylndorf  versammelt,
  oberste  und  des  rats  gwest,  zu  trachten  und  vängelich
einzupringen  ernstlich  bevolben;  und  wiewol  man  mit  kuntschaft
und  in  ander  wege  nach  inen  beden  stelte,  mocht  man  sie  doch
nie  betreten,  anderst  dann  das  ınan  den  pfarher  von  Thann  zu  Nordlingen,
  dannenhere  er  purtig,  verkuutschaft  und  zu  gefängnus  niderwarfe.
  Aber  die  von  Nordlingen  wolten  der  peinlichen  frage  gegen
ime  vit  gestatten,  und  hiengen  sie  von  Nordlingen  und  des  pfarrers
freuntschaft  dem  punde  mit  furschriften,  bitt  und  anderm  an,  verlengten
  und  verzugen  die  sach  dermassen,  das  er  zuletst  one  entgelt,
  anderst  dann  was  er  mit  dem  thurn  gestraft,  wider  ausge-  [145]
lassen.  Aber  der  vogt  warde  nie  zu  gevängnus  eingebracht,  sonder
nach  etlicher  zeit  auf  furschriften  und  bit  pfalnzgrave  Ludwigs,
churfursten  etc.,  auch  pfalnzgrave  Hainrichs,  probsts  und  herren  zu
Elwangen  etc.,  des  diener  er  ware,  und  anderer  von  den  von  Halle
wider  aus  sorgen  gelassen  etc.

item  als  die  sachen  uffrurischer  baurschaften  etwas  gestilt,  ir
vil  und  merklich  anzale  erstochen,  erschlagen,  erschossen,  erwurgt
und  umbpracht,  warden  schatzungen  auf  die  herdstatten  durchaus
in  furstentumben  und  andern  orten  geschlagen,  in  solichen  den  von
Halle  auch  von  den  stenden  punds  bevolhen,  die  underthanen  hinder
inen  selbs,  auch  under  der  graveschaft  Hohenlohe,  der  herschaft
Limpurg  und  Gaylndorf,  den  erbarn  dreyen  steten  und  andern  iren  nachbauren
  vom  adel  gesessen  zu  prantschatzen  laut  nachvolgends  inhalts:

Wir  Romischer  kayserlicher  und  Hispanischer  konigelicher  mayestat,
  churfursten,  fursten  und  ander  stende  des  punds  zu  Schwaben
botschaften,  hauptleut  und  räte  ietz  zu  Ulme  versanımelt,  fugen  dir,
amman,  vierer,  gericht  und  ganzer  gemainde  zu  N.  zu  wissen,  wiewol
  ir  umb  ewer  merklich,  unerhorlich,  widerpillich  furnemen,  das
zu  erstorung  des  hailigen  Romischen  reichs  und  aller  erbarkayt  nit
clain,  sonder  hochlich  gedient  hat,  [146]  an  ewern  leiben  und  leben
andern  zu  exempel  und  ebempilde  pillich  zu  strafen  gewest,  dweyle
wir  aber  zur  scherpf  ie  nit  genaigt  sein,  so  haben  wir  den  ersamen
und  weysen,  unsern  lieben,  besondern  und  guten  freunden,  burgermaister
  und  rate  der  stat  Schwäbischen  Halle  bevelich  gethan,  das
sie  euch  alle  umb  solich  mutwillige,  frevenliche,  ungehorsame  und
ieden  insonder  seinem  vermogen  und  irem  gutbedunken  nach  mit
strafe  ansehen  und  puessen.  Demnach  so  wolle  ain  ieder  dieselbe
sein  strafe,  so  ime  von  den  genannten  von  Halle  aufgelegt,  inen
oder  wen  sie  euch  deshalben  anzaigen,  an  unser  stat  unverzogen-10



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