350  Herman  Hoffman

sein  grosse  gute.  Ich  bitt  auch,  so  ich  erkenn  mein  ubermessig
handlung,  ewer  weyshait  wollen  mir  vergeben  ete.  Aber  in  andern
sachen  in  der  stat  und  uff  dem  lande  waiss  ich  mich  vor  Gott  und
der  welt  frey  und  wol  zu  verantwurten  etc.  und  bitt,  ewer  erbar
weishait  wollen  ansehen,  das  ich  vor  der  zeyt  mit  euch  gleyche
burde  angstlicher,  sorgklicher  gefarligkait  getragen  und  gemainem
nutz  nach  hochstem  vermögen  gedient,  in  ansehen  meiner  kynder
und  schwangern  hausfrawen,  die  euch  bewegen  söllen,  umb  Gottes
willen  den  pillichen  zorn  zu  legen,  in  ansehung  des  almechtigen,
ewigen  Gottes,  der  kainen  sunder,  der  sich  bekert,  verwirft,  der
euch,  wie  ewer  weyslhait  beten,  vergeben  wolle,  als  ir  mir  vergebent,
  vergebent  mir  all  mein  handlung,  der  ich  mich  aus  unwillenhait
  guter  mainung  begeben  hab,  lassent  abe  ewern  pillichen
zorn  und  setzend  cwer  weishait  fur  augen  mich,  ewern  mitburger,
der  sein  hand  zu  euch  hebt  uud  bekennt  sich,  und  ist  im  layde.,
Wer  hat  [153]  sich  nie  vergellen,  und  welcher  ist  nicht,  der  täglichs
  grosser  oder  dergleichs  unrats  gewertig  sein  musz?  Dann  wir
ye  nit  wissen,  was  uns  uber  nacht  zu  handen  geen  wurt  etc,
Welicher  ist  nicht,  der  nach  begangner  that,  wann  es  ubel  hinausgeet,
  allererst  sein  handlung  bekenne?  Solichs  bilt  ich  umb  Gots
willen  und  umb  des  letzten  gerichtz  willen,  wollte  fur  augen  nemmen
sampt  den  geverlichen  zeyten  und  nicht  so  greulich  mit  mir,  ewerm
armen  mitburgern,  faren,  sonder  guad  [636]  und  barmherzigkait
in  allen  dingen  etc.,  als  uns  Gott  furgehalten  und  gelernt  hat,  [erzaigen].
  Seyt  barmherzig,  so  wurt  euch  Got,  mein  himmelischer
vatter,  auch  barmberzig  sein  etc.  Ich  will  gern  die  strafe  tragen,
die  mir  im  casten  und  keller  beschehen  ist,  will  auch  willig  genugsam
  verschreybung  thon  ainem  erbarn  rate  und  ganzer  gemain,  auch
etlich  tage,  wa  mich  ewer  weishait  leybs  und  lebens  sichert,  in
ain  burgerliche  strafe,  mein  sunde  zu  bekennen,  begeben  zu  strafen,
damit  menigklich  sehe,  das  mir  das  alles  layd  seye,  das  mich  rewe
mein  that.  Gott  wolle  euch  nu  in  ewer  herz  geben,  das  mich  ewer
weishait  auffnement  als  ainen  armen  und  mir  vergebent,  wie  auch
euch  der  herr  am  jüngsten  tag  vergeben  wurt.  Ich  bitte  euch  uff
das  allerhöchst  und  fleyssigst  umb  [154]  Gottes  willen  und  unsers
herren  Jhesu  Christi,  umb  des  hailigen  gaists  willen  und  umb  meiner
dienst,  weibe,  kind  willen,  umb  diser  geverlicher  zeyten  willen,  umb
mein  elend  und  armut  und  umb  des  bekennens  willen,  das  ich
von  herzen  tun  fur  ewer  weishait,  meine  herren  und  mitburgern,  wöllt
mich  fur  ainem  löblichen  pund,  meinen  gnedigsten,  gnedigen,  wirdigen

10

15

20