352  Herman  Hoffman  —  Bauernkrieg.

denken  uberwynden  und  sich  ires  schadens  wider  erholen  mochten.
Des  warde  zuletst  durch  das  kayserlich  regiment  und  cammergericht,
  damals  zu  Speyer,  vertragen  und  dermassen  hingelegt,  das,
wem  geschehen  were,  dem  solt  geschehen,  und  sie  bed  tayle  damit
also  verricht  [ein.

Als  man  aber  nach  disem  allem,  wie  zum  taile  hieoben
gehort,  den  bauren,  so  gar  nahen  in  ganzem  Europa  teutscher  nation
und  furnemlich  in  Schwaben,  Franken,  Thuringen,  Sachsen,  Elsass,
dem  bistumb  Salzburg,  cetlichermass  am  Reinstrom,  Bayern  und
andern  vil  orten  uffrurig  und  wider  ire  ordentliche  oberkaiten  wegig
gwest,  mit  beystande  Gottes  in  vilen  schlachbten,  scharmutzeln  und
sturmen  allenthalben  obsiget,  und  iren  (wie  damals  von  menigelichem
geacht  und  angeschlagen,  auch  gutlich  zu  glauben  was)  ob  den
bundertmaltausent  erschlagen,  erwurgt  und  hingericht,  zu  dem,  das
sie  auch  an  vilen  orten  hertigelich  uff  den  boden  verprennt,  geschatzt,
  geplundert  und  inen  das  ir  ge[157|jnomen,  verbert  und
verderbt,  warden  sich  die  sachen  doch  auch  nit  mit  clainem,
sonder  merklichem  aller  pundstende  und  anderer  oberkait  einpuss,
  verlust  und  sondern  nachtailigem  erlittem  schaden,  grosser
mue  und  arbait  etwas  zu  pesserung  und  friden  schicken  also  und
der  gestalt,  das  in  etlicher  zeit  hernach  uff  aim  gehalten  reichstage
  zu  Speyer  die  uberigen  bauren,  so  durch  soliche  uffruren  irer
eren  und  pflichten  vergeflen  und  damit  alle  ire  leybe  und  leben
verwirkt  heten,  durch  gemaine  reichsstende  irer  eren  und  das  sie
gericht  und  andere  ämpter  wider  besitzen,  urtaylen  und  recht
sprechen  mochten,  restituirt,  eingesetzt  und  sunst  ain  ordnung,
welicher  gestalt  bede,  die  oberkait  und  undertbanen,  das  recht  solicher
uffruren  und  derwegen  erlitner  scheden  und  andershalber  dem  anhengig
  gegen  ainander  suchen  und  geprauchen  solten,  geben  und
zufridengestelt  warde.  Got  der  herr,  unser  aller  schopfer  und
erloser,  wolle  uns  also  in  stetem,  langem  gluckseligem  friden  erhalten,
  vor  weytern  ufiruren  und  andern  ubeln,  auch  sonderlich
das  die  bauren  unordenlicher  weyse  nymmer  zu  herren  werden,
gnedigelich  behuten.  Des  und  umb  vergebung  unserer  sunden  und
missethaten  bitten  wir  dich,  herr  Jhesu  Christ,  der  da  mit  dem
vater  und  dem  hailigen  gaist  lebest  und  herschest  Got  in  ewige  der
ewigkait,  amen,

Damit  seye  Got  der  herr  gelobt!

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