362  Wolfgang  Kirschenesser

hab  alwegen  mit  ime  gegessen  unnd  nit  mit  den  andern  hauptleuten
essen  wollen,

Und  gesagt,  das  ime  weiters  nit  wissend,  bitt  nochmaln  uffs
hochst,  die  sach  eigentlich  zu  erfaren.

Darnach  uff  sambsztage  in  vigilia  pentecostes!)  seien

Herman  Buschler  und  Hainrich  Schultheis  wider  uber

den  gemelten  gefangen  geschickt  worden,  derist  abermals
  mit  reden  hbefftig  angehalten.

Sagt,  als  man  zu  Lorch  gewest  und  hinwege  wollen  ziehen,
hab  man  umbschlagen  und  bey  leib  und  gut  verpieten  lassen,  das
kainer  das  closter  annbrenne,  In  dem  wer  Jorg  von  Bebingen
und  das  geschutz  noch  darinnen  gewest,  unnd  sunst  iren  sechs  man.
Het  Jorg  von  Bebingen  gesagt,  sie  solten  herab  zu  der  gemeind
gien  und  luegen,  das  sie  das  closter  nit  anprendten;  het  einer  under
denselben  sechsen  gesagt,  er,  Jorg  von  Bebingen,  solt  sich  hinausmachen,
  oder  sie  wolten  ine  erstechen  unnd  das  closter  must  verprennd
  werden.  Mitlerzeit  hett  das  bawhaus  angefanngen  unnd
pronnen,  het  Jorg  von  Bebingen  etlich  gesellen  genomen  und  das
geschutz  mit  den  leuten  heraus  ziehen  mussen,  und  wer  eylends
der  kirchen  zugeloffen,  das  sacrament  und  heilthumb?)  genomen  und
hinab  in  das  dorff  getragen,  dan  es  under  dem  hauffen  ain  gros
murmeln  gewest,  das  man  es  verprenndt.  Solchs  hett  Jorg  von
Bebingen  dem  hauffen  nachvolgennds  dermassen  angezaigt  unnd
furgebalten.

Item  er  moge  wol  den  brief  schennckh  Jorgen  und  schenckh
Wilhalmen?)  geschriben  [haben],  die  rethe  haben  ime  denselben
also  angeben,  sei  Binderhans  ir  hauptman  unnd  seins  bedunckens
Leonhart  Hainer  und  Cristan  bede  auch  darbey  gewest.

Unund  als  man  ain  gemeinde  zu  Lorch  gehalten,  het  Jorg  von
Bebingen  anzaigt,  die  von  Gemunde  heten  botschafft  thon,  sie  wolten
ain  fendliin  nach  dem  anndern  durchlassen.  Als  sie  aber  komen,
bet  man  nit  ain  durchlassen  wollen,  weren  sie  gen  Mutlangen‘)

ı)  3.  Juni.

2)  Reliquien.  Schm.

®)  (reorg  ILI.,  T  1528  unvermählt,  dessen  Neffe  Wilhelm  III.  1498—1552,
beide  von  der  Limpurg—Gaildorfer  Linie,  UAGatldorf  92  f.

4)  Muthlangen,  nördlich  von  Gmünd.

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