334  Herolt

halten;  darmit  Gott  befohlen.  Datum  Reinsperg,  am  tag  Jeronymi’')
anno  1561.

Anno  domini  1079  hat  der  wohlgebohren  herr  graf  Burckart
von  Rottenburg  sein  schloss  Comberg  am  Kochen,  obernhalb  Hall,
abzubrechen  angefangen,  darauss  ein  closter  gemacht,  und  als  es
aussgebawet  was,  hat  der  bischoff  zu  Wirtzburg,  Adelberus  genant,
dis  closter  12,  januarii  anno  1089  geweicht,  und  hat  obgenanter
löbl:  gedächtnus  graaff  Burckart  Benedicter  orden  brüder  vom  adel
darein  verordnet,  welicher  brüder  haupt  und  vorsteher  ein  abt  gewesen.
  Dis  genant  closter  ist  anno  domini  1483  zu  einem  weltlichen
  stifft  verordnet  und  ist  einer  vom  Holz  der  letzt  abt  unnd
erst  propst  dises  stifits  gewesen.

Obernanter  graaff  Burckhart  und  sein  bruder  graff  Hainrich
löblicher  gedächtnus  haben  die  pfarr  zu  Reinsperg  fundirt  und
herrlich  mit  allen,  traid  und  wein,  gross  und  klein  zehend,  auch
mit  einem  widemhoff  dotirt,  begnadet  und  begabt,  in  welcher  pfarr
dazumal  vill  herrlicher  schlösser  gestanden  und  im  wesentlichen
baw  gehalten,  nemlich

1.  Bilerrith  ob  Kröffelbach,  ist  der  freyherrn  von  Bilerrith  und
kuchenmeister  des  hayl:  Römischen  reichs  gewesen,  darrinnen  sie
ihr  anwesen  gebabt,  von  der  cron  Behem,  der  zeit  noch  ein  hertzogthumb,
  ir  lehen  tragen,  und  haben  gedachte  herrn  den  fluss  Biler
vor  erbawung  der  statt  Hall  innen  gehabt,  deren  wappen  in  wachs
ein  brustbild  zwischen  zwayen  sailen?)  gewesen,  die  farb  mir  unwissend.
  Nach  absterben  dis  geschlechts  ist  diss  schloss  zu  einem
raubhauss  gerathen,  also  haben  die  von  Hall  das  schloss  kaufft  und
zerbrochen,  darmit  das  rauben  gewert.

2.  Hopfach,  ein  schloss  obeu  uf  dem  knock,  fir  sich  gegen
Bilerrith  uber,  gegen  Reinsperg  gelegen;  dise  edelleuth  haben  in
irem  schilt  gefürt  einen  weissen  bach,  in  aim  ploen  feld).

3.  Zu  Under-Scheffach  ist  ein  schloss  oder  wasserhauss  gestanden,
  darvon  noch  ein  alt  gemeur  eines  thurns  stehet,  sein  nachfolgendt
  gehen  Müncken  gefaren  und  den  namen  mit  dem  sitz  verendert;
  deren  nam  was  die  von  Schefflaw  oder  Scheffaw;  ir  schilt
ist  zween  gelb  löwen  von  einander  kört,  in  einem  rotten  schiff,  in
der  mitt  mit  einem  ruder,  in  einem  weisen  feld,  uff  dem  belm  zway

1)  30.  Sept.

2)  Süulen.

®)  Über  die  Burg  Hopfach  und  die  daselbst  hausend:n  Edelleute  der
Brunnen  8.  OAllall  S.  321.

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