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Gültbüchlein.  391

worden,  in  welchem  die  chorherren  vom  adel  müssen  sein,  ist  herr
graff  von  Riechzingen  decan  zu  Comberg  gwesen,  der  hat  mit  sein
capitelherrn,  mit  bewilliguug  herrn  Conrad  von  Thungen,  bischoff  zu
Würzburg,  denen  von  Hall  für  vierzehentausent  güldin  gütter  zu
kauffen  geben;  in  welchem  kauff  auch  das  dorff  Reinsperg  begriffen
ist,  aussgenommen  die  widamgütter,  und  die  vogtey  uff  den  vier
güttern,  den  Seenfiten  (!)  zustehend;  doch  haben  sie  das  aigenthumb
uff  denselben  vier  güettern.  Also  haben  die  von  Comberg  nichts
mehr  zu  Reinsperg,  deren  vormals  grundt  und  boden  gewesen  ist.

Also  ist  die  pfarr  Reinsperg  wie  nachvolgt  incorporirt  anno
domini  1287.

Erstlich  hatt  man  dem  pfarherrn  den  widemhoff  gelassen  mit
allem  zehenden,  also  das  der  widemhoff  der  obley  Steinkirchen  kein
zehend  zu  geben  schuldig  weder  gross  noch  klein.  Nachdem  aber
der  widemhoff  weittläuffig  und  in  die  zween  flur  seer  ein  rawen
dinckhelbaw  hatt,  der  ein  kleinen  ausschlag  geit,  so  man  ihn  verlohnen
  zu  bawen  soll,  derhalben  hat  herr  Joss  Schwab,  der  zeit
pfarrer  zu  Reinsperg,  den  vererbt  mit  bewilligung  der  ehrwürdigen
herein  2  200  een.  ®
und  fünff  hofftheyl  oder  widemgütter  auss  disem  hoff  zerthailt  gemacht,
  welche  alle  mit  bewilligung  der  herrschaflt  gemein  recht  zu
dorff  und  zu  feld  haben,  und  ist  der  pfarrherr  ir  lehenherr,  von  dein
sie  besteen  müssen,  rent  und  gült  geben  wie  nachfolgt.

Gült.

Joseph  Herold  mitt  sein  geschwüstertten  geit  von  dem  öberen
widemgutt  järlich  uff  sant  Michels  tag  3'V2  &amp;  heller  und  zween
schilling  Hällischer  werung.  Item  su  man  diss  gutt  verkaufft,  geit
es  2  %  heller  zu  besteen  und  2  %  heller  auffzugeben;  und  so  es
zu  eim  fall  kombt,  zway  {5  heller  zu  haubtrecht.

Hans  Vischer  geit  von  dem  andern  widemgutt  neben  dem  obgenanten
  gut  und  pfarhoff  ligendt,  järlich  uff  sanct  Michels  tag  3/2  &amp;
heller  und  zween  schilling  Hällischer  werung,  ain  fassnachthun  und
zwey  herbsthüner,  und  so  man  verkaufft,  zway  {5  zu  bestehen  und
zway  {5  uffzugeben,  alles  Hellisch  15;  undt  so  es  zu  eim  fall  kombt,
2  %  für  ein  haubtrecht.

Item  zu  mercken,  das  die  besizer  diser  oberzelter  gütter  sollen
den  pfarherrn  in  seinem  hoff  nit  irren,  es  sei  mit  thüren,  mit  holz,

a)  Die  Handschrift  lässt  einige  Zeilen  frei,  der  Schreiber  hat  wohl  die  Namen  nicht  entziffern
können.