406  Herolt

so  soll  ir  intent  unnd  meinung  billig  in  ein  bessern  unnd  rechten
gottesdienst  gewendt  werden.  Derohalben  hab  ich  für  solche  oberzehlte
  jahrtag,  auch  verkündigung  der  seelen,  die  sonntägliche  predig
zu  mittag  angericht,  unnd  zu  sommerzeiten  ein  sonntag  umb  den
andern  der  kinder  frag  gehalten,  darmit  solch  gelt  von  den  jahrtagen
ich  Johan  Herold  nicht  vergebens  einnehme.  Unnd  dieweil  ich,  Johan
Herold,  der  erst  auf  dem  land  gewesen,  der  solche  predig  und  kinderfrag
  in  der  Hällischen  landwehr  angefangen,  hat  ein  erbarer  rath  zu
Hall  den  heyligenpfleegern  bevohlen,  dass  mann  mir  hinforth  das
gelt  von  den  jahrtagen  unnd  gedechtnus  der  seelen  für  die  mittagpredig
  und  kinderfrag  zu  halten  geben  soll,  welches  biss  anher  mir
gelaist  (wiewohl  sonsten  vielen  pfarrhern  das  gelt  für  die  jahrtag
nit  geraicht  wird.)

Zudem  so  haben  die  obern  heyligenpfleeger  mir  alle  jahr  ein
halben  gülden  geben,  darvon  ich  einem  ieden  kind,  dass  die  frag
sagt,  ein  alten  pfenning  soll  geben,  darmit  die  kind  dess  williger  sein,
die  frag  in  der  kirch  zu  sagen.

Solche  mittagpredig  mit  der  kinderfrag  hat  ein  rath  zu  Hall
nachvolgendts  andern  pfarrhern  zu  halten  auch  befoblen.

Von  dem  allmosen  der  kirchen.

Zu  wissen,  dass  alles  wass  an  den  kirchweyhung  zu  Scheflaw,
Cräfftelbach  und  in  der  pfarr  Reinsperg  von  der  kirchen  den  heyligenpfleegern
  gefält,  soll  das  drittheil  darvon  dem  pfarrherrn  die
heyligenpfleeger  geben,  dessgleichen  wass  zu  Cräfftelbach  an  st.  Urlichs
  (!)  unnd  Martins  tag  gefallen,  unnd  aller  andere  patrontag  in
der  pfarr,  wass  in  die  kirch  in  stockh  gefallen,  soll  das  dritteil  dem
pfarrhern  geraicht  werden.

Heyligenrechnung.

Die  heyligenpfleeger  geben  eim  pfarrhern  ein  orth  für  das
schreiberlohn  ihr  einnehmens  unnd  aussgebens  und  die  rechnung  zu
stellen.

Zu  vernehmen,  dass,  dieweil  herr  Michel  Goldschmid  noch
pfarrherr  gewesen,  da  haben  die  heyligenpfleeger  die  rechnung  allein
vor  dem  pfarrhern  unndt  der  gemeind  thon;  aber  bald  nach  seinem
abgang  hat  ein  rath  zu  Hall  bey  dem  papst  erlangt,  dass  etlich  verordnete
  des  raths  bey  der  heyligenrechnung  solten  sizen,  und  angezeigt,
  wie  viel  kirchen  under  ihrer  obrigkeit  hetten,  mit  welcher
kirchen  gut  die  baurn  liederlicher  weiss  umbgiengen  und  die  kirchen

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