10

15

20

Gültbüchlein.  415

Anno  dni,  1518  hab  ich  den  ärckher  gebaut,  und  alles  zusammen
  gerechnet,  zimmerleuth,  höffner,  fenster,  schreiner,  und
tisch  laufft  es  uff  30  |.

Anno  dni.  1523  hab  ich  das  backhhaus  gemacht,  hat  man  mir
das  holz  darzu  geschenckht,  doch  laufft  der  kost  uff  10  fl.

Anno  dni.  1534  hab  ich  das  badtstüblein  in  das  backhauss
lassen  machen,  kost  5  fl.

Anno  dni.  1543  hab  ich  das  schreibstüblein  lassen  machen,
kost  mit  schalten,  fenstern,  stender  zu  den  büchern,  und  zimmerman,
  schreiner  und  schlosser  7  fl.

Anno  dni.  1549  hab  ich  ein  durchzug  oben  auff  den  balckhen
in  der  scheuren  machen  lassen.

Item  17  bazen  umb  holz  dem  Frizen  zu  zimmern.

Item  der  zimmerman  2  bazen  das  holz  zu  hawen.

Item  6  wägen  haben  das  holz  geführt,  denen  zu  essen  geben.

Item  dem  zimmermann  1  fl.  7  sch.

Anno  dni.  1550  die  scheuren  hinten  unterzogen.  1  fl.  umb
schwellen,  1  fl.  für  essen  und  lobn  dem  zimmerman.

Die  brunnensaul,  1  fl.  umb  die  brunnensaul  und  schwenckhel;
10  bazen  dem  zimmerman  zu  lohn.

Den  bau  am  pfarrhoff  betreffend.

Zu  vernehmen,  nachdem  mein  gnädiger  herr  Ludwig  Casimir
graff  von  Hohenloe  die  obley  Steinkirchen  von  dem  stifft  Würzburg
  anno  dni.  1554,  sechzehen  jahr  lang,  uff  wiederablösen  erkaufft,
  und  wolernanter  m.  gn.  b.  der  pfarr  behausung  in  wesentlichem
  bau  zu  halten  (wie  dan  der  kauffverschreibung  ausweist)
schuldig;  dieweil  aber  das  thumbcapitel  zue  Würzburg  die  pfarrbeuser
  seehr  seumig  im  baw  zu  halten  gewesen,  hab  ich  durch
Michel  Planckhen,  dazumahl  ambtman  der  obley  Stainkirchen,  angesucht
  umb  erhaltung  der  zimmer,  haus  und  schewren  der  pfarr,
das  ihnen  nit  hat  wöllen  gelieben,  sonder  seumig,  dieweil  ich  die

entspricht.  Der  zweile  Hexameter  des  ersten  Distichons  beispielsweise  ist  trotz
allen  Lünygen  in  lauter  Daktylen  zu  lesen.  Die  Kennzeichnung  der  chronostichischen
  Buchstaben,  welche  im  Original  nicht  unterschieden  sind,  stammt  vom
Herausgeber.  Die  Zusammenzählung,  bei  welcher  übrigens  die  d  nicht  berücksichtigt
  werden  dürfen,  stimmt  in  beiden  Distichen  genau,  sie  ergibt  1492,  somit
geben  die  Distichen  das  Jahr  nicht  des  Brandes,  sondern  des  Neubaues  an.
Durch  das  Rechnungsresultat  werden  die  Verse,  nebenbei  gesagt,  auch  gegen
wohlgemeinte  Verbesserungstersuche  geschülzt.