Literarische  Hilfsmittel  für  den  Lehrer.  101

wenn  es  mit  der  Erteilung  der  Religionsfakultas  strenger  genommen  würde,
als  es  gemeinhin  geschieht;  das  würde  auch  das  Ansehen  des  Faches  und  seiner

Jüdische  Geschichte,  Boussets  Religion  des  Judentums  im  neutestamentlichen  Zeitalter,
Weizsäckers  Apostolisches  Zeitalter,  Holtzmanns  Neutestamentliche  Theologie,  Harnacks
Mission  und  Ausbreitung  des  Christentums  sowie  seine  Dogmengeschichte  dürften  keinem
Religionslehrer,  wenigstens  der  Oberstufe,  unbekannt  sein,  und  in  keinem  Lehrerzimmer
sollte  die  3.  Auflage  der  Realenzyklopädie  für  protestantische  Theologie  und  Kirche  fehlen.
—  Nachdrücklich  sei  auf  zwei  neue  Unternehmungen  hingewiesen,  die  auch  den  Religionslehrern
  sehr  zustatten  kommen  werden,  auf  die  von  Friedrich  Michael  Schiele  herausgegebenen,
  bei  Gebauer-Schwetschke  in  Halle  erscheinenden,  ebenso  gediegenen  wie  billigen
*Religionsgeschichtlichen  Volksbücher’  (darunter  z.  B.  ‘Die  Quellen  des  Lebens  Jesu’  von
Wernle,  ‘Jesus’  von  Bousset,  “Das  apostolische  Zeitalter’  von  Ed.  v.  Dobschütz,  ‘Paulus’
von  Wrede,  “Die  Entstehung  des  Neuen  Testaments’  von  Heinrich  Holtzmann,  ‘Seelenwanderung’
  von  Bertholet)  und  auf  Heinrich  Weinels  ‘Lebensfragen’,  die  bei  Mohr  in  Tübingen
erscheinen  (von  den  bisher  herausgekommenen  Beiträgen  werden  besonders  ‘Die  Religion
unserer  Klassiker’  von  Sell,  “Naturalistische  und  religiöse  Weltansicht’  von  Otto  und  Arnold
Meyers  “Auferstehung  Christi’?  gute  Dienste  tun;  sicher  wird  sich  z.  B.  Ottos  Schrift  mit
ihrer  von  Fachleuten  anerkannten  gründlichen  Kenntnis  der  Erfolge  und  Probleme  unserer
heutigen  Naturwissenschaft  in  Kürze  als  unentbehrlich  erweisen,  zumal  für  die  Religionslehrer
  an  Oberrealschulen).

Von  direkten  Hilfsmitteln  für  die  Vorbereitung  des  Lehrers  seien  besonders  hervorgehoben
  die  deutsche  “Textbibel’  (Kautzsch-Weizsäcker),  ‘Die  Apokryphen  und  Pseudepigraphen
  des  Alten  Testaments’  übersetzt  von  Kautzsch  und  anderen,  “Neutestamentliche
Apokryphen’,  in  Verbindung  mit  Fachgelehrten  in  deutscher  Übersetzung  und  mit  Einleitungen
  herausgegeben  von  Edgar  Hennecke,  “Kurzer  Handkommentar  zum  Alten  Testement’
  (herausgegeben  von  Karl  Marti,  wie  alles  Bisherige  im  Verlage  von  Mohr-Tübingen),
oder  auch  “Das  Alte  Testament,  übersetzt,  eingeleitet  und  erläutert’  von  Eduard  Reuß
(Schwetschke-Braunschweig),  ‘Handkommentar  zum  Neuen  Testament’  (Mohr-  Tübingen);
auch  das  im  Erscheinen  begriffene  Werk  ‘Die  Schriften  des  Neuen  Testaments,  neu  übersetzt
  und  für  die  Gegenwart  erklärt’  (Vandenhoeck  u.  Ruprecht-Göttingen)  darf  schon  genannt
  werden.  Neben  den  ‘Einleitungen’  von  Holtzmann  und  Jülicher  (N.  T.)  und  Comill
(A.  T.,  alle  drei  bei  Mohr-Tübingen)  verdient  aus  demselben  Verlage  Beachtung  Eugen
Hühn,  “Hilfsbuch  zum  Verständnis  der  Bibel’,  1.  Heft:  Die  Bibel  als  Ganzes.  Namen  und
Umfang.  Sammlung  der  einzelnen  Schriften  zum  Kanon.  Textgestalt.  Handschriften  und
Übersetzungen  der  Bibel.  Biblische  Archäologie.  Israelitisch-jüdische  Geschichte  bis  zum
Barkochba-Aufstande  135  n.  Chr.;  2.  Heft:  Das  Alte  Testament  nach  Inhalt  und  Entstehung;
8.  Heft:  Das  Neue  Testament  nach  Inhalt  und  Entstehung;  ein  4.  Heft  soll  die  Geschichte
Jesu  und  der  ältesten  Christen  bis  zur  Mitte  des  2.  Jahrhunderts  behandeln  (die  bisherigen
Hefte  umfassen  132—176  Seiten).  Cornills  Vorträge:  ‘Der  ierselitische  Prophetismus’  (Trübner-Straßburg)
  sollen  nicht  vergessen  sein.  Für  die  Kirchengeschichte  seien  empfohlen  Möller-Kawerau,
  Karl  Müller,  Hase,  Sohms  Grundriß,  von  Schuberts  ‘Überblick’  und  das  “Kirchengeschichtliche
  Lesebuch’  von  Rinn  und  Jüngst  (davon  auch  die  “Schülerausgabe’),  außer
Hase  (Leipzig,  Breitkopf  u.  Härtel)  und  Sohm  (Ungleich-Leipzig)  alles  aus  dem  Verlag  von
Mohr  in  Tübingen  hervorgegangen.  Wer  für  die  Glaubens-  und  Sittenlehre  gern  etwas
Zusammenfassendes  benutzt,  dem  sei  etwa  Pfleiderers  “Grundriß’  oder  Bornemanns  “Unterricht
  im  Christentum’  genannt.  Arnold  Seydels  “Unterricht  in  der  christlichen  Religion
auf  heilsgeschichtlicher  Grundlage’  (Teubner-Leipzig  1904)  will  in  christozentrischer  Darstellung
  in  Anlehnung  an  Luthers  kleinen  Katechismus  den  Inhalt  des  evangelischen
Glaubens  in  der  Denk-  und  Anschauungsweise  unserer  heutigen  Zeit  für  den  Schulund
  Selbstunterricht  darbieten;  bei  kritischer  Benutzung  kann  das  Buch  ganz  förderlich
sein.  Anregen  wird  den  Lehrer  Herrmanns  ‘Ethik’  (Mohr-Tübingen,  8.  Aufl.  1904).  —  —