Ausrüstung  des  Lehrers.  123

neben  den  besseren  Schulübungsbüchern  z.  B.  die  unpunktierte  Ausgabe  der  Genesis
von  Mühlau  und  Kautzsch‘),  der  hebräische  Text  der  Weisheit  des  Jesus  ben
Sirach  in  der  Ausgabe  von  Strack?)  oder  (für  Fortgeschrittene)  das  ‘Handbuch
der  nordsemitischen  Epigraphik’  von  Lidzbarski.’)  Außer  Strack  und  Gesenius-Kautzsch‘)
  wird  für  die  grammatische  Belehrung  das  umfangreiche  ‘Lehrgebäude’
  von  Eduard  König?)  als  Nachschlagebuch  gute  Dienste  leisten  —
zusammenhängend  lesen  kann  man  das  Werk  kaum.  Einen  Einblick  wenigstens
sollte  jeder  auch  in  die  Detailforschung  der  Gegenwart  tun.  Nicht  allen  ist
die  Zeitschrift  für  die  alttestamentliche  Wissenschaft  (ZAW),  die  Zeitschrift
der  deutschen  morgenländischen  Gesellschaft  (ZDMG)  oder  die  Zeitschrift  des
Deutschen  Palästina-Vereins  (ZDPV)  regelmäßig  zugänglich.  Um  so  weniger
aber  sollte  man  an  hervorragenden  Monographien  wie  etwa  J.  Barths  ‘Nominalbildung
  in  den  semitischen  Sprachen’®)  vorübergehen.  —  Das  biblische  Ara
mäisch  ist  für  den  Lehrer  unerläßlich;  auch  für  die  Schüler  ist  eine  kurze
Einführung  natürlich  nützlich  und  wünschenswert,  schon  damit  der  in  der
hebräischen  Grammatik  so  häufig  begegnende  Ausdruck  Aramaismus  nicht  ganz
dunkel  bleibt  und  ihnen  z.  B.  die  Passivbildung  gätil  (mo,  osx,  a7n3)’)
verständlicher  wird.  Doch  hängt  das  Maß  des  zu  Bietenden  ganz  von  der
jedesmaligen  Zusammensetzung  der  Teilnehmer  ab.  Von  Hilfsmitteln  kommen
vor  allem  die  Grammatiken  des  biblischen  Aramäisch  von  Kautzsch®)  und
Strack?)  in  Betracht.  Im  Anschluß  an  Strack  konnte  ich  kürzlich  mit  vier
eifrigen  Oberprimanern  in  sechs  Stunden  zwei  aramäische  Kapitel  aus  Esra  bewältigen
  und  behielt  am  Schluß  noch  Zeit,  den  Schülern  eine  Probe  des
Syrischen  zu  geben.

Aber  abgesehen  von  einer  rein  fachwissenschaftlichen  Ausrüstung  hat  sich
der  Lehrer  des  Hebräischen  noch  in  andrer  Hinsicht  vorzubereiten.  Es  kommt,
zumal  in  diesen  Zeiten  ziemlich  verbreiteter  Geringschätzung  in  Schulkreisen,
sehr  darauf  an,  in  den  Schülern  selbst  früh  die  Einsicht  zu  wecken,  daß  das
Fach  nicht  nur  für  das  eventuelle  Brotstudium  nötig,  sondern,  abgesehen  von
seiner  rein  sprachlichen  Bedeutung,  auch  zur  Vertiefung  ihrer  geschichtlichen,
besonders  kulturgeschichtlichen  Kenntnisse  äußerst  fruchtbar  ist.  Wie  interessant
  ist  z.  B.  die  Entwickelung  D5r3  (73)  XI,  gehinnäm,  yesvva,  gehenna,
göhenne,  gene,  gener,  also  von  der  Bezeichnung  jenes  grauenvollen  Tales  bei
Jerusalem  bis  zu  dem  abgeschliffenen  Begriff  des  “genierens’!  Für  eine  Aus-1)

  Barth-Leipzig  1893°.

7,  Deichert-Leipzig  1908.

°s,  Felber-Weimar  1898;  die  im  2.  Teil  beigegebenen  Tafeln  bieten  die  Inschriften
auch  in  Originalschrift.

s,  Hebräische  Grammatik.  27.  Auflage,  Vogel?Leipzig  1902.

5,  Hinrichs-Leipzig  1881—1897.

®°,  Hinrichs-Berlin  1889/91.  Schon  allein  die  Einleitung  ist  außerordentlich  instruktiv.

”,  Vgl.  dazu  Barth  a.  a.  O  $  126.

®,  Leipzig  1884.

9%,  Hinrichs-Leipzig  1901°.  Sehr  knapp  gehalten,  bietet  auch  die  nach  Handschriften
berichtigten  Texte  nebst  einem  Wörterbuch.