Schulbücher.  125

den  Satz  der  dritten  neben  einigen  Ergänzungen!)  dringend  auch  die  Anwendung
größerer,  klarerer  hebräischer  Typen  zu  wünschen.  Deutlicher,  schöner  Druck
zeichnet  die  neueste  Erscheinung  auf  unserem  Gebiete  aus,  die  Schulgrammatik
und  das  zugehörige  Übungsbuch  von  Sauberzweig-Schmidt.)  Ein  dringendes
Bedürfnis  nach  einem  neuen  Schulbuch  neben  den  eben  erwähnten  Werken  und
dem  von  Strack  lag  zwar  nicht  vor;  aber  des  Verfassers  aus  praktischer  Tätigkeit
hervorgewachsene  und  nicht  auf  seine  Initiative  gedruckte,  an  Gesenius-Kautzsch
sich  anlehnende  Arbeit  hat  sich  durch  ihre  knappe,  präzise,  saubere  Form?)  schon
manche  Freunde  erworben.  Die  Fülle  der  Beispiele,  besonders  auch  zur  Syntax,
wird  manchem  willkommen  sein.  In  dem  Übungsbuch  fehlen  unpunktierte
Lesestücke.  Das  beliebteste  Hilfsmittel  für  den  hebräischen  Unterricht  ist
gegenwärtig  wohl  das  schon  erwähnte  ausgezeichnete  Buch  von  Strack.  Gründliche
  Fachgelehrsamkeit  und  pädagogische  Einsicht  haben  hier  in  der  Tat  einen
glücklichen  Bund  geschlossen.  Im  einzelnen  gibt  der  Autor  selbst  die  Vorzüge
im  Vorwort  an.  Nur  die  Form  läßt  noch  einiges  zu  wünschen  übrig;  insbesondere
  könnten  der  Druck  in  manchen  Partien  weniger  augengefährlich  und
die  Paradigmata  übersichtlicher  sein.

Denjenigen  Schülern,  die  nach  dem  Abiturientenexamen  die  Beschäftigung
mit  dem  Hebräischen  fortzusetzen  gedenken,  empfehlen  wir  am  Johanneum  in
Hamburg  beim  Beginn  der  Bibellektüre  die  Anschaffung  eines  der  größeren  Lexika
(also  Gesenius-Buhl  oder  Siegfried-Stade)  statt  der  kleinen  Wörterbücher  (Fürst,
Cassel);  die  Schüler  benutzen  bei  uns  meist  das  ‘Handwörterbuch’  von  Gesenius-Buhl“)
  Zum  Lernen  ist  Stracks  schon  genanntes  Vokabularium  zu  empfehlen,
das  sich  vor  dem  von  Stier  schon  durch  den  bedeutend  geringeren  Umfang
auszeichnet.

An  alttestamentlichen  Texten  sind  in  den  Schulen  wohl  meist  die  bekannten
Stereotypausgaben  aus  den  Leipziger  Verlagsanstalten  von  Tauchnitz  und  Bredt
oder  die  durch  ihren  großen  Druck  ausgezeichnete  bei  Adolf  Holzhausen  in
Wien  erschienene  in  Gebrauch.  Doch  scheint  es  mir  an  der  Zeit,  sie  durch
einen  kritisch  revidierten  Text  zu  ersetzen.  Von  neueren  Bearbeitungen  (Baer-Delitzsch,
  Ginsburg,  Haupt,  Kittel)  ist  dazu  wohl  die  neueste,  in  Verbindung
mit  anderen  Fachgelehrten  von  Rudolf  Kittel  mit  sorgfältigem  kritischen  Apparat
  herausgegebene  am  geeignetsten  (Hinrichs-Leipzig,  Pars  I,  1905;  die  zweite
Hälfte  der  Arbeit  ist  für  Ostern  1906  angekündigt).  Schade  nur,  daß  man
nicht  größere  Typen  wählte.

Nur  wenige  Worte  über  den  Lehrgang.  Im  Gegensatz  zu  Kautzsch®)
bin  ich  mit  dem  alten  Esdras  Edzard  dafür,  schon  früh  mit  zusammenhängender
  Lektüre  zu  beginnen;  das  Interesse  der  Schüler,  diese  einzige  Stütze  des

‘)  Warum  fehlt  z.  B.  eine  Form  wie  "ioy  "ens?

*)  Verlag  der  Evangelischen  Missionsgesellschaft-Berlin  1903.

®*)  Einige  Druckfehler,  auch  in  der  Grammatik,  und  schon  von  anderen  angedeutete
kleinere  sachliche  Korrigenda  beeinträchtigen  dies  Urteil  nicht  wesentlich.

*)  Vogel-Leipzig  1906'*.

6,  Im  Vorwort  zur  5.  Auflage  des  Übungsbuches.