174  Lyon:  Der  deutsche  Unterricht.

Realschulen:

vııv|mw  um  |  m  |  1  |  9.

Preußen............2e220c2000.  Perreenne  6  1)  b  b  4  4  29
In  Sachsen  haben  die  Realschulen  folgende
Stundenzshlen  im  Deutschen:  ')......  7  5  6  4  4  4  29

Besonders  glücklich  ist  in  Sachsen  der  Stundenplan  für  den  deutschen
Unterricht  bei  den  Reformgymnasien  und  Reformrealgymnasien  ausgestaltet.
Da  diese  Anstalten  in  den  Klassen  VI—IV  kein  Latein,  sondern  nur  Französisch
  haben,  so  ist  hier  die  grundlegende  sprachliche  Schulung  überhaupt,  auch  die
grammatische,  dem  Unterrichte  in  der  Muttersprache  zugewiesen.  So  haben  das
König-Georgsgymnasium  in  Dresden  (humanistisches  Gymnasium  mit  Gabelung  in
eine  humanistische  und  realistische  Abteilung  von  Untersekunda  ab)  und  die  Dreikönigschule
  in  Dresden  (Realgymnasium)  folgenden  Stundenplan  im  Deutschen:

Iv  WW  To  Oo  ou  VU0uı  OU  UI  0O0I  Se.
7  6  6  8  8  8  (2)  3  8  3  87  (36).

Leider  hat  diese  Einrichtung,  die  sich  als  sehr  günstig  erwiesen  und  den
gesamten  Betrieb  des  Sprachunterrichts  in  hervorragender  Weise  belebt  und
erfrischt  hat,  in  anderen  deutschen  Staaten  noch  keine  Nachahmung  gefunden.
Preußen  hat  jedoch  für  seine  Reformanstalten  die  Stundenzahl  des  deutschen
Unterrichtes  gegenüber  dem  allgemeinen  Lehrplan  auch  insgesamt  um  fünf
vermehrt.  Der  Frankfurter  Lehrplan  weist  eine  Gesamtzahl  von  31  deutschen
Stunden  auf.

Das  allgemeine  Lehrziel  des  deutschen  Unterrichtes  bestimmen  die  preußischen
  Lehrpläne  von  1901  in  folgender  Weise:  ‘Fertigkeit  im  richtigen  mündlichen
  und  schriftlichen  Gebrauche  der  Muttersprache,  Bekanntschaft  mit  den
wichtigsten  Abschnitten  der  Geschichte  unserer  Literatur  an  der  Hand  des  Gelesenen
  und  Belebung  des  vaterländischen  Sinnes,  insbesondere  durch  Einführung
in  die  germanische  Sagenwelt  und  in  die  für  die  Schule  bedeutsamsten  Meisterwerke
  unserer  Literatur.’?)  In  den  ‘Methodischen  Bemerkungen  für  das  Deutsche’

)  Nach  der  neuen  Lehr-  und  Prüfungsordnung  für  die  Realschulen  1904.

?)  Über  die  neuen  preußischen  Lehrpläne  handelt  in  trefflicher  Weise  R.  Lehmann
in  seinem  Aufsatze  über  den  deutschen  Unterricht  in  dem  Werke  von  Lexis,  Die  Reform
des  höheren  Schulwesens  in  Preußen,  Halle  1902.  Rudolf  Lehmann  hat  durch  seinen
Aufsatz  ‘Der  deutsche  Unterricht  und  die  Reform  der  höheren  Schulen  in  Preußen’
(ZDU.  VI,  116ff.)  selbst  zu  einer  gedeihlichen  Gestaltung  der  neuen  Lehrpläne  wesentlich
  mit  beigetragen.  Außerdem  sei  in  bezug  auf  die  allgemeine  Gestaltung  des  deutschen
Unterrichts  auf  folgende  Werke  verwiesen:  R.  Lehmann,  Der  deutsche  Unterricht,
2.  Aufl.  1897;  Adolf  Matthias,  Praktische  Pädagogik  (Baumeisters  Handbuch  der  Erziehungs-
  und  Unterrichtslehre  für  höhere  Schulen,  Bd.  II,  Abt.  2,  1.  Hälfte);  Gustav
Wendt,  Didaktik  und  Methodik  des  deutschen  Unterrichts  und  der  philosopbischen  Propädeutik,
  2.  Aufl.  19056  (Baumeisters  Handb.  Bd.  III,  Abt.  7);  Gotthold  Klee,  Ausgeführter
Lehrplan  für  den  deutschen  Unterricht  in  den  Unter-  und  Mittelklassen  eines  sächsischen
Gymnasiums,  Leipzig,  B.  G.  Teubner  1891  (aus  Lyons  Zeitschrift  für  den  deutschen  Unterricht,
  Bd.  II);  Kurt  Hentschel,  Lehrplan  für  den  deutschen  Unterricht  in  den  unteren
und  mittleren  Klassen  eines  sächsischen  Realgymnasiums,  Leipzig  1892  (ZDU.  Bd.  III);  Theodor
  Vogel,  Lehrplan  für  den  deutschen  Unterricht  in  den  lateinlosen  Unterklassen  der