Philosophische  Schulbücher.  241

Die  Hilfsmittel  für  das  eigentliche  wissenschaftliche  Studium  der  Philosophie,
  wie  es  der  Studierende  auf  der  Universität  betreibt,  aufzuzählen  und  zu
beurteilen,  ist  hier  nicht  der  Ort.  Diese  Aufgabe  fällt  den  Vorlesungen  und
Übungen  der  Hochschule  zu.  Werden  diese  von  dem  Studierenden  in  der
rechten  Weise  benutzt,  so  wird  es  ihm  nicht  schwer  werden,  die  Lehrbefähigung
  für  philosophische  Propädeutik  in  der  wissenschaftlichen  Prüfung  für  das
Lehramt  nach  der  Ordnung  vom  12.  September  1898  zu  erlangen,  und  es  ist
erfreulich,  daß  die  Zahl  solcher,  welche  sich  diese  Fakultät  erwerben,  im  Zunehmen
  begriffen  ist.  Aber  es  ist  auch  sehr  berechtigt,  wenn  nach  der  gleichen
Prüfungsordnung  in  der  allgemeinen  Prüfung  von  jedem  Kandidaten  verlangt
wird,  daß  er  das  Wichtigste  aus  der  Philosophiegeschichte,  der  Logik  und  Psychologie
  kennt  und  eine  bedeutendere  philosophische  Schrift  mit  Verständnis
gelesen  hat.'!)  Sehr  billigenswert  hat  kürzlich  R.  Lehmann  diese  Forderungen
erläutert.?)  Schließlich  werden  auch  die  Übungen  und  Verhandlungen  im  Gymnasialseminar
  dem  angehenden  Lehrer  noch  manche  Anregung  für  seine  philosophische
  Ausbildung  bringen.  Denn  die  Pädagogik  wird  immer  auf  die  Philosophie
  hinführen  und  sich  zum  Range  einer  wissenschaftlichen  Pädagogik  nur
mit  Hilfe  der  Philosophie  zu  erheben  vermögen.

Wir  gehen  nunmehr  dazu  über,  diejenigen  Hilfsmittel  zu  überblicken,  welche
für  den  unterrichtenden  Lehrer  in  Betracht  kommen  und  dem  Unterricht  unmittelbar
  dienen  wollen.  Wir  stellen  voran  diejenigen  Schriften,  die  unter  dem
Titel  "Philosophische  Propädeutik’  in  der  Regel  einen  Abriß  der  Logik  und
Psychologie  bieten:  Zimmermann  (2.  Aufl.  Wien  1860),  V.  Stoy  (Leipzig
1869),  Reinhold  Biese  (Leipzig  1882),  Joseph  Beck  (18.  Aufl.  Stuttgart
1894),  Wilhelm  Hollenberg  (4.  Aufl.  Elberfeld  1887),  Theodor  Rumpel
(9.  Aufl.  Gütersloh  1896),  Richard  Jonas  (8.  Aufl.  Berlin  1902),  Ernst  Hermann
  (Baden-Baden,  Gymnasialprogr.  1902,  1903  und  1904),  Otto  Willmann
(I.  Teil:  Logik.  Freiburg  i.  Br.  1901;  Il.  Teil:  Psychologie.  Ebendas.  1904),
Oskar  Henke  (Bremen,  Gymnasialprogr.  1904),  Rudolf  Lehmann  (Berlin
1905),  Joseph  Hense  (Freiburg  i.  Br.  1905).  Ferner  ist  hier  zu  nennen:
Alois  Höfler,  Grundlehren  der  Logik  und  Psychologie.  Mit  einem  Anhang:
Zehn  Lesestücke  aus  philosophischen  Klassikern.  Wien  1903.

Aus  der  großen  Zahl  der  Leitfäden  für  die  Logik  seien  nur  folgende
genannt:  Theobald  Ziegler  (2.  Aufl.  Bonn  1881),  Ernst  Schulze  (Leipzig
1886),  G.  A.  Lindner  und  A.  v.  Leclair  (3.  Aufl.  1903),  O.  Flügel  (4.  Aufl.
Langensalza  1901),  Eisler  (Leipzig  o.  J.).

Ebenso  ist  die  Zahl  der  Lehrbücher  für  den  Unterricht  in  der  Psychologie
  nicht  gering:  Heß  (Gütersloh  1881),  Drbal  (Wien  und  Leipzig  1894),
G.  A.  Lindner  und  Franz  Lukas  (2.  Aufl.  Wien  1904),  K.  Heilmann  (5.
und  6.  Aufl.  Leipzig  1902),  Wilh.  Jerusalem  (3.  Aufl.  Wien  1902),  Eisler
(Leipzig  o.  J.).

1)  A.  Beier,  Die  höheren  Schulen  in  Preußen  und  ihre  Lehrer.  2.  Aufl.  Halle  1902.
9.  282  und  284.
”)  Rudolf  Lehmann,  Wege  und  Ziele  der  philosophischen  Propädeutik.  Berlin  1905.
Handbuch  für  Lehrer  höherer  Schulen.  16