Die  Ziele  des  lateinischen  Unterrichtes.  245

tische  Los-von-Rom-Bewegung  angenommen.  Man  begreift,  daß  es  da  heute
einer  größeren  Anstrengung  von  seiten  des  Lehrers  bedarf,  um  nennenswerte
Erfolge  zu  erzielen,  als  früher,  wo  das  Latein  sozusagen  sakrosankt  war
und  von  dem  allgemeinen  Vertrauen  getragen  wurde.  Nichtsdestoweniger  hat
man  sich  bis  heute  nicht  entschließen  können,  dem  Lateinischen,  durch  dessen
Vermittelung  die  griechische  Kultur  zu  den  modernen  Völkern  gekommen  ist,
den  ersten  Platz  in  den  höheren  Schulen  zu  nehmen,  um  ihn  dem  Griechischen
zu  übertragen.  Es  bereitet  also,  sprachlich  wie  sachlich,  das  Griechische  vor.
Das  muß  bestimmend  sein  für  die  Methode  der  sprachlichen  Behandlung  des
Lateinischen  wie  für  die  Auswahl  und  Durcharbeitung  der  Lektüre.

Fr.  Paulsen,  Geschichte  des  gelehrten  Unterrichts,  —  W.  Schrader,  Erziehungs-
  und  Unterrichtslehre.  —  Eckstein,  Lateinischer  und  griechischer  Unterricht.
  —  Die  Direktorenkonferenzen  (Weidmann).  —  J.  Rothfuchs,  Bekenntnisse
aus  der  Arbeit  des  erziehenden  Unterrichts.  Desselben  „Beiträge  zur  Methodik  des
altsprachlichen  Unterrichts“  (Marburg).  —  Nägelsbach,  Gymnasialpädagogik.  —
P.  Dettweiler,  Didaktik  und  Methodik  des  griechischen  und  lateinischen  Unterrichts
(München,  Beck).  —  F.  Collard,  Methodologie  de  l’Enseignement  moyen.  Bruxelles.
—  W.  Jerusalem,  Die  Psychologie  im  Dienste  der  Grammatik  und  Interpretation
(Wien,  Hölder).  —  V.  Thumser,  Zur  Methodik  des  altsprachlichen  Unterrichts
(Wien,  Selbstverlag).  —  H.  Planck,  Das  Latein  in  seinem  Recht  als  wissenschaftliches
  Bildungsmittel  (Wiesbaden).  —  O0.  Willmann,  Das  philologische  Element  der
Bildung  (Didaktik  II).

2.  Der  Lehrplan  für  das  Lateinische  in  den  deutschen  Staaten:
Von  der  Stundenzahl,  mit  welcher  in  den  deutschen  Staaten  nach  den  letzten
Lehrplänen  das  Lateinische  bedacht  ist,  gibt  folgende  Tabelle  ein  Bild:

a.  Die  Gymnasien:

'vılv  w|umjom|  un|ou|  v1  |  OI  Gesamtzahl
Preußen  .  .  .  2.2...  Is,  8|  8|ı  8  8  7  7  7  7  68
Goethe-Gymn.  in  Frankfurt  |  —  —_  _  10  10  8  8  8  8(7)  |  52(61)
Sachsen...  .  2.2...  9198  8  8  8  7  8  |  vs  |  71)
Bayem.  .22222..  Islslsl  8  s|ı  7  7  6  6  68
Baden  .........  ıs|  9|  8|  8  8  8  8  7  7  72
Württemberg  .  .  .  .  .  .  10110  10  10  10  8  8  8  79
Braunschweig  .  .  .  .  .  .  Isislel  8  8  7  |  7ce)  |  7(6)  |  7(6)  |  68  (66)
Anhalt...  2.22...  |s|  8)  8|  8  8  7  7  7  68
Bessen  ....  2.2...  ı  9|  9,  8)  7  17  7  7  7  7  68
Mecklenbug  .  .  .  .  .  .  Islo'sl  8  s  |  8  7  7  7  71
Reichslande.  ......  ı  7|  8j  8|  8  8  8  8  ı  8  8  71
b.  Die  Realgymnasien:

veviwium  om!  vumIonl:  DI  |  OI  Gesamtzahl
Preußen  ...2  2...  "88:7,  5  BR  ı  |  4  4  4  49
Sachsen.  ........  !"  9|  9!  7I  6  4  4  4  4  4  61
Bayem.........  |  8  8,9,  7  7  6  6  6  6  60
Baden  .  .  .  2.2  .22..  9|9  8  6  6  6  |  5  4  4  56
Württemberg  .  .  .  .  .  .  ıolsolo  0  eo|  Tı  7  5  5  14
Braunschweig  .  .  .  .  .  .  sı8  7/58  6  ı  |  4  4  4  49
Anhalt...  ......  88,8  5  6  4  4  4  4  50
Hessen...  ......  Isls'izl  e  6|5  |  6  |  5  5  55
Mecklenburg  .....  .  |sı  8  716561  56  6  6  6  1)  63
ReformgymnasiuminAltona  —  —  —|  6,  6  6b,  5  6  6  82