Anleitung  zum  Lesen  der  alten  Schriftsteller.  269

teile  und  Nachteile  sind,  die  sich  ungefähr  aufwiegen.  Als  ein  großer,  unbestrittener
  Vorzug  des  Französischen  ist  aber  anzuführen,  daß  diese  Sprache
sich  von  vornherein  in  sehr  zweckmäßiger  und  ungezwungener  Weise  auch  zum
freien  mündlichen  Gebraueh  verwenden  läßt.“  Aliquid  dieit,  sed  in  eo  non  sunt
omnia.  Handelt  es  sich  bei  diesen  frühzeitigen  Sprechübungen  im  fremdsprachlichen
  Unterrichte  auch  nur  um  Dinge,  die  an  der  allernächsten  Oberfläche  abgesucht
  sind,  so  sind  es  doch  immerhin  Versuche,  sich  die  fremde  Sprache
lebendig  zu  machen.  Wer  sich  frühzeitig  auch  im  mündlichen  Gebrauch  einer
fremden  Sprache  einige  Fertigkeit  erworben  hat,  steht  dem  in  dieser  Sprache
Geschriebenen  bald  freier  und  wagemutiger  gegenüber,  und  nach  solchen
Übungen  im  französischen  Anfangsunterrichte  wird  der  Schüler  allerdings  nachher
  mit  einer  größeren  Sprachbewältigungskraft  an  das  Lateinische  gehen  und
leichter  namentlich  Satzganze  erfassen  können  als  jener  andere,  der  in  Sexta
das  Lateinische,  das  an  Formschwierigkeiten  viel  reicher  ist  als  das  Französische,
als  erste  fremde  Sprache  zu  lernen  anfängt.  Dem  gegenüber  ist  mit  Nachdruck
auf  der  Konferenz  von  den  Vorzügen  des  bisherigen  Unterrichtsgangs  geredet
worden.  Im  ganzen  aber,  muß  man  gestehen,  ist  bei  dieser  Gelegenheit  das
alte  Gymnasium  nicht  eben  geschickt  verteidigt  und  das  Reformgymnasium  nicht
eben  geschickt  angegriffen  worden.

Michaelis,  Welche  Förderung  kann  der  lateinische  Unterricht  an  Reformschulen
  durch  das  Französische  erfahren?  Marburg,  Elwert.  —  Reinhardt,  K.,  Der
altsprachliche  Unterricht  im  Gymnasium  nach  dem  Frankfurter  Lehrplan.  Teubner.
—  Weber,  L.,  Hat  das  Reformgymnasium  eine  Zukunft?  N.  J.  1902.  —  Ziehen,  J.,
Über  die  Verbindung  der  sprachlichen  und  sachlichen  Belehrung.  Frankfurt,  Kesselring.
  —  Reinhardt,  K.,  Der  Plan  des  Reformgymnasiums.  Was  verspricht  er  und
was  droht  er?  Mon.  —  Wulff,  J.,  Der  lateinische  Anfangsunterricht  im  Frankfurter
  Lehrplan.  —  Cauer,  P.,  Der  Plan  des  Reformgymnasiums.  Düsseldorf.  —
Cauer,  P.,  Duplik  in  Sachen  des  Reformgymnasiums.  Teubner.  —  OÖ.  Liermann,
Reformschulen  nach  Frankfurter  und  Altonaer  System.  Weidmann.  —  Ziehen,  J.,
Der  Frankfurter  Lehrplan.  Frankfurt,  Kesselring.  —  Lambeck,  G.,  Wie  kann  das
Reformgymnasium  tiefer  in  das  Verständnis  des  klassischen  Altertums  einführen  und
zum  geschichtlichen  Denken  erziehen?  Mh  8.1.  —  Meßer,  A.,  Die  Reformbewegung  auf
dem  Gebiete  des  preußischen  Gymnasialwesens  von  1882—  91.  Teubner.  —  Die  Kritiken
des  Reformgymnasiums  von  G.  Uhlig  und  O.  Jäger  im  Humanistischen  Gymnasium.

Hilfsbücher  für  den  lateinischen  Unterricht  an  Reformschulen:  Lateinische
Formenlehre  für  Schulen  mit  dem  Frankfurter  Lehrplan.  Nach  H.  Perthes  bearbeitet
von  W.  Gillhausen.  Vierte  Auflage  von  C.  Bruhn  (Weidmann);  K.  Reinhardt,
Lateinische  Satzlehre,  bearbeitet  von  J.  Wulff  und  C.  Bruhn  (Weidmann);  Lateinisches
  Lesebuch  für  den  Anfangsunterricht  reiferer  Schüler  nach  Perthes’  lateinischen
Lesebüchern  bearbeitet  von  E.  Wulff,  und  Wortkunde  dazu  (Weidmann);  Anleitung
zum  Übersetzen  aus  dem  Deutschen  ins  Lateinische  nach  dem  Frankfurter  Lehrplan
von  J.  Wulff  und  C.  Bruhn  (Weidmann);  Fr.  Bahnsch,  Lese-  und  Übungsbuch
für  den  lateinischen  Anfangsunterricht  an  Reformschulen  (Teubner).