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Weıssenreus:  Das  Griechische.

lenkt,  bleibt  der  Schulwagen  bald  im  Sande  stecken,  während  die  Früheren,
für  den  Idealismus  und  die  Humanität  der  Alten  schwärmend,  ihm  oft  Flügel
ansetzten  und  ihn  den  Wolken  zulenkten.  Auf  alles  dieses  ist  zu  antworten,
daß  die  Beschäftigung  mit  dem  Altertum  allerdings  nicht  der  Gegenwart  ent
fremden,  sondern  zu  einem  tieferen  Erfassen  des  Gegenwärtigen  fähig  machen
soll,  indem  sie  aus  einer  fernen,  einfachen,  aber  der  Hauptsache  nach  vollständigen,
  nicht  zur  höchsten  sittlichen  und  geistigen  Höhe  gelangten,  aber  von
unklaren  Verschrobenheiten  fast  frei  gebliebenen  Vergangenheit  Lichtstrahlen
auf  die  durch  ihre  vielseitige  Bedingtheit  verwirrende  Gegenwart  fallen  läßt.
In  einem  Volke,  dem  es  nicht  bloß  auf  Hebung  des  materiellen  Wohlstandes
ankommt,  muß  eine  in  dem  eben  beschriebenen  Sinne  historisch  und  philosophisch
  gebildete  Minderheit  vorhanden  sein,  die  imstande  ist,  gegen  um  sich
greifende,  das  Menschliche  in  uns  hemmende  Verschrobenheiten  beizeiten  eine
Art  von  Widerstand  zu  organisieren.  Vor  allem  sollten  alle,  die  an  einflußreichster
  Stelle  auf  ihre  Zeit  wirken  wollen,  d.  h.  die  Lehrer,  die  Geistlichen,
die  Schriftsteller,  bei  ihrer  Vorbildung  den  Weg  durch  das  Altertum  nehmen.
Freilich  wäre  dem  modernen  Staate  wenig  damit  gedient,  sich  eine  Schar  blödsichtiger
  Pedanten  großzuziehen,  die  über  dem  Wühlen  in  einer  fernen  Vergangenheit
  die  Achtung  vor  dem  heiligen  Rechte  der  höher  strebenden  modernen
Seele  eingebüßt  hätten.  Um  dem  vorzubeugen,  muß  in  dem  Gymnasium,  als
der  vornehmsten  Form  der  modernen  Schule,  der  Beschäftigung  mit  den  Alten
sich  vor  allem  die  Vertiefung  in  die  Meisterwerke  der  modernen  Literatur  und
vorsichtig  auch  etwas  moderne  Philosophie  hinzugesellen.

2.  Die  jetzigen  Lehrpläne  für  das  Griechische.

\umlom|umloın|vı  |  01  |  Gesamtzahl
Preußen  .  ..  222220.  6  6  6  6  6  6  36
Goethe-Gymnasium  in  Frankfurt  .|  —  —_  8  8  8  7  (8)  31  (82)
Sachsen  nn  7  7  7  7  |)  Is)  |  86  (88)
Bayern  6  6  6  6  6  6  36
Baden  .  .  ..:  2  2  2  2  m  nen  6  6  6  6  6  6  36
Württemberg  .  .  .  .  2.2  2..  7  7  7  7  6  6  40
Braunschweig  ..  2.220.  6  6  6  6(T)  |  67)  |  67)  86  (38)
Anhalt  .  .  .:.  2  2  2  2  2  2  2.  6  6  6  |  6  6  6  36
Hessen  .  .  .  22  2  2  2  2  2a.  6  6  6  |  6  6  6  86
Mecklenburg  .  ...  ....  7  7  7  7  6  6  40
Reichslande.  ....  2.2...  16  6  u  6  6  86

II.  DIE  SPRACHLICHE  SEITE  DES  GRIECHISCHEN  UNTERRICHTS.

1.  Die  Methode  des  griechischen  Unterrichts  ist  in  ähnlicher  Weise  umgestaltet
  worden  wie  die  des  lateinischen.  Auf  eine  zu  reiche  Pflege  der  Grammatik
  und  der  sprachlichen  Übungen  war  auch  hier  eine  zu  starke  Reduktion
im  sprachlichen  Teile  dieses  Unterrichts  gefolgt.  Die  zunehmende  Unsicherheit
in  der  Grammatik,  die  bei  der  Lektüre  ein  Hemmnis  wurde,  hat  aber  schließlich
  dahin  geführt,  den  sprachlichen  Übungen  wieder  einen  etwas  weiteren
Raum  zu  gewähren.  Für  die  Reifeprüfung  ist  allerdings  die  schriftliche  Übersetzung
  in  das  Griechische  nicht  wiederhergestellt  worden;  aber  auch  in  Prima