Die  sprachliche  Seite  des  griechischen  Unterrichtes.  299

3  Teile  für  UI,  OIN,  UII  (Teubner);  M.  Wohlrab  (Teubner);  O.  Kohl  (Halle);
M.  Seyffert  u.  A.  v.  Bamberg,  Übungsbuch  zum  Übersetzen  aus  dem  Deutschen
ins  Griechische  (Berlin,  Springer);  H.  Deiter,  zum  Übersetzen  in  Anschluß  an  die
Anabasis  für  OWI  und  UI  (Freytag);  Eichler,  zum  Übersetzen  für  die  oberen
Klassen  (Leipzig,  Dürr);  Kaegi,  Griech.  Übungsbuch  (Weidmann).  —  Von  den
griechischen  Schulwörterbüchern  ist  das  verbreitetste  das  von  G.  E.  Benseler,
erweitert  und  verbessert  von  A.  Kaegi  (Teubner).  Von  Spezialwörterbüchern  sind
zu  nennen  das  zu  Homer  von  Autenrieth  (Teubner),  das  zu  Xenophons  Anabasis
  von  Vollbrecht  (Teubner),  das  von  Chr.  Harder  zur  Ilias  (Freytag).

2.  An  den  Reformgymnasien  sind  vier  Stunden  Griechisch  weniger  als  an
den  andern.  Auch  ist  der  Beginn  des  griechischen  Unterrichts  nach  Untersekunda
  hinaufgerückt.  Die  Vorreden  zu  der  in  Frankfurt  gebrauchten  Griechischen
  Formen-  und  Satzlehre  von  K.  Reinhardt  und  C.  Römer  und  zu  dem  vor
kurzem  erschienenen  Hilfsbuch  für  den  griechischen  Unterricht  nach  dem  Frankfurter
  Lehrplan  von  C.  Bruhn  gestatten,  von  der  dort  herrschenden  Lehrweise
sich  eine  Vorstellung  zu  machen.  Das  Prinzip,  sich  bei  dem  Unterrichte  in  der
neu  hinzukommenden  Sprache  auf  die  vorhergehenden  zu  stützen,  ist  allgemein
anerkannt,  wird  aber  wohl  nirgends  mit  solcher  Beharrlichkeit  durchgeführt
wie  an  den  Reformgymnasien,  wo  man  mit  der  Zeit  möglichst  haushälterisch
umgehen  muß.  Diese  Art,  das  Griechische  zu  behandeln,  unterscheidet  sich  also
nicht  wesentlich  von  den  üblichen.  Oder  sollte  es  wirklich  Lehrer  geben,  die
die  griechische  Syntax  so  behandeln,  als  sei  keine  lateinische  Syntax  vorhergegangen?
  Öder  die  nie  auf  analoge  Erscheinungen  im  Deutschen  einen  Seitenblick
  werfen?  Selbst  das  Französische  wird  der  Lehrer  des  Griechischen,  wenn
er  auch  von  dieser  modernen  Sprache  Kenntnis  hat,  bisweilen  nicht  unterlassen
zum  Vergleiche  heranzuziehen.  Man  kann  sogar  gestehen,  daß  manches  auch
aus  der  griechischen  Formenlehre  durch  Anlehnung  an  das  schon  gelernte
Latein  schneller  erklärt  und  zu  einem  festeren  Besitze  gemacht  werden  kann.
Aber  das  griechische  Deklinieren  und  Konjugieren  bleibt  doch  ein  mühseliges
und  zeitraubendes  Geschäft.  Auch  ist  es  nicht  das  Erklären,  sondern  das  Einüben,
  was  so  viel  Zeit  kostet.  Das  mit  judiziösem  Gedächtnis  Erfaßte  sitzt
allerdings  fester  als  das  mechanisch  Gelernte,  und  die  Methode  lehrt,  das  über
eine  breite  Fläche  Zerstreute  zusammenzudrängen.  Auch  auf  dem  Gebiete
der  Wortkunde  kann  man  durch  Zurückgehen  auf  die  Grundbedeutung  nicht
bloß  bessere  Einsicht,  sondern  auch  Zeit  gewinnen  lassen.  Das  meiste  will  aber
unter  Anstrengungen  im  gewöhnlichen  Sinne  gelernt  und  unablässig  wiederholt
werden.  Glaubt  man  endlich  damit  fertig  zu  sein,  so  sieht  man  bald  wieder
zu  seinem  Schrecken,  daß  die  Zeit  in  den  sprachlichen  Kenntnissen  der  Schüler,
und  wenn  sie  noch  so  rationell  fundiert,  noch  so  vorsichtig  mit  dem  vorher
Gelernten  vernietet  waren,  von  neuem  Verwüstungen  angerichtet  hat.  Wie
mancher  Lehrer  des  Griechischen  mag  sich  trotz  seiner  Liebe  zum  klassischen
Altertum,  Extemporalien  korrigierend,  verdrießlich  oft  gefragt  haben,  ob  es  sich
wirklich  verlobne,  mit  solchen  Massen  nur  mäßig  befähigter  Schüler  eine  in
ihren  Anfängen  gerade  so  schwierige  Sprache  einzuüben.  Zum  ersten  Einüben