368  Bozener  und  Strenge:  Französisch  und  Englisch.

Stundenzahl.  (S.  10.)

II  uU  I  Zusammen
3  3  9

b)  Lehrerseminare.
Fremde  Sprachen.  (9.  19.)

Fremdsprachlicher  Unterricht  wird  im  Französischen  oder  Englischen  erteilt.  Jede
Klasse  erhält  wöchentlich  2  Stunden  Unterricht.

Stundenzahl.  (9.  19.)

I  uU  I  Zusammen
2  2  2  6

Methodische  Anweisungen  zur  Ausführung  der  Lehrpläne  für  die  Lehrerseminare
  und  die  Präparandenanstalten.  (8.  27.)

Fremde  Sprachen.  (8.  87—88.)

Bei  der  Wahl  der  Sprache  sind  die  besonderen  Verhältnisse  und  Bedürfnisse  der  betreffenden
  Provinz  zu  berücksichtigen.  Die  Entscheidung  steht  dem  Provinzialschulkollegium
  zu.

Ziel  des  Unterrichtes  ist  Verständnis  nicht  zu  schwieriger  Schriftwerke,  sowie  einige
Übung  im  mündlichen  und  schriftlichen  Gebrauche  der  fremden  Sprache.

Für  die  Aneignung  und  Übung  einer  richtigen  und  guten  Aussprache  ist  auf  allen
Stufen  Sorge  zu  tragen.  Die  erste  Anleitung  erfolgt  in  einem  Lautierkursus  im  Anfangsanterrichte.


Im  grammatischen  Unterrichte  ist  das  Hauptsächlichste  aus  der  Formenlehre  und  der
Syntax  zu  behandeln;  es  ist  hierbei  Beschränkung  auf  das  allgemein  Gebräuchliche  geboten;
Seltenes  und  Ungewöhnliches  ist  nicht  zu  berücksichtigen.  Die  grammatischen  Regeln
sind  durch  induktives  Verfahren  zu  gewinnen;  Formen  und  Regeln  sind  sicher  einzuprägen.

Das  Hauptgewicht  im  Unterrichte  fällt  auf  die  Lektüre.  Sie  schließt  sich  zuerst  an
ein  Lesebuch,  dann  an  Schulausgaben  an.  Hauptsächlich  sind  erzählende  und  geschichtliche
  Prosa  auszuwählen;  daneben  ist  eine  gute  Gedichtseammlung  zu  benutzen.  Bei  dem
Übersetzen  ist  auf  guten  deutschen  Ausdruck  zu  halten;  hierbei  sind  die  wesentlichen
Unterschiede  der  deutschen  und  der  fremden  Sprache  hinsichtlich  des  Sprachbaues  und  der
Ausdrucksweise  hervorzuheben.

Auf  die  Aneignung  und  Befestigung  eines  nicht  zu  eng  zu  bemessenden  Wort-  und
Phrasenschatzes  ist  auf  allen  Stufen  Bedacht  zu  nehmen.

Mündliche  und  schriftliche  Übungen  sind  an  die  Lektüre  anzuknüpfen.  Durch  sprachliche
  Belehrungen  und  Übungen  darf  aber  die  Bedeutung  der  Lektüre  an  sich  und  die
Einführung  in  das  Verständnis  der  Schriftsteller  nicht  beeinträchtigt  werden.

Gelegentlich  der  Lektüre  können  auch  kurze  literaturgeschichtliche  Mitteilungen
gegeben  werden.  Ebenso  sind  Belehrungen  über  Metrisches  an  die  Lektüre  anzuschließen.
Von  Zeit  zu  Zeit  sind  Gedichte  sowie  kurze  Prosastücke  auswendig  zu  lernen.

Die  schriftlichen  Übungen  bestehen  hauptsächlich  in  Rechtschreibeübungen,  Diktaten,
Niederschriften,  Zurückübertragungen  und  Übersetzungen  in  die  fremde  Sprache;  letztere
erfolgen  nur  zum  Zwecke.grammatischer  Übungen.  Sprechübungen  in  einfacher  Form  sind
im  Anschlusse  an  die  Lektüre  sowie  an  Anschauungsbilder  und  an  Vorgänge  und  Verhültnisse
  des  Lebens  zu  betreiben.

Bei  dem  Abschlusse  des  Unterrichts  ist  den  Zöglingen  auch  Anleitung  für  ihre  Fortbildung
  auf  diesem  Gebiete  zu  erteilen.