372  Boxanzr  und  Srreuzee:  Französisch  und  Englisch.

8.  Bemerkungen.  (8  17;  Seite  27.)

1.  In  allen  Klassen  sind  unter  besonderem  Achten  auf  gute  Aussprache  eifrig  Sprechübungen
  zu  betreiben,  indem  Gesehenes,  Gelesenes  oder  Vorerzähltes  anfangs  satzweise  abgefragt,
  dann  zu  freierer  Wiedergabe  fortgeschritten  wird,  bis  die  Schüler  dahin  gebracht
sind,  daß  sie  innerhalb  gewisser  Stoffgebiete  auch  ohne  bestimmten  Anhalt  leichte  Fragen
französisch  beantworten  können.  Für  die  Erreichung  dieses  Zieles  ist  es  förderlich,  wenn
eine  Anzahl  kleiner  Prosastücke  und  Gedichte  nach  und  nach  auswendig  gelernt  und
weiterhin  häufig  wiederholt  wird.  Den  Sprechübungen  darf  aber  nicht  eine  Ausdehnung
gegeben  werden,  daß  die  übrigen  Aufgaben  des  französischen  Unterrichts  darunter  leiden;
such  ist  davor  zu  warnen,  daß  es  bei  ihnen  auf  die  Einführung  der  Schüler  in  die  Alltäglichkeiten
  des  französischen  Lebens  und  die  Tagesmoden  der  Umgangssprache  angelegt
  wird.

2.  Spätestens  mit  Obertertia  ist  ein  kurzgefaßter,  möglichst  vereinfachter  Abriß  der
Grammatik  in  Gebrauch  zu  nehmen,  nach  welchem  die  Hauptregeln  durchzunehmen  und
einzuüben  sind.  Bei  der  ersteır  Durchnahme  eines  syntaktischen  Abschnittes  ist  nur  das
häufig  Vorkommende  und  Regelmäßige  zu  behandeln,  Selteneres  und  Unregelmäßiges
später  nachzutragen.

3.  Bei  der  Lektüre  bedeutenderer  Werke,  insbesondere  klassischer  Dichtungen,  ist  dem
Inhalte,  dem  Aufbau  und  der  Kunstform  die  gehörige  Beachtung  zuzuwenden,  die  Übersetzung
  besonders  schöner  Stellen  möglichst  wenig  durch  Zwischenbemerkungen  (über  Aussprache,
  Grammatisches,  Wortgebrauch  usw.)  zu  unterbrechen.  Die  Auswahl  der  zu  lesenden
Schriftwerke  ist  von  jeder  Schule  nach  einem  vereinbarten  Plane  zu  treifen,  damit  ein
Fortschritt  vom  Leichteren  zum  Schwereren  stattfindet  und  alle  Schüler  eine  Anzahl  besondere
  wichtiger  Werke  durch  Klassenlektüre  kennen  lernen,  u.  a.  mindestens  ein  Trauerspiel
und  Lustspiel  der  klassischen  Zeit.

Die  Schriftwerke,  die  in  der  Klasse  gelesen  werden,  sind  in  der  Regel  ins  Deutsche
zu  übersetzen,  wobei  auf  eine  zugleich  genaue  und  geschmackvolle  Übertragung  zu  halten
ist.  Nicht  ausgeschlossen  ist,  daß  leichtere  Stellen  nur  besprochen  werden,  zumal  bei  kursorischer
  Lektüre.

4.  Wünschenswert  ist,  daß  sich  die  Lehrer  beim  Unterrichte,  so  viel  als  möglich,  der
französischen  Sprache  bedienen.

Für”die  grammatische  und  stilistische  Unterweisung  wie  für  schwierigere,  tiefergehende
  Erörterungen  anderer  Art  empfiehlt  sich  aber  im  allgemeinen  der  Gebrauch  der
Muttersprache.

B.  Englisch.
1.  Stundenzahl.  ($  41;  Seite  52.)
vIv  WW  MM  1  RW  1INb  1INDs  Ib  Ia  Summe
—  —  —_  —  5  4  3  3  3  18

2.  Lehrziel.  ($  18;  Seite  28—29.)

Gute  Aussprache.  Ausreichende  Bekanntschaft  mit  der  englischen  Grammatik.  Fähigkeit,
  mäßig  schwere  prosaische  und  poetische  Stücke  mit  einiger  Geläufigkeit  ins  Deutsche
ru  übertragen,  in  englischer  Sprache  gestellte  einfache  Fragen  zu  verstehen  und  englisch
zu  beantworten  und  ein  nicht  zu  schwieriges  deutsches  Stück  ohne  grobe  Verstöße  gegen
die  Grammatik  ins  Englische  zu  übertragen.  Einige  Geübtheit  im  freien  schriftlichen  Gebrauche
  der  Sprache.  Durch  Lektüre  gewonnenes  Verständnis  einiger  der  wichtigsten
Schriftwerke  älterer  und  neuerer  Zeit.

8.  Bemerkungen.  ($  20;  Seite  80—B81.)

1.  Auf  die  sprachgeschichtlichen  Zusammenhänge  des  Englischen  mit  dem  Deutschen
und  Französischen  ist  bei  jeder  Gelegenheit  hinzuweisen.  Dagegen  ist  die  grammatische
Unterweisung  im  Englischen  wesentlich  kürzer  zu  halten  als  die  im  Lateinischen  und  Französischen.
  Alles  minder  Wichtige  und  Häufige  ist  zunächst  auszuscheiden  und  erst  später,
soweit  nötig,  nachzutragen.