384  Boxaner  und  Srıeszer:  Französisch  und  Englisch.

Wenn  nun  die  Lehrbuchfrage  im  folgenden  trotz  der  beleuchteten  Schwierigkeiten
  hier  kurz  behandelt  werden  soll,  so  kann  dies  also  nur  von  allgemeinem
  Standpunkte  aus  geschehen,  zumal  das  meiste  schon  in  dem  Kapitel
über  die  Methoden  im  neusprachlichen  Unterricht  gesagt  worden  ist.
Auch  eine  Gruppierung  der  Lehrbücher  kann  nur  ganz  im  allgemeinen  vorgenommen
  werden,  und  von  einer  vollständigen  Aufzählung  derselben  kann  erst
recht  nicht  die  Rede  sein.  Sodann  kann  es  sich  natürlich  nur  um  neuere  Lehrmittel
  handeln,  aus  denen  die  jetzigen  Geschlechter  ihr  Wissen  schöpfen.  Endlich
  kommen  für  uns  auch  nur  die  für  höhere  Lehranstalten  verfaßten  neusprachlichen
  Lehrbücher  allgemeiner  Natur  in  Frage.  Lehrbücher  spezieller
Art,  z.  B.  für  Kaufleute  oder  für  den  Privatunterricht,  Unterrichtsbriefe  u.  dgl.
sind  hierbei  ausgeschlossen.  Es  kann  deshalb  weder  die  Toussaint-Langenscheidtsche
  Methode,  noch  die  Methode  Schliemann,  noch  die  Methode
Häusser,  noch  die  Berlitz-Methode,  noch  die  kumulative  Methode
Dreysprings,  noch  Rosenthal,  oder  wie  sie  sonst  heißen  mögen,  in  Betracht
  kommen,  von  älteren  wie  Jacotot,  Hamilton,  Robertson  und  Ollendorf
  ganz  zu  schweigen.

Die  mit  Genehmigung  ihrer  vorgesetzten  Behörde  von  den  höheren  Lehranstalten
  benutzten  Lehrbücher  kann  man  nach  den  heute  im  Betriebe  befindlichen
  Methoden  in  drei  Gruppen  einteilen,  nämlich  in  Lehrbücher  nach
der  alten  oder  grammatisierenden  Methode,  in  solche  nach  der  extremen
Reformmethode  und  in  Lehrbücher  der  vermittelnden  Richtung.  Als
Typus  der  ersteren  darf  für  das  Französische  Ploetz  in  seiner  alten  Gestalt,
  für  das  Englische  Gesenius  in  der  alten  Fassung  gelten.  Die  extreme
  Methode  stellt  sich  am  besten  der  in  Roßmann-Schmidt  für  das
Französische  und  Lehmann  für  das  Englische.  Die  vermittelnde  Richtung
wird  durch  das  französisch-englische  Unterrichtswerk  von  Boerner-Thiergen
  am  ausdruckvollsten  vertreten,  so  daß  wir  folgende  Übersicht  gewinnnen:


|  Gramm.  Meth.  |  Vermitt.  Meth.  |  Extreme  Meth.
Französisch  |  Plote  |  Boemer  |  Roßmann-Schmidt
Englisch  |  Gesenius  Thiergen  Lehmann

Dazwischen  haben  wir  von  rechts  nach  links  allerlei  Schattierungen  und  Abstufungen.
  So  lassen  z.B.  sich  für  das  Französische  zwischen  Ploetz  und  Boerner
etwa  die  Neubearbeitungen  von  Ploetz  durch  Gustav  Ploetz  und  Kares  einreihen,
  zwischen  Boerner  und  Roßmann-Schmidt  das  nach  der  sogenannten  analytisch-direkten
  Methode  gearbeitete  französische  Lehrbuch  von  Bierbaum;
im  Englischen  würde  die  Bearbeitung  von  Gesenius-Regel  zwischen  ÜGesenius
und  Tbiergen,  und  die  wiederum  nach  der  analytisch-direkten  Methode  abgefaßten
  Lehrbücher  von  Bierbaum  und  Fehse  zwischen  Thiergen  und  Lehmann
  zu  stellen  sein,  so  daß  sich  folgende  erweiterte  Gruppierung  ergäbe: