388  Boxenzr  und  Srmeeer:  Französisch  und  Englisch.

seinem  Unterrichtswerke  das  Französisch  weder  an  der  Hand  der  griechischen  und
römischen  Geschichte  wie  Ploetz,  noch  malt  er  wie  Roßmann-Schmidt  den  Quartanern
  einen  Apfel  ab;  denn  er  sagt  sich  einerseits:  eine  lebende  Sprache  hat
es  mit  dem  Lande  und  dem  Kulturleben  des  betreffenden  Volkes  selbst
zu  tun,  nicht  aber  mit  der  Geschichte  eines  toten  Volkes,  und  anderseits
weiß  er,  daß  er  sich  mit  dem  Quartaner  auch  ohne  Abbildung  lebhaft  über
den  Apfel  unterhalten  kann.  Wo  er.  aber  eine  wirkliche  Unterstützung  von
der  Anschauung  erhoffen  kann,  da  ergreift  er  die  Gelegenheit,  sich  ihrer  zu
bedienen.  Daher  finden  wir  denn  auch  in  seinem  Lehrbuch  eine  Münztafel,
eine  Karte  von  Frankreich,  einen  großen  Plan  von  Paris,  die  Hölzelschen
  Bilder  und  in  der  Oberstufe  die  bekanntesten  Gebäude,  Denkmäler,
Plätze  und  Straßen  von  Paris  u.  dgl.  Denn  damit  wird  dem  deutschen
Schüler  wirklich  etwas  Neues  gezeigt,  und  insofern  hat  das  Bild  Zweck  und
dient  in  der  Tat  zur  Unterstützung  und  Belebung  des  Unterrichts.

Nehmen  wir  einmal  die  Ausgabe  C  her.  Dieselbe  zerfällt  in  2  Teile,  ein
Lehrbuch  und  eine  Oberstufe.  Das  Lehrbuch  übt  die  Formlehre,  die  Oberstufe
  die  Syntax  ein.  Das  Lehrbuch  zerfällt  wieder  in  zwei  Abteilungen,  von  denen
die  erste  sich  mit  den  Elementen  der  Formlehre  befaßt,  während  die  zweite  Abteilung
  die  Formenlehre  zum  Abschluß  bringt.  Als  grammatisches  Nachschlagewerk
dienen  nun  die  systematisch  angeordneten  ‘Hauptregeln  der  französischen
Grammatik  nebst  syntaktischem  Anhang’,  Ausgabe  B.  Boerner  will  nicht,
daß  den  Schülern  das  Nachschlagen  in  den  Hauptregeln  erspart  bleibe;  er  will,  daß
sie  mit  der  Grammatik  vertraut  seien,  daß  sie  sich  darin  zurechtfinden;  deshalb
deutet  er  im  Lehrbuche  nnd  in  der  Oberstufe  die  Regeln  nur  durch  Mustersätze
en.  Auch  das  ist  wieder  ein  Gesichtspunkt,  der  heutzutage  nur  zu  oft  vergessen
wird.  Wie  sollen  die  Schüler  jemals  selbständig  werden,  wenn  sie  nicht  dazu
angeleitet  werden?  Wie  sollen  sie  etwas  finden,  wenn  sie  nie  aufsuchen  gelernt
haben?  Die  Einzellektion  im  Lehrbuch  zerfällt  nun  gewöhnlich  in  folgende
Teile:  1.  Grammaire.  2.  Exercice.  3.  Theme.  4.  Conversation.  5.  Exercice  de
grammaire.  6.  Composition.  Das  Exereice  besteht  in  der  Regel  aus  A  und  B.
A  ist  ein  französisches  Lesestück,  in  welchem  die  Regeln  im  zusammenhängenden
  Texte  geübt  werden  sollen,  während  B  französische  Einzelsätze
  enthält.  Die  deutschen  Einzelsätze  finden  sich  im  Theme.  Dieselben
sind  durchaus  dem  täglichen  Leben  entnommen  und  gehen  von  der  nächsten
Umgebung  aus,  indem  sie  sich  allmählich  über  alle  Kreise  des  Lebens  verbreiten.
  Zusammenhängende  deutsche  Texte  sind  in  den  Anhang  verwiesen.
  In  einigen  Ausgaben  des  Verfassers  ist  der  gesamte  deutsche  Text  in
einem  Anhange  untergebracht.  Der  Anhang  des  Lehrbuchs  Ausgabe  C  enthält
A.  Reecitations.  B.  Lectures:  a)  Premitres  lectures.  b)  Histoire  naturelle.  ce)  La
France  (1.  G6ographie.  2.  Histoire).  C.  Themes  (zusammenhängende  deutsche
Übungsstücke).  D.  Lettres,  Billets,  Annonces,  Quittances.  E.  Zwei  Bilder  für
den  Anschauungsunterricht.  1.  Le  printemps.  2.  L’hiver.  F.  Vocabulaire  zu
den  Lektionen  (Die  Wörter  zu  den  Lektionen  1I—18  der  1.  Abteilung  des
Lehrbuchs  stehen  gleich  mit  innerhalb  der  Lektionen),  endlich  eine  Karte  von