IV.  Die  neusprachlichen  Lehrbücher:  vermittelnde  Methode.  389

Frankreich,  einen  Plan  von  Paris  und  eine  Münztafel.  Schließlich  ist  in  einer
Tasche  noch  ein  alphabetisches  französisch-deutsches  und  deutsch-französisches
Wörterbuch  beigegeben.  Die  Oberstufe  zeigt  der  Hauptsache  nach  dieselbe
Anordnung.  Nur  sind  hier  die  französischen  Einzelsätze  in  Wegfall  gekommen
und  durch  längere  zusammenhängende  französische  Texte  ersetzt,  während
die  deutschen  Einzelsätze  in  den  Anhang  verwiesen  sind  und  ebenfalls
zusammenhängenden  deutschen  Stücken  Platz  gemacht  haben.  Der  Inhalt
  dieser  französischen  und  deutschen  Texte  ist  sehr  vielseitig  und  berührt
die  verschiedensten  Gebiete  des  Lebens.  Die  Conversations  sind  erweitert  und
knüpfen  an  die  des  Lehrbuchs  an.  Der  Anhang  enthält:  A.  Possies.  B.  Lectures:
  I.  Cent  ans  d’histoire  de  France  (1774—1870).  DO.  Organisation  politique
et  administrative  de  la  France.  C.  Thömes  (Zusammenhängende  deutsche  Stücke
und  Einzelsätze).  D.  Lettres  d’affaires,  Quittances,  ete.  wobei  auch  französische
  Frachtbriefe,  Postanweisungen,  Zolldeklarationen  und  Wechsel
abgedruckt  sind.  E.  Ein  Bild  für  den  Anschauungsunterricht:  La  ville  (Sous
forme  de  conversation)  mit  ausführlicher  französischer  Disposition  und  Präparation,
  endlich  ein  Vocabulaire  des  conversations,  eine  Reihe  von  Abbildungen
der  Straßen,  Plätze,  öffentlichen  Gebäude,  Denkmäler  von  Paris  und  zu  guter
Letzt  in  der  Tasche  wiederum  ein  deutsch-französisches  und  französisch-deutsches
Wörterbuch.

So  sehen  wir,  daß  es  dem  Boernerschen  Unterrichtswerke  durchaus  nicht
an  Vielseitigkeit  und  Bewegungsfreiheit  fehlt,  und  daß  selbst  methodisch
anders  denkende  Lehrer  ihre  Rechnung  dabei  finden  können.  In  einigen  Ausgaben
  hat  der  Verfasser  auf  Wunsch  der  Mitarbeiter  zum  Teil  auch  die  Lautschrift
  verwendet:  in  der  Ausgabe  C  fehlt  sie,  und  wir  haben  sie  auch  nicht
vermißt.  So  bietet  das  Boernersche  Unterrichtswerk  ein  Hilfsmittel  für  den
französischen  Unterricht,  das  den  Bedürfnissen  der  Praxis  entspricht  und  sich
den  Schulverhältnissen  in  jeder  Weise  anpaßt.  Seine  große  Verbreitung  dürfte
wohl  auf  diese  Vorzüge  zurückzuführen  sein.

Zwischen  Ploetz  und  Boerner  einerseits  und  Roßmann-Schmidt  und  Boerner
andererseits  stehen  die  Neubearbeitungen  des  Ploetzschen  Lehrbuchs  von  Ploetz-Kares
  und  Gustav  Ploetz  und  das  Lehrbuch  von  Bierbaum.  Die  Ploetzschen
  Neubearbeitungen  haben  indessen  noch  zuviel  von  der  grammatisierenden
Methode  an  sich;  namentlich  ist  auch  der  Lehrstoff  noch  zu  geschichtlich;  dazu
ist  in  Ploetz-Kares  zum  Überfluß  auch  noch  die  altfränkische  Geschichte  besonders
  bevorzugt.  Der  grammatische  Stoff  ist  jedoch  sehr  geschickt  in  den
Übungsstücken  untergebracht,  und  die  systematische  Grammatik  gut  geordnet.
Auf  der  anderen  Seite  steht  Bierbaum,  der  sich  gern  als  Vertreter  der
analytisch-direkten  Methode  bezeichnet.  Im  Gegensatz  zu  Ploetz-Kares
und  Gustav  Ploetz  ist  der  Lehrstoff  bei  Bierbaum,  wie  nicht  anders  zu  erwarten,
durchaus  dem  praktischen  Leben  entlehnt,  aber  es  läßt  sich  nicht  leugnen,  daß
Bierbaum  trotzdem  eine  sehr  straffe  grammatische  Übung  handbabt.  Seine  französischen
  und  deutschen,  nur  zusammenhängenden  Übungsstücke  sind  inhaltlich
wie  in  grammatischer  Hinsicht  höchst  geschickt  gearbeitet.  Zu  der  ‘Bilderver-