392  Bozenzr  und  SrısaLer:  Französisch  und  Englisch.

seines  Inhaltes  an  und  für  sich  oft  nicht  für  Knabenschulen  geeignet  ist.  Wenn
man  übrigens  ein  Buch  mit  Abbildungen  ausstattet,  so  sollen  sie  auch  gediegen
  sein,  nicht  wie  die  in  Lektion  7,  17,  21,  24,  33,  34.  Seinen  Grundsätzen
gemäß  hat  Lehmann  nur  englischen  Text,  keinen  deutschen.  Deutsche
Stücke  aber  bilden  eben  die  Gegenprobe  auf  die  englischen,  und
überdies  sind  sie  nach  den  Forderungen  der  Lehrpläne  nicht  zu  entbehren.

Was  die  Grammatik  anlangt,  so  ist  sie,  wie  das  ganze  Buch,  auch
englisch  abgefaßt,  und  man  kann  nicht  leugnen,  daß  sie  in  ebenso  kurzer  wie
klarer  Weise  die  einzelnen  grammatischen  Erscheinungen  zur  Darstellung  bringt;
ferner  enthält  das  Buch  noch  eine  hübsche  Auswahl  von  Poetry,  Proverbs  und
Quotations.  Karte  von  England,  Plan  von  London,  Münztafel  fehlen  indes,
was  bei  einem  Lehrbuche,  welches  die  Anschauung  vertritt,  allerdings  nicht
der  Fall  sein  sollte.  In  einem  Hefte  für  sich  erschienen  ist  ein  alphabetisches
englisch-deutsches  Wörterverzeichnis,  in  welchem  die  Aussprachebezeichnung
jedoch  nur  hier  und  da  angedeutet  ist,  wie  denn  der  Verfasser  der  Phonetik
im  strengen  Sinne  des  Wortes  nicht  gerecht  wird.

So  mußte  es  denn,  wie  im  Französischen,  so  auch  im  Englischen  geschehen,
  daß  man  Lehrbücher  zu  schaffen  suchte,  die  einerseits  den  gesetzlichen
Vorschriften  durchaus  gerecht  wurden,  andererseits  aber  auch  die  berechtigten
Forderungen  der  Neuzeit  zu  erfüllen  bestrebt  waren.  Diese  vermittelnde
Richtung  war  im  Französischen  mit  Erfolg  von  Boerner  eingeschlagen  worden;
  was  Wunder,  daß  sich  für  das  Englische  bald  Nachahmer  fanden?  Prof.
Thiergen  am  Kgl.  Kadettenkorps  zu  Dresden  schuf  im  Verein  mit  Boerner
ein  englisches  Unterrichtswerk,  das  dem  französischen  durchaus
parallel  gebaut  ist.  Nachdem  wir  das  französische  Werk  einer  eingehenden
Besprechung  unterzogen  haben,  können  wir  uns  deshalb  bei  der  Behandlung
des  englischen  kurz  fassen.  Es  zerfällt,  wie  Boerners  französisches  Parallelwerk,
in  zwei  Teile,  in  ein  ‘Lehrbuch  der  englischen  Sprache’  und  in  eine
“Oberstufe  zum  Lehrbuche  der  englischen  Sprache’.  Zu  beiden  Teilen
gehört  eine  systematisch  angeordnete  ‘Grammatik  der  englischen
Sprache’.  Letztere  ist,  wie  die  Oberstufe,  von  Thiergen  allein  verfaßt.  Außerdem
  hat  derselbe  noch  eine  Ausgabe  B  für  höhere  Mädcheuschulen  und  ein
‘Elementarbuch  der  englischen  Sprache’  für  das  Kadettenkorps  geschrieben,
  sowie  eine  Ausgabe  C  für  lateinlose  Realschulen  im  Vereine
mit  Prof.  Dr.  Schoepke,  welche  im  ganzen  eine  verkürzte  Ausgabe  des
‘Lehrbuches’  und  der  ‘Oberstufe’  darstellt;  endlich  eine  Ausgabe  D  für  Bürgerund
  Mittelschulen.  Welches  Ziel  er  bei  der  Abfassung  dieser  Lehrbücher  vor
Augen  hatte,  geht  deutlich  aus  dem  Vorworte  hervor,  in  welchem  es  heißt:
‘In  dem  Lehrbuche  der  englischen  Sprache  ist  der  Versuch  gemacht  worden,
die  neuen  Ziele  des  fremdsprachlichen  Unterrichts,  nämlich  die  Fähigkeit  des
Schülers,  die  fremde  Sprache  zu  schreiben  und  zu  sprechen,  deadurch
  zu  erreichen,  daß  nur  zusammenhängende  englische  und  deutsche
Übungsstücke  gegeben  werden.  Diese  Stücke,  deren  jedes  zur  Einübung
gewisser  grammatischer  Regeln  dienen  soll,  schreiten  vom  Leichteren  zum