394  Borrser  und  Srıeurer:  Französisch  und  Englisch.

Aufgaben  des  heutigen  neusprachlichen  Unterrichtes  besitzt.  Wie  jedem  menschlichen
  Werke  haften  natürlich  auch  seiner  Arbeit  mancherlei  Mängel  an.  Das
Lehrbuch’  ist  geschmückt  mit  zwei  Hölzelschen  Vollbildern:  Herbst  und  Winter,
sowie  einer  Münztafel,  die  “Oberstufe”  mit  12  Bildern,  einem  Plane  von  London,
einer  Karte  von  Schottland  und  der  Insel  Wight,  sowie  33  geometrischen  Textfiguren.
  Um  bei  letzteren  zu  beginnen,  müssen  wir  sagen,  daß  wir  den  Teil
der  Oberstufe,  in  dem  sie  sich  befinden,  ‘Geometrische  Konstruktionen  und
Aufgaben’,  für  durchaus  überflüssig  halten  und  als  über  das  Maß  des  von  dem
Realgymnasiasten  Verlangten  hinausgehend  erachten.  Viel  besser  wäre  es
gewesen,  er  hätte  uns  im  “Lehrbuch’  noch  eine  Karte  von  England  und  in
seiner  ‘Oberstufe’  eine  solche  von  Irland  und  Indien  mitgegeben,  von  welchen
Ländern  er  uns  doch  so  viel  erzählt.  Sonst  ist  die  Einrichtung  des  englischen
Unterrichtswerkes  von  Thiergen-Boerner  fast  ganz  dieselbe  wie  die  des  französischen.
  Es  will  uns  indessen  doch  bedünken,  als  seien  die  zusammenhängenden
  Stücke  hier  und  da  allzulang  geraten,  und  die  schon  erwähnte  verkürzte
Ausgabe  C,  bearbeitet  von  Schoepke,  ist  daher  namentlich  für  die  ‘Oberstufe’
mit  Freuden  zu  begrüßen.  Was  die  gestellten  Themen  anlangt,  so  wird  der
Schüler  zuweilen  ratlos  vor  ihnen  stehen,  weil  die  Disposition  fehlt  und  er
den  Stoff  oft  noch  gar  nicht  kennt,  wie  der  Verfasser  irrtümlicherweise  anzunehmen
  scheint.  In  bezug  auf  das  grammatische  Pensum  sei  nicht  verschwiegen,
  daß  in  den  ersten  Kapiteln  des  Lehrbuches  hier  und  da  noch  zuviel
auf  eine  Lektion  zusammengedrängt  ist  (z.  B.  Lektion  4),  ein  Fehler,  der  recht
vielen  Reformlehrbüchern  anhaftet.  Störend  wirken  auch  die  unter  dem  Texte
in  Fußnoten  gegebenen  Vokabeln.

Daß  Thiergens  Buch  entschieden  zu  den  anregendsten  englischen  Lehrbüchern
  gehört,  steht  außer  allem  Zweifel,  und  seine  weite  Verbreitung  ist  zugleich
  der  beste  Beweis  für  seine  Beliebtheit  und  Brauchbarkeit.

Thiergen-Boerner  am  nächsten  steht  wohl  Deutschbein  mit  seinen  verschiedenen
  Ausgaben.  Auch  dieser  hat  sich  den  berechtigten  Forderungen  der
Reform  nicht  verschlossen  und  zuletzt  im  Verein  mit  Willenberg  kurze  und
für  Realschulen  namentlich  empfehlenswerte  Lehrbücher  geschaffen.  Er  ist
besonders  in  Gymnasien  viel  eingeführt.

Der  vermittelnden  Richtung  gehören  ferner  an:  Zimmermann  und
Fölsing-Koch  in  ihren  neueren  Auflagen.  Ein  sehr  empfehlenswertes  Lehrbuch,
  wenngleich  älteren  Stiles,  ist  das  von  Immanuel  Schmidt.

Nach  der  analytisch-direkten  Methode  bearbeitet  finden  wir  Sevin,
Fehse  und  namentlich  Bierbaum,  sodann  Aßmann-Meyer,  F.  Schmidt,  den
Mitarbeiter  Roßmanns;  viel  im  Gebrauche  sind  auch  Tendering,  Nader  und
Würzner,  Pünjer  und  Hodgkinson,  Dubilav  und  Boek,  endlich  Hausknecht
  “The  English  Student’.  Eine  weitere  Besprechung  der  Lehrbücher  alter
und  neuer  Richtung  verbietet  leider  der  dieser  Abhandlung  zugemessene  Raum.