498  Laure:  Der  erdkundliche  Unterricht.  Literatur.

Inhalt  ungleichwertig,  z.  T.  sehr  gut  ist  (z.  B.  Linde,  Die  Lüneburger  Heide,
Neumann,  Der  Schwarzwald).  Für  die  wissenschaftliche  Landeskunde  von  Deutschland
  kommen  vor  allen  in  Betracht  die  “Forschungen  zur  deutschen  Landesund
  Volkskunde’  und  die  ‘Handbücher  zur  deutschen  Landes-  und  Volkskunde’;
  beide  Veröffentlichungen,  von  der  oben  bereits  genannten  Zentralkommission
bei  Engelhorn  in  Stuttgart  herausgegeben,  dürften  für  Privatbüchereien  etwas  umfangreich
  sein,  sind  aber  den  Schulbüchereien  zu  empfehlen.  Ganz  kleine,  z.  T.
aber  vortrefflliche  Landeskunden  enthält  die  Sammlung  Göschen,  und  mancherlei
Anregung  bei  eigenen  Reisen  und  Wanderungen  gewährt  die  ‘Sammlung  geologischer
  Führer’,  die  bei  Gebr.  Bornträger  (Berlin)  erscheint  und  die  Reihe  billiger
Hefte  “Rechts  und  links  der  Eisenbahn’,  herausgeg.  von  Langhans  (Gotha,  J.  Perthes).
Für  die  reiche  Literatur  der  Entdeckungsreisen  und  die  Schulgeograpbien,  Schulatlanten
  und  Wandkarten  sei  nochmals  auf  die  Angaben  der  Zeitschriften  und  Bibliographien
  hingewiesen.  Viel  benutzte  und  gute,  wenn  auch  in  ihrem  Wesen  recht
verschiedenartige  Lehrbücher  der  Erdkunde  für  Schüler  haben  geschrieben:  Kirchhoff,
Pahde,  Langenbeck,  Uhle,  Supan,  Seyferth,  Kerp.  Von  Öhlmann,  Rohrmann,  Schunke
ist  das  alte  Buch  von  Seydlitz  in  verschiedener  Weise  neu  bearbeitet,  von  Wolkenhauer
  das  von  Daniel  (Volz).  Becker,  Heiderich,  Rusch  haben  für  Österreich  Schulgeographien
  geliefert.  Wichtige  Firmen  für  Atlanten-  und  Wandkartenverlag  sind
Bädecker,  Chun,  Debes,  Flemming,  Lang,  J.  Perthes,  Velhagen  u.  Klasing,  Westermann,
  in  Österreich  Hölzel,  dieser  auch  für  Anschauungsmittel,  ebenda  auch  Pichler
und  in  der  Schweiz  Füßli,  in  Deutschland  Leutert  und  Schneidewind,  Meinhold,
Teubner,  Wachsmuth,  Winkelmann.

Auch  in  geeignete  erdkundliche  Literatur  für  Schüler  muß  sich  der  Lehrer  hineinarbeiten,
  damit  die  Schülerbüchereien  der  verschiedenen  Klassen  einen  guten  Bestand
  wirklich  empfehlenswerter  Bücher  erdkundlichen  Inhalts  besitzen,  so  wie  sie
dem  Alter  der  Schüler  entsprechen.  Je  dürftiger  der  Unterricht  selbst  ist,  um  so
mehr  bedarf  er.  solcher  Unterstützungen.  Auf  verschiedene  Weise  versuchen  dies
Bedürfnis  nach  erdkundlicher  Belehrung  der  Schüler  durch  Privatlektüre  zu  erfüllen
Lorenz  u.  Vollmer  in  geographischen  Bänden  ihrer  “Sammlung  belehrender  Unterhaltungsschriften’
  (Berlin,  Pätel),  Lampe  ‘Zur  Erdkunde’  (Leipzig  1905,  Teubner),
Richter  “Wanderungen  durch  das  deutsche  Land’  (Glogau  1903,  Flemming).  Gute
Reiseliteratur  wird  natürlich  vor  allem  diesen  Zwecken  dienstbar  zu  machen  sein.
Auch  kann  man  sie  dem  Lehrer  des  Deutschen  zur  Benutzung  für  freie  Vorträge
oder  für  Aufsatzaufgaben  empfehlen.  Es  gilt  bei  der  Auswahl  dieser  Bücher  zu
Schülerprämien  oder  für  die  Schülerbüchereien,  natürlich  abgesehen  vom  wissenschaftlichen
  Wert,  auch  den  zur  Äußerung  gelangenden  Gesinnungen  der  Schriftsteller
  und  dem  Stil  einige  Aufmerksamkeit  zu  schenken,  damit  in  dieser  Hinsicht
der  Lehrer  der  Erdkunde  nicht  etwa  empfiehlt,  was  der  des  Deutschen  ablehnen
würde.  Diese  Literatur  wird  Jahr  für  Jahr  in  Rethwischs  Jb.  (Berlin,  Weidmann)
mit  ihren  Neuerscheinungen  gewürdigt.