480  Mörzze:  Rechnen  und  Mathematik.

schen  und  naturwissenschaftlichen  Unterrichtsfächer  und  über  deren  Methodik.  Daran
schließen  sich  literarische  Berichte  und  eine  pädagogische  Zeitung,  in  der  Versammlungsberichte,
  Besprechungen  von  Lehrmittelausstellungen,  Bibliographie  und  Schulstatistik
  zum  Abdruck  gelangen.  Ein  Aufgabenrepertorium  bringt  eine  Fülle  anregender
  Aufgaben  und  deren  Auflösungen.

Die  vornehmste  Aufgabe  der  Zeitschrift  bildet  die  Förderung  der  Methodik
und  Didaktik.  Den  neuen  Gesichtspunkten,  die  sich  hier  mit  jedem  Schritt  vorwärts
  eröffnen,  wendet  sie  die  größte  Aufmerksamkeit  und  der  Lösung  der  neuentstehenden
  Fragen  die  größte  Sorgfalt  zu.  Daneben  bringt  sie  sorgfältige  Besprechungen
  literarischer  Erscheinungen  und  die  Inhaltsangaben  der  rein  wissenschaftlichen
  Zeitschriften,  um  den  Leser  in  den  Stand  zu  setzen,  das  Material  kennen
zu  lernen,  dessen  er  bedarf,  um  auf  dem  rein  wissenschaftlichen  Gebiet  auf  dem
laufenden  zu  bleiben.  Die  Zeitschrift  erleichtert  auf  diese  Weise  den  Überblick
über  die  immer  mehr  anschwellende  Literatur  und  zeigt,  welche  Schätze  und  wo  sie
zu  heben  sind.

Unter  dem  neuen  Herausgeber  H.  Schotten  hat  sich  das  Zentrum  des  Interesses,
  das  vorher  für  Mathematik  und  Naturwissenschaften  in  der  Höhe  des  humanistischen
  Gymnasiums  lag,  etwas  nach  oben  verschoben  und  infolgedessen  gelangt
jetzt  auch  die  Universitätswissenschaft  häufiger  zum  Worte  (Vgl.  A.  Thaer  in
Jb.,  1902,  XII,  S.  7).

Sehr  zweckmäßig  ist  ein  neuer  Anhang,  der  kurze  Notizen  über  interessante
Entdeckungen  und  Erfindungen  sowie  kurze  Angaben  aus  dem  Leben  hervorragender
Persönlichkeiten  bringt.

Es  wird  wohl  kaum  an  einer  höheren  Lehranstalt  eine  Lehrerbibliothek  geben,
in  der  die  Zeitschrift  nicht  zu  finden  wäre.

c)  Unterrichtsblätter  für  Mathematik  und  Naturwissenschaften.  Braunschweig
  und  Berlin,  Otto  Salle.

Die  Zeitschrift  wurde  im  Jahre  1895  begründet,  um  den  mitten  in  der  Praxis
stehenden  Vertretern  des  mathematisch-naturwissenschaftlichen  Unterrichts  die  Gelegenheit
  zu  bieten,  ihre  Erfahrungen,  Eindrücke  und  Wünsche  untereinander  auszutauschen,
  und  um  der  tiefgehenden  Bewegung,  welche  sich  auf  allen  Gebieten  dieses
Unterrichts  vollzieht,  ihren  ganz  unmittelbaren  Ausdruck  zu  geben.  Die  Zeitschrift
ist  das  Organ  des  Vereins  zur  Förderung  des  Unterrichts  in  der  Mathematik
  und  den  Naturwissenschaften,  der  wenige  Jahre  vor  ihrer  Begründung
ins  Leben  gerufen  worden  war.  Der  Verein  bietet  naturgemäß  nur  einmal  im  Jahre
die  Möglichkeit  eines  mündlichen  Gedankenaustausches.  Da  tritt  die  Zeitschrift
helfend  ein  und  ergänzt  den  mündlichen  Gedankenaustausch  durch  einen  schriftlichen;
sie  gibt  den  Fachgenossen  die  Gelegenheit,  die  auf  den  Versammlungen  des  Vereins
im  mündlichen  Verkehr  gewonnenen  Anregungen  unter  möglichst  vielseitiger  Beteiligung
  weiterzupflegen  und  zu  entwickeln.  Die  Zeitschrift  bringt  demgemäß
außer  den  bei  den  Vereinstagungen  gehaltenen  Vorträgen  und  ausführlichen  Berichten
über  die  Verhandlungen  Aufsätze  über  Fragen  des  mathematisch-naturwissenschaftlichen
  Unterrichts  aus  der  Feder  von  Fachgenossen  und  kennzeichnet  kurz  alle  in  wichtigeren
  Fachzeitschriften  und  Schulprogrammen  sich  findenden  einschlägigen  Aufsätze;
sie  unterzieht  ferner  bedeutsame  neue  Werke  einer  sachgemäßen  Besprechung  und
widmet  der  Lehrmittelfrage  eine  ganz  besondere  Aufmerksamkeit.

Der  gediegene  Inhalt  der  Unterrichtsblätter,  deren  Leitung  in  der  bewährten
Hand  ihres  Mitbegründers  F.  Pietzker  liegt,  hat  seine  anziehende  Kraft  in  dem
großen  Aufschwung  bewährt,  den  der  genannte  Verein  inzwischen  genommen  hat.
Da  die  Zeitschrift  den  Mitgliedern  des  Vereins  unentgeltlich  zugeschickt  wird,
so  ist  dem  Lehrer,  der  in  Fragen  des  mathematischen  Unterrichts  sich  auf  dem