Logarithmentafeln  und  Rechenbücher.  487

fertigkeit  wesentlich  zu  fördern.  Die  Anwendungen  sind  sehr  spärlich  und  der  für
IV  bestimmte  Abschnitt  ist  für  die  Bedürfnisse  des  Unterrichts  nicht  ausreichend.

Die  Forderung  der  Lehrpläne,  daß  auf  den  höheren  Lehranstalten  der  Rechenunterricht
  mit  dem  darauf  folgenden  arithmetischen  Unterricht  im  Einklang  stehe
und  geeignet  sei,  diesen  vorzubereiten  und  zu  unterstützen,  werden  die  Rechenbücher
von  Westrick  und  Heine  und  von  Särchinger  und  Estel  in  besonderem  Maße
gerecht,  das  erstere,  indem  es  planmäßig  durch  Anlehnung  an  die  mathematische
Form  eine  korrekte  Auffassung  und  eine  korrekte  Ausdrucksweise  anstrebt,  und  das
letztere  durch  die  große  Anzahl  von  Aufgaben,  welche  die  Grundrechnungsarten  miteinander
  verknüpfen.  Beide  Bücher  zeichnen  sich  aus  durch  die  Anwendungen,  von
denen  viele  dem  praktischen  Leben,  der  Geschichte  und  Geographie  und  der  Naturgeschichte
  entnommen  sind.  Auch  das  Rechenbuch  von  Müller  und  Pietzker,  das
1903  erschienen  ist  und  sich  jetzt  schon  einen  sehr  großen  Freundeskreis  erworben
hat,  muß  erwähnt  werden,  wenn  es  sich  um  Rechenwerke  handelt,  die  dem  arithmetischen
  Unterricht  vorarbeiten  wollen.  Besonders  hinweisen  möchte  ich  auf  den
von  F.  Pietzker  herrährenden  Abschnitt  über  Vortibungen  zur  Arithmetik  (in  der
Ausgabe  B),  den  Löschhorn!)  als  eine  Art  Philosophie  des  Rechenunterrichts  bezeichnet
  hat.

Zum  Schluß  möchte  ich  nicht  unterlassen,  auf  Bochows  Grundsätze  und
Schemata  für  den  Rechenunterricht  hinzuweisen.  (Verlag  von  O.  Salle,  Berlin.)
Das  aus  der  Praxis  hervorgegangene  Buch  stellt  eine  Reihe  von  Grundsätzen  für
die  methodische  Stufenfolge  in  der  Behandlung  des  Lehrstoffs  auf  und  führt  sie  in
nach  den  Klassenstufen  geordneten  Abschnitten  im  einzelnen  durch.  Für  die  verschiedenen
  Aufgabenarten  gibt  es  dabei  Vorschläge  für  von  dem  Schüler  einzuhaltende
Rechenschemata,  deren  Bedeutung  in  der  Praxis  des  Rechenunterrichts  treffend  hervorgehoben
  wird.  F.  Pietzker  glaubt  (Unterrichtsblätter  V,  8.  19),  daß  die  Befolgung
  der  Vorschläge  und  Musterbeispiele  des  Verfassers  sehr  geeignet  sein  dürfte,
der  großen  Unsicherheit  im  elementaren  Rechnen,  mit  der  der  naturwissenschaftliche
Unterricht  auf  den  obersten  Stufen  namentlich  der  Gymnasien  vielfach  zu  kämpfen
habe,  wirksam  entgegenzutreten.  Lehrern,  die  Rechenunterricht  erteilen,  kann  das
Studium  des  Werkchens  nur  warm  empfohlen  werden.

ı)  Vgl.  Hoffmann-Schotten  XXXV,  Heft  6,  8.  420.