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logischen  Beschreibungs-  und  Definitionsschemas  ein,!)  und  die  Lehre  von  den
Lebenserscheinungen  verlangte  immer  dringender  die  ihr  zukommende  Berticksichtigung
  im  biologischen  Anfangsunterrichte.?)

Die  allgemeine  didaktische  Weisung:  Aufstellung  kleinerer  methodischer
Unterrichtseinheiten,  welche  durch  die  Zielstellung  abgegrenzt  werden,  Wahl
solcher  Ziele,  die  die  Aufmerksamkeit  des  Schülers  lebhaft  erregen  (vgl.  Kienitz-Gerloff,
  Meth.  S.  33  und  31),  mußte  außerordentlich  günstig  die  Ausgestaltung
der  Einzelbeschreibungen  beeinflussen.  Die  ein  für  allemal  feststehende
Disposition  wurde  mehr  und  mehr  aufgegeben,  und  die  Lebenserscheinungen
wurden  in  den  Mittelpunkt  der  Betrachtung  gestellt.  Man  hat  dieser  Methode,  deren
Entwickelung  aber  auch  durch  andere  Gründe  bestimmt  wurde  (3.497,498),  den
Namen  der  ‚biozentrischen‘  gegeben.  Schmeil,°)  der  sie  in  seinen  ‚Reformbestrebungen‘
  ausführlich  begründet  und  in  seinen  Lehrbüchern  besonders  erfolgreich
  zur  Geltung  gebracht  hat,  spricht  von  biologischer  Betrachtungsweise.’

Eine  dritte  Forderung  der  Herbartschen  Pädagogik  nach  “einer  auf  alle
Weise  möglichst  straff  und  einheitlich  durchgeführten,  auf  Bildung  der  Gesinnung
und  des  Charakters  gerichteten  Konzentration  des  Unterrichts’‘)  fand  zunächst
wohl  besonders  deshalb  lebhaftes  Widerstreben,  weil  seit  lange  der  “Fachatomismus’,
  durch  einen  der  Schule  großenteils  abgewandten,  vielfach  von
Spezialisten  erteilten  Universitätsunterricht®)  gefördert,  an  unseren  höheren

1882.  Früher  wurden  übar  2000  Termini  im  botanischen  Schulunterricht  für  nötig  gehalten,
Löw  weist  nach,  daß  man  mit  etwa  90  auskommen  kann.

1)  Genannt  seien  M.  Fischer,  LL.,  7.u.  11.  Heft;  Schullerus,  Entwurf  eines  Lehrbuchs
  der  Botanik  (Progr.  sächs.  Regen  1889;  Klaus,  Lehrplan  u.  Meth.  des  bot.  Unterr.  an
Realschulen  (Progr.  Reichenbach  1898);  Reichenbach,  Ziele  und  Wege  d.  nat.  Unterr.
(Progr.  Adlerfiychtschule  Frankfurt  a./M.  1892);  Landsberg,  Wissen  und  Können  in  der
Naturbeschr.  LL.  Heft  386  u.  2.8.  0.

”,  Die  Notwendigkeit,  die  Lebenserscheinungen  der  Organismen  in  Betracht  zu  ziehen,
hatte  schon  Löw  (8.  0.)  und  Kräpelin,  Über  den  Unterr.  in  der  beschr.  Naturw.  (Pfalz,
Päd.  Zeitfr.  1877)  betont.  Diese  Forderung  trat  (wie  Kienitz-Gerloff,  Meth.  8.  42—47  ausführt)
  Ende  der  70er  und  in  den  80er  Jahren  immer  häufiger  auf.  E.  Schmidt  (a.  a.  O.
8.43)  und  Keferstein  (in  Reins  Enzyklopäd.  Handb.  d.  Pädag.)  deuteten  auch  den  Weg
an:  Die  “Biologie”  müsse  als  ‘erklärendes  Moment’  zu  der  Analyse  der  Organismen
treten.  Die  Forderungen  Willmanns  (Did.  I,  261):  ‘Jedes  Organ  soll  aus  seiner  Verwendung
  verstanden  werden’  und  Kollbachs  (Meth.  der  ges.  Naturw.):  ‘Die  ausführliche  Beschreibung
  eines  Teiles  soll  nur  dann  stattfinden,  wenn  es  dadurch  gelingt,  eine  Erscheinung
  des  Lebens  aufzudecken  oder  eine  Beziehung  zur  übrigen  Natur  oder  zum  Menschen
nachzuweisen’,  erscheinen  aber  zu  radikal  und  würden  mit  wertlosem  auch  manchen  unentbehrlichen
  Unterrichtsstoff  ausschließen.

®)  Schmeil,  Pflanzen  der  Heimat,  Stuttgart  1896;  derselbe,  Über  die  Reformbestrebungen
  auf  dem  Gebiete  des  naturgeschichtlichen  Unterrichts,  Stuttgart  1897;  derselbe,
  Lehrbuch  der  Zoologie,  Stuttgart  1899;  derselbe,  Lehrbuch  der  Botanik,  Stuttgart
  1903.  Etwa  in  dieselbe  Zeit  fallen  meine  und  W.B.Schmidts  Reformbestrebungen:
Landsberg,  Streifzüge  durch  Wald  und  Flur,  und  die  Begleitschrift,  Einkehr  oder  Umkehr?
  Leipzig  1895;  derselbe,  Hilfs-  und  Übungsbuch  für  den  bot.  Unterr.  Leipzig  1896  ;
Schmidt-Landsberg,  Hilfs-  und  Übungsbuch  für  den  zool.  Unterr.  Leipzig  1901.

%  VD.  XV.  (Sachsen  1888)  8.  210,  11.

6)  Vgl.  dazu  besonders  Dahl,  Wie  ist  der  Lehramtskandidat  auf  seinen  Beruf  in