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sten  Ziele  hat  der  Unterricht  noch  gar  nicht  in  Angriff  nehmen  können.  “Das
Leben’  sagt  Paulsen  (NS.  I  22),  ‘ist  das  Problem,  das  im  Mittelpunkt  aller
wissenschaftlichen  Forschung  und  alles  philosophischen  Nachdenkens  steht,
es  ist  das  Problem  aller  Probleme.  Hier  berühren  sich  Materie  und  Seele,
Naturwissenschaften  und  Geisteswissenschaften.  Die  Konstruktion  der  Tatsache
des  Lebens  ist  darum  entscheidend  für  die  Weltanschauung  überhaupt.  Hier
scheiden  sich  die  großen  Richtungen  des  Materialismus  und  Idealismus.  Und
daher  ist  die  Kenntnis  der  Tatsachen,  um  deren  Konstruktion  hier  gestritten
  wird,  die  Voraussetzung  für  das  Verständnis  aller  Philosophie:  ohne
Biologie  kein  Verständnis  der  philosophischen  Probleme  und  ihrer  Lösungen.’
Welchem  Lehrfache  man  auch  den  Kursus  in  philosophischer  Propädeutik  angliedern
mag,  für  jederlei  Unterricht  entsteht  doch  die  Frage,  ob  er  das  Seine  zu  dieser
Zusammenfassung  und  Krönung  des  Gesamtunterrichts  beigetragen  hat.  Das
kann  aber  nur  ein  Lehrfach,  dem  auf  den  Oberklassen  einiger  Raum  gewährt
ist.  Einem  allgemeinen  Unterrichtsbedürfnis  käme  sonach  die  Erweiterung
des  biologischen  Unterrichts  auf  die  Oberklassen,  am  Gymnasium  wenigstens
die  Heraufschiebung  bis  U  II  und  die  Einrichtung  eines  Physiologiekursus  in
I  entgegen.')

Neben  manchem  Für  und  Wider  sind  doch  auch  schon  vereinzelte  praktische
  Vorschläge  und  Versuche  nach  dieser  Richtung  hin  gemacht  worden.”)
Da  wir  aber  zu  festeren  Richtlinien  noch  nicht  gekommen  sind,  sei  nur  ein
von  mir  angestellter  Versuch  den  in  der  Anmerkung  erwähnten  zugesellt.  —  Der
Unterricht  begann  mit  der  Behandlung  der  selbständig  lebenden  tierischen  und
pflanzlichen  Zelle  und  mit  der  in  der  beschränkteren  Funktion  der  Zellen  der
Hydra  sich  in  ihren  ersten  Anfängen  aussprechenden  Arbeitsteilung.  Allmählich
  wurde  dann  an  entsprechend  ausgewählten  Beobachtungsobjekten,  gewissermaßen
  durch  einen  kurzen  Lehrgang  der  allgemeinen  Zoologie,  eine  Einführung
in  die  Gewehe-  und  Organlehre  erarbeitet.  Endlich  ergab  sich  auch  der  mensch-!)

  Die  dankenswerten  Bemühungen  der  Naturforscherverseammlung  nach  dieser  Richtung
  sind  mehrfach  erwähnt  worden;  die  Vorschläge  ihrer  Unterrichtskommission  aber  (NS.
481,  629,  V  8;  meine  Bemerkungen  dazu  V  97)  kamen  für  diese  Ausführungen  zu  spät.  Sie
beziehen  sich  im  übrigen  nur  auf  die  Realanstalten.  —  Eine  Erweiterung  des  naturwissenschaftlichen,
  namentlich  auch  des  biologischen  Unterrichts  ist  neuerdings  an  den  Oberrealschulen
  Hamburgs  durchgeführt.  Beides  soll  hier  wenigstens  anhangsweise  erwähnt
werden.

”»  NS.:1193  (Schwarze,  Der  biol.  Unterr.  in  den  oberen  Klassen  der  Realsch.),  I  222
v.  Frey,  Physiologie  i.  d.  n.  pr.  Lpl.),  1  337  (A.  Schulte-Tigges,  Biologie  und  Entwicklungslehre
  im  Rahmen  d.  n.  pr.  Lpl.),  II  142  u.  441  (Fricke,  Über  d.  Lpl.  a.  d.  O.-Rsch.
Bremen),  II  141  (Hyg.  Vorträge  a.  höh.  Sch.  Berlins),  II  199  (Biol.  Kurs.  in  OI  d.  Rgymn.
Döbeln),  II  379  (Beyer,  Fak.  biol.  Vorträge  in  d.  o.  Kl.  e.  Realgymn.‘,  III  154  (Ohmann,
Biol.  Kurs.  in  I  gymn.),  IV  19  (Schwarze,  Biol.  Unterr.  in  den  ob.  Klassen).  —  Vgl.  dazu
die  Literaturangabe  a.  d.  Monatsschr.  für  höh.  Schulen  auf  S.  508  Anm.  und  Lück,  Pr.
Gymn.  Steglitz  1903.  Zur  Vorbereitung  für  den  Lehrer  sei  besonders  empfohlen:  Verworn,
Allgemeine  Physiologie.  Jena.  —  Der  von  mir  skizzierte  Lehrgang  hat  mit  dem  von  Verworn
  und  ebenso  mit  dem  von  Hertwig  (in  Verworn,  Beiträge)  für  die  Oberklassen  empfohlenen
  eine  gewisse  Ähnlichkeit.  Vgl.  dazu  NS.  III  5481